Lewis Hamilton (Ferrari) erzielte am Freitag, dem 24. Juli 2026, die schnellste Zeit im zweiten freien Training auf dem Hungaroring und sendete damit eine klare Botschaft an den Führenden Kimi Antonelli (Mercedes) vor dem Großen Preis von Ungarn. Hamilton war 0,148 Sekunden schneller als sein Teamkollege Charles Leclerc, während Lando Norris (McLaren) mit 0,499 Sekunden Rückstand Dritter wurde. Antonelli landete in einer Session, die durch eine rote Flagge nach einem Dreher von Franco Colapinto in die Barriere unterbrochen wurde, nur auf dem 13. Platz.
Ferrari dominiert den Freitag
Ferrari dominierte beide Freitagssessions. Im ersten freien Training war Leclerc mit einem Vorsprung von fast einer halben Sekunde vor Max Verstappen (Red Bull) der Schnellste, Hamilton wurde Dritter. George Russell war in beiden Trainings als bester Mercedes Fünfter, während Antonelli im ersten Training überhaupt nicht fuhr, da das Team das Kontingent für Ersatzfahrer nutzte und Fred Vesti seinen Platz einnahm, der Siebter wurde.
Hamilton sagte nach dem Training gegenüber dem Globe and Mail: "Ich denke, wir haben ein Auto, das mithalten kann. Mercedes ist immer noch das Auto, das es zu schlagen gilt, und es wird nicht einfach sein, sie an diesem Wochenende zu besiegen, aber ich glaube, wir haben subtile Fortschritte gemacht. Hoffentlich können wir uns an diesem Wochenende mit ihnen messen." Der Brite hat acht Siege auf dem Hungaroring, was ihn neben seinem Heim-Grand-Prix von Großbritannien zu seiner erfolgreichsten Strecke macht. Der kurvenreiche Hungaroring, auf dem die Fähigkeit durch die Kurven zu kommen entscheidend ist und nicht die rohe Kraft, könnte den Eigenschaften des Ferrari entgegenkommen.
Antonellis Rückstand und das Drama aus Belgien
Antonelli führt derzeit die Weltmeisterschaft mit einem Vorsprung von 45 Punkten vor Hamilton und 50 Punkten vor Russell an. Der Italiener hatte diesen Vorsprung durch seinen Sieg beim Großen Preis von Belgien in der Vorwoche fast verdoppelt, während das Rennen für Mercedes von einem Drama geprägt war. Hamilton hatte Russell in der ersten Runde von der Strecke gedrängt, was den Briten erzürnte, der per Funk unter Flüchen das Team fragte, warum er plötzlich an Geschwindigkeit verloren habe und Überholmanöver riskieren müsse.
Mercedes erklärte am Freitag, was tatsächlich passiert war. Der stellvertretende technische Direktor Simone Resta gab an, dass die Ursache "ein Fehler in unserer Software" gewesen sei, und fügte hinzu: "Wir glauben, dass wir ihn endlich verstanden und behoben haben, bevor wir nach Budapest kamen." Das Team behauptet, dass das Softwareproblem vor dem Ungarn-Wochenende gelöst wurde, was bedeutet, dass das Rennen frei von den technischen Pannen sein sollte, die Belgien geprägt haben.
Energie und Algorithmen: Die neue Realität der F1 2026
Das belgische Rennen hob ein Schlüsselmerkmal der Autos des neuen Reglements für 2026 hervor: Die Fahrer haben keine direkte Kontrolle über die Verteilung der elektrischen Energie, Algorithmen entscheiden, wann und wie viel Leistung genutzt wird. Auf langen Geraden wie denen in Spa-Francorchamps oder Silverstone werden Softwareunterschiede dramatisch sichtbar. Oscar Piastri (McLaren) beschrieb das Gefühl gegenüber dem Globe and Mail: "Manchmal, ja, fühlt man sich wie ein Beifahrer. Auf Strecken wie Spa oder Silverstone wird es schlimmer sein."
Der Hungaroring sollte eine andere Geschichte sein. Piastri fügte hinzu: "Hier erwarte ich nicht viele Probleme mit dieser Art von Dingen, weil die Geraden so viel kürzer sind, und selbst wenn es Unterschiede gibt, sollten sie viel kleiner sein. Aber das Prinzip, ein Rennwagen zu fahren, der effektiv die Hälfte der Leistung vor dem Ende der Geraden verliert, ist manchmal schwer zu verstehen." Die kurzen Geraden und langsamen, kurvenreichen Sektoren des Hungaroring bedeuten, dass elektrische Energie ein weniger kritischer Faktor sein wird als in Belgien.
Aston Martin mit Fortschritt, Stroll ausgeschieden
Aston Martin kam mit Upgrades am Auto nach Ungarn. Fernando Alonso wurde im ersten freien Training 13., doch das Wochenende wurde durch einen Aufhängungsbruch erschwert, der Lance Stroll in einen wilden Dreher schickte. Stroll verpasste aufgrund des Schadens das zweite freie Training, und es ist fraglich, wie konkurrenzfähig er im restlichen Wochenende sein kann. Dies ist zudem das letzte Rennen vor der Sommerpause der Formel 1, das nächste Rennen findet am 23. August 2026 beim Großen Preis der Niederlande statt.