HAC-Direktor warnt: Kroatische Fahrer überholen bis zur letzten Sekunde
Hrvoje Ordulj, Direktor der Abteilung Verkehr bei HAC, kommentierte für den HTV die Sommerstaus, das Verhalten der Fahrer und kündigte neue Infrastrukturprojekte an.
Hrvoje Ordulj, Direktor der Abteilung Verkehr bei HAC, kommentierte für den HTV die Sommerstaus, das Verhalten der Fahrer und kündigte neue Infrastrukturprojekte an.
Die Sommerstaus auf den kroatischen Autobahnen blieben auch in diesem Jahr nicht aus, und der Direktor der Abteilung Verkehr bei den Kroatischen Autobahnen (HAC), Hrvoje Ordulj, betont, dass Staus praktisch unvermeidbar sind. In der HTV-Sendung "Studio 4" am 6. August 2026 hob Ordulj hervor, dass das Problem nicht nur an den Mautstellen liegt, sondern an der Konfiguration der Straßen und der hohen Anzahl von Fahrzeugen.
"Kolonen werden uns noch eine Weile unvermeidbar sein. Wir alle wollen ans Meer und wir alle wollen zur gleichen Zeit vom Meer zurückkehren," so Ordulj gegenüber dem HRT.
Ordulj erläuterte die wichtigsten Staupunkte. An der Mautstelle Lučko treffen bis zu sieben oder acht Fahrspuren zusammen, die sich dann auf nur zwei Spuren verengen. "Man kann den Verkehr von sieben Spuren nicht auf zwei reduzieren und erwarten, dass alles normal funktioniert," sagte er.
Ein weiterer kritischer Punkt ist der Tunnel Sveti Rok, wo der Verkehr aus Sicherheitsgründen gelegentlich vorübergehend angehalten werden muss. "Der Verkehr im Tunnel darf nicht zum Stillstand kommen. Wenn es zu einem Unfall oder einer Panne kommt, wird die Einfahrt in den Tunnel automatisch gesperrt," erklärte Ordulj und fügte hinzu, dass die Operateure von HAC die Verkehrsdichte kontinuierlich überwachen und die Tunneleinfahrt präventiv schließen, um gefährliche Situationen zu vermeiden.
Besonders besorgniserregend ist der Vergleich der Verkehrskultur. Ordulj warnte offen vor dem Verhalten kroatischer Fahrer, insbesondere in Baustellenbereichen. "In der Regel werden Sie feststellen, dass Fahrer mit ausländischen Kennzeichen die Geschwindigkeitsbegrenzungen einhalten, im Gegensatz zu unseren, die bis zum letzten Moment überholen und sich vor andere Fahrzeuge drängen," sagte er.
Er appellierte auch an die Bedeutung der Bildung einer Rettungsgasse, sobald der Verkehr zum Stehen kommt. "Wenn der Verkehr stoppt, weiß der Fahrer nicht, ob es sich um einen Unfall oder einen gewöhnlichen Stau handelt. Deshalb sollte die Rettungsgasse sofort gebildet werden," betonte Ordulj.
Derzeit werden mehr als 220 Portale für das neue Mautsystem in ganz Kroatien installiert. Ordulj erwartet, dass alle Portale bis Oktober 2026 installiert sein werden, und das System könnte im Laufe des Jahres 2027 in Betrieb gehen. Dennoch warnt er, dass auch die neue Technologie kein Wundermittel ist: "Unabhängig von Schranken oder dem neuen Mautsystem wird der Verkehr stehen bleiben, wenn die Belastung zu groß ist."
Ordulj kündigte auch die Fortsetzung großer Projekte an. Die Arbeiten an den Abschnitten zwischen Križišće, Jadranovo und Selce werden nach Ende der Tourismussaison intensiviert. Außerdem ist der Bau der Umgehungsstraße von Novi Vinodolski und die Fertigstellung des Knotenpunkts Matulji geplant. "Wir erwarten, dass Istrien und die Kvarner-Bucht im ersten Quartal 2027 mit dem vollen Autobahnprofil verbunden sein werden," sagte Ordulj gegenüber dem HRT.