Die Bad Blue Boys besiegten am 21. September 1995 im städtischen Dinara-Stadion in Knin die Torcida aus Split überzeugend mit 7:3, doch das Ergebnis ist das unwichtigste Detail dieser Begegnung, die in die Geschichte des kroatischen Sports eingegangen ist. Die beiden größten Rivalen von den Rängen, deren Duelle sonst von Provokationen und Pyrotechnik geprägt sind, trugen ein Freundschaftsspiel in einer Stadt aus, die nur wenige Wochen zuvor Zeuge der Befreiung geworden war. Aus heutiger Sicht ist dieses Duell völlig unvorstellbar und bleibt als einzigartiges direktes Aufeinandertreffen dieser beiden Gruppen in Erinnerung.
Die Idee entstand in den Schützengräben
Die Idee für das Spiel kam nicht aus sportlichen Kreisen, sie entstand in den Reihen der kroatischen Armee und der Veteranen, unter denen sich viele Menschen mit reicher Fankultur befanden. Genau sie, die im Heimatkrieg und in der Operation Oluja Seite an Seite gekämpft hatten, wollten die Freiheit auf eine Weise feiern, die ihnen am nächsten war. Ein großer Teil der Veteranen gehörte während des gesamten Krieges einer der Fangruppen an, Armada, Kohorta, Funcuti, Ultras, und die an der Front geschmiedete Einheit wurde in dieses spektakuläre Ereignis umgesetzt.
Busse mit Fans aus Split und Zagreb kamen unter besonderer Organisation nach Knin, und etwa tausend Menschen versammelten sich im Stadion, um Zeuge des historischen Moments zu werden. Die erbitterte Vereinsrivalität war so weit zurückgedrängt, dass alles im Geiste der Einheit und Freundschaft verlief, ohne die üblichen Beleidigungen und Auseinandersetzungen. Das Hauptziel war es, ein starkes Zeichen der nationalen Einheit zu setzen.
Ein Sieg, den die Anzeigetafel nicht erfasst
Obwohl die Atmosphäre freundschaftlich war, spiegelte das Ergebnis auf dem Platz diese Milde nicht wider, die Boys feierten einen hohen 7:3-Sieg. Doch das Bild, das am meisten in Erinnerung bleibt, hat nichts mit Toren zu tun, sondern mit dem, was nach dem letzten Pfiff des Schiedsrichters geschah. Der Anführer der BBB, Goran Kovač Macko, und der Anführer der Torcida, Davor Perković Bosna, hissten gemeinsam den Schal der Delije aus Belgrad, eine klare und unmissverständliche Botschaft. Man jubelte damals gemeinsam, und der Hauptsieg war der über die Spaltung.
Von der Einheit zur Trennung
Das Spiel diente als historischer Beweis dafür, dass die Fans trotz erbitterter Vereinsrivalität in der heimischen Meisterschaft in entscheidenden Momenten für das Vaterland wie eine Einheit atmeten. Diese Tatsache ruft auch heute noch Trauer und Enttäuschung hervor, wenn man sich an die spätere Gewalt zwischen denselben Gruppen erinnert, umso mehr, als gerade Knin der Ort war, an dem sie bewiesen, dass sie es anders können.
Zum Gedenken an diese Zeit und die Einheit versammeln sich die Fangruppen jedes Jahr am Tag des Sieges und der Heimatdankbarkeit in Knin. Mit einem gemeinsamen Marsch erweisen sie den kroatischen Veteranen ihre Ehre und bewahren die Erinnerung an den Moment, als erbitterte Rivalen zumindest für einen Tag eins waren.