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Kroatien führt Kinderhaus für minderjährige Opfer sexueller Gewalt ein, 1,24 Millionen Euro gesichert

Der Aktionsplan zur Bekämpfung sexueller Gewalt und Belästigung bis 2027 sieht auch regionale Zentren sowie zusätzliche Schulungen für Polizei und Justiz vor.

Foto: Wikipedia (Dječja kuća)
Kurz gesagt
  • Das Arbeitsministerium hat den Aktionsplan bis 2027 zur Bekämpfung sexueller Gewalt mit Schwerpunkt auf dem Schutz von Kindern vorgestellt.
  • Das zentrale Projekt ist das Kinderhaus nach dem Barnahus-Modell, ein Ort für forensische, medizinische und psychologische Hilfe.
  • Der Plan umfasst regionale Zentren in Zagreb, Rijeka, Split und Osijek sowie die Stärkung der Polizei im Kampf gegen Online-Missbrauch.
  • Es sind 1,24 Millionen Euro bereitgestellt, und die höhere Zahl an Anzeigen wird als größeres Vertrauen in die Institutionen gedeutet.

Das Ministerium für Arbeit, Rentensystem, Familie und Sozialpolitik hat den endgültigen Aktionsplan zur Bekämpfung sexueller Gewalt und sexueller Belästigung bis 2027 vorgestellt. Das Dokument, das in Kürze in die öffentliche Konsultation geht, sieht eine Reihe konkreter Maßnahmen zum besseren Schutz der Opfer vor. Das zentrale Projekt ist die Gründung eines Kinderhauses für Kinder, die sexuellen Missbrauch erlitten haben.

Kinderhaus: Alle Hilfe an einem Ort

Nach dem Barnahus-Modell, das bereits in mehreren europäischen Ländern angewendet wird, ermöglicht das Kinderhaus, dass ein Kind an einem einzigen Ort alle notwendigen Dienste erhält, von forensischen und medizinischen Untersuchungen bis hin zu psychologischer Unterstützung und rechtlichem Schutz. Auf diese Weise sollen wiederholte Vernehmungen und eine zusätzliche Traumatisierung des Opfers vermieden werden; das Kind sagt nur einmal aus.

"Das ist der höchste Grad des Schutzes der Rechte und des Wohls des Kindes. Das Barnahus-Modell stellt einen großen zivilisatorischen und medizinischen Fortschritt dar, da es sekundäre Viktimisierung von Kindern verhindert", sagte Minister Alen Ružić gegenüber Nacionalno Plus.

Die Umsetzung des gesamten Plans stützt sich auf 1,24 Millionen Euro an gesicherten Mitteln, wie Riportal berichtet.

Regionale Dienste und der Kampf gegen Online-Kriminalität

Neben dem zentralen Kinderhaus sieht der Plan auch die Einrichtung spezialisierter Hilfsdienste für Opfer in den Regionen Zagreb, Rijeka, Split und Osijek vor. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Polizeikapazitäten zur Aufdeckung sexueller Ausbeutung von Kindern im Internet, ein Bereich, der zu einer immer größeren Herausforderung wird.

Schulungen und mehr Empathie bei Fachkräften

Der Aktionsplan sieht außerdem zusätzliche Schulungsprogramme für Polizeibeamte, Richter und alle Fachkräfte vor, die mit Opfern arbeiten. Ziel ist es, dass das erste Gespräch mit einem Kind immer von speziell geschultem Personal geführt wird und das gesamte System ein höheres Maß an Empathie und Verständnis für die psychische Verfassung von Menschen zeigt, die sexuelle Gewalt überlebt haben.

Mehr Anzeigen bedeuten mehr Vertrauen

Die kommissarische Leiterin der Direktion für Sozialpolitik, Melita Čusek, betonte, dass die steigende Zahl von Anzeigen sexueller Gewalt nicht unbedingt einen Anstieg der Straftaten widerspiegeln müsse, sondern vor allem ein größeres Vertrauen der Opfer in die Institutionen, eine bessere Information der Bürger und eine effektivere Polizeiarbeit. Sie bestätigte auch, dass eine erhöhte Zahl entdeckter Täter sexueller Straftaten verzeichnet wird.

Hilfe rund um die Uhr

Unterstützung für Opfer und Zeugen bietet kontinuierlich auch das Unterstützungsnetzwerk, das aus 11 Organisationen der Zivilgesellschaft besteht. Die nationale Rufnummer ist 24 Stunden am Tag erreichbar, auch an Wochenenden und Feiertagen. Nach Angaben des Ministeriums machen Opfer sexueller Straftaten etwa 11 Prozent aller Nutzer dieses Netzwerks aus.

Häufige Fragen
Was ist das Kinderhaus und wie wird es kindlichen Opfern helfen? +
Das Kinderhaus ist ein Ort, an dem ein Kind an einem einzigen Ort forensische, medizinische, psychologische und rechtliche Hilfe erhält und nur einmal aussagt, um wiederholte Vernehmungen und zusätzliche Traumatisierung zu vermeiden.
Welches internationale Modell wird angewendet? +
Angewendet wird das Barnahus-Modell, das bereits in mehreren europäischen Ländern übernommen wurde und die sekundäre Viktimisierung von Kindern, die sexuelle Gewalt erlebt haben, verhindert.
Wo werden regionale Hilfsdienste eingerichtet? +
Neben dem zentralen Kinderhaus sieht der Plan spezialisierte Dienste in den Regionen Zagreb, Rijeka, Split und Osijek vor.
Wie viel Geld ist für die Umsetzung des Aktionsplans bereitgestellt? +
Für die Umsetzung aller Aktivitäten bis 2027 sind 1,24 Millionen Euro bereitgestellt.

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