Die kroatische Polizei hat letzte Woche einen 33-jährigen serbischen Staatsbürger festgenommen, der im Verdacht steht, eine Reihe schwerwiegender Einbrüche in Computersysteme einheimischer Institutionen und Unternehmen begangen zu haben. Wie die Journalistin Ana Raić für Index.hr erfuhr, handelt es sich um Georgije V., Inhaber des Cybersicherheitsunternehmens Elite Security Systems aus Novi Sad.
Der Verdächtige soll im Rahmen der sogenannten INF-Gruppe gehandelt haben oder sich zumindest als deren Mitglied ausgegeben haben. Ziel seiner mutmaßlichen Angriffe waren zahlreiche kroatische Systeme, darunter Ministerien, GNK Dinamo sowie öffentliche Einrichtungen wie HZZO, HZMO, Hakom und Regos.
Vom anerkannten Experten zum Verdächtigen
Was diesen Fall besonders interessant macht, ist die Doppelnatur der Karriere des Verdächtigen. Sein Unternehmen Elite Security Systems, registriert im Jahr 2022, ist offiziell auf Penetrationstests, die Entdeckung von Sicherheitslücken und die Simulation von Cyberangriffen spezialisiert. Laut Informationen von seinem LinkedIn-Profil wurde Georgije V. erst vor zwei Monaten von Red Hat offiziell für die Entdeckung einer schwerwiegenden Sicherheitslücke in Keycloak-Diensten ausgezeichnet, die mit der Kennung CVE-2026-4366 markiert wurde.
Diese Schwachstelle, klassifiziert als Server-Side Request Forgery, stellte eine erhebliche Bedrohung dar, und ihre Entdeckung brachte ihm den Ruf eines ethischen, also weißen Hackers ein. Nun wird er jedoch schwerer Straftaten gegen Computersysteme, Programme und Daten sowie der unbefugten Nutzung personenbezogener Daten beschuldigt.
Wiederholte Muster aus der Vergangenheit
Dies ist nicht das erste Mal, dass der Verdächtige in den Händen der Polizei gelandet ist. Bereits 2012 wurde er in Serbien festgenommen, unter dem Verdacht, als Mitglied mehrerer Hackergruppen für Einbrüche in Computersysteme und die Lahmlegung der serbischen Regierung, parlamentarischer Parteien, akademischer Einrichtungen und lokaler Unternehmen verantwortlich zu sein.
In Kroatien wurde er vor etwa zehn Tagen festgenommen, nachdem er mit seiner Familie zum Urlaub angekommen war. Bei der Festnahme beschlagnahmte die Polizei zwei Mobiltelefone und einen Laptop, die wahrscheinlich als Schlüsselbeweise im weiteren Verlauf der Ermittlungen dienen werden.