Die Sommersaison ist auf ihrem Höhepunkt, und das Gedränge an Badeplätzen, Flüssen und am Meer bringt täglich potenziell gefährliche Situationen mit sich. Obwohl der erste Instinkt vieler Menschen darin besteht, sofort ins Wasser zu springen und der Person in Not zu helfen, liegt genau in dieser Reaktion die größte Falle. Uroš Staletović, Rettungsschwimmer-Ausbilder, warnte im Gespräch mit Kurir TV vor den wichtigsten Fehlern, die Laien bei Rettungsversuchen machen und die zu einer doppelten Tragödie führen können.
Gepflegte Badeanstalten sind ein Vorteil, aber man muss die Regeln kennen
Staletović betonte, wie wichtig es ist, sich vor dem Betreten des Wassers über die Bedingungen am Badeplatz zu informieren. "Jeder Badeplatz hat seine Öffnungszeiten, und es ist wichtig zu wissen, wann die Rettungsschwimmer im Dienst sind", sagte er. Als Beispiel für einen sicheren Badeplatz nannte er Ada Ciganlija in Belgrad. Er warnte davor, dass Menschen oft außerhalb der Dienstzeiten der Rettungsschwimmer kommen, entweder früh morgens oder spät abends, um Menschenmassen und Hitze zu vermeiden, ohne zu bedenken, dass dann niemand im Falle eines Unfalls reagieren kann. Rettungsschwimmer sind am leichtesten an ihren Positionen auf den Rettungstürmen und ihren charakteristischen Uniformen, meist gelben T-Shirts, zu erkennen.
Die größte Gefahr: das eigene Leben gefährden
Der Ausbilder betonte besonders, dass die Sicherheit des Helfers immer Priorität hat. "Das Wichtigste ist, dass wir unser eigenes Leben nicht gefährden", warnte Staletović. Er erklärte, dass jede Rettungsaktion auch für den Retter inhärent gefährlich ist. Eine ertrinkende Person kann in einer bestimmten Phase der Panik äußerst aggressiv werden und instinktiv nach allem greifen, was in Reichweite ist. "Es ist schon vorgekommen, dass sogar ein Kind in einer solchen Situation einen Erwachsenen überwältigen kann, der helfen will, und am Ende haben wir zwei Opfer", erzählte er. Deshalb ist es entscheidend, vor jeder Intervention die eigenen Schwimmfähigkeiten und Kenntnisse der Rettungstechniken realistisch einzuschätzen.
Wie man Hilfe ohne direkten Kontakt leistet
Anstatt den Verunglückten direkt physisch zu überwältigen, rät Staletović, jeden schwimmenden Gegenstand zu verwenden. "Am besten ist es, ein Mittel zu nutzen, das auf dem Wasser schwimmt, um den Ertrinkenden nicht direkt physisch überwältigen zu müssen", sagte er. Das kann ein Schwimmbrett, ein Ball oder sogar eine Luftmatratze sein. Ziel ist es, der Person in Not Halt zu geben, damit sie sich über Wasser halten kann, bis professionelle Hilfe eintrifft. Gleichzeitig kann jeder unverzüglich den Notruf, die Feuerwehr oder die Polizei rufen. Wenn Sie ein sicherer und erfahrener Schwimmer sind und einschätzen, dass es sich nicht um eine Phase des aktiven Ertrinkens handelt, sondern beispielsweise um einen Krampf, ist es möglich, verbale Kommunikation aufzubauen und kontrollierte Hilfe zu leisten.
Erste Hilfe an Land: Was wir dürfen und was nicht
Wenn der Verunglückte aus dem Wasser geholt wurde, kommt es oft zu neuen Fehlern. Staletović ist klar: "Menschen, die keine medizinischen Fachkräfte sind, sollten keine Medikamente eigenständig verabreichen oder auf eigene Faust empfehlen." Stattdessen umfasst die grundlegende Erste Hilfe, die jeder leisten kann, das Bringen der Person aus der direkten Sonne, das Unterbringen in einen kühleren oder abgedunkelten Raum sowie das Auflegen von kalten Umschlägen auf Nacken und Kopf. Es ist notwendig, ausreichend Flüssigkeit anzubieten. Bei leichteren Sonnenstichen sollten Symptome wie Kopfschmerzen und Übelkeit nach Ruhe abklingen. Das Wichtigste ist, ruhig zu bleiben und grundlegende Hilfe zu leisten, bis professionelle Hilfe eintrifft.
Seine Ratschläge kommen zu einem Zeitpunkt, an dem die Mittelmeer-Resorts voller Touristen sind. Wie Kurir bereits berichtete, ereignete sich ein dramatischer Vorfall in Letojanni auf Sizilien, wo einem britischen Staatsbürger nach dem Verlassen des Meeres unwohl wurde. Durch die schnelle Reaktion einer Ärztin aus Belgrad, die sich am Strand befand, wurde ihm Erste Hilfe geleistet, bis der Rettungsdienst eintraf und ihn ins Krankenhaus brachte.