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Kuba versinkt im Dunkeln: Zweiter Tag ohne Strom, 10 Millionen Menschen im Chaos

Der Inselstaat sieht sich mit immer häufigeren Zusammenbrüchen des Stromnetzes konfrontiert, und die Bürger beschreiben unerträgliche Lebensbedingungen ohne Wasser und Strom.

Foto: Wikipedia (Kuba)
Kurz gesagt
  • Kuba erlebte am 3. August 2026 den zweiten Tag in Folge einen vollständigen Stromausfall, den sechsten dieser Art in diesem Jahr.
  • Etwa 10 Millionen Menschen waren ohne Strom, und die Behörden konnten den Strom in 50% von Havanna wiederherstellen, bevor schlechtes Wetter die Wiederherstellung unterbrach.
  • Die Hauptursachen der Krise sind veraltete Wärmekraftwerke und ein schwerwiegender Treibstoffmangel aufgrund verschärfter US-Sanktionen.
  • Die Bürger beschreiben unerträgliche Lebensbedingungen ohne Wasser und Strom, und die wachsende Frustration schlägt in öffentliche Proteste um.

Kuba sah sich auch am Montag, dem 3. August 2026, einem vollständigen Stromausfall gegenüber, einen Tag nachdem das ganze Land im Dunkeln lag. Dies ist bereits der sechste nationale Zusammenbruch des Stromnetzes seit Jahresbeginn, wie The Straits Times berichtet, während die brasilianische G1 mindestens fünf nennt. Die Behörden begannen im Laufe des Tages, die Versorgung schrittweise wiederherzustellen, doch schlechtes Wetter erschwerte die Bemühungen zusätzlich.

Die Krise eskalierte in der Nacht von Sonntag auf Montag, als ein Stromausfall die gesamte Insel traf. Laut G1 blieben etwa 10 Millionen Menschen völlig im Dunkeln. Das staatliche Energieunternehmen teilte über Facebook mit, dass "bei der Wiederherstellung des nationalen Stromsystems bestehende Wetterereignisse Störungen im Netz verursacht haben, die sich direkt auf die Generatoreinheiten auswirken, die am Netz waren", ohne dabei das genaue Ausmaß der Schäden zu nennen.

Schrittweise Wiederherstellung und neue Probleme

Bis zum Mittag des 3. August war laut The Straits Times der Strom in etwa 50% der Hauptstadt Havanna sowie in sieben Provinzen in Zentral- und Westkuba wiederhergestellt. Doch der Optimismus währte nur kurz. Das Staatsunternehmen gab bald bekannt, dass es aufgrund des schlechten Wetters vor Herausforderungen bei der weiteren Wiederherstellung stehe, was zu neuen Störungen führte.

Dies ist die Fortsetzung einer monatelangen Energiekrise, die den Alltag auf der Insel lahmlegt. Die meisten Kubaner haben jetzt nur noch wenige Stunden am Tag Strom, wenn überhaupt. Mayra Rodriguez, eine 43-jährige Buchhalterin, beschrieb gegenüber AFP die dramatische Situation: "Seit Freitag hatte ich nur anderthalb Stunden Strom. Kein Wasser, nichts. Was wir Kubaner durchmachen, ist kein Leben." Wegen der Sommerhitze schlafen sie und ihre zwei kleinen Kinder auf dem Balkon ihrer Wohnung.

Veraltete Infrastruktur und Ölblockade

Die Ursache des Zusammenbruchs ist vielschichtig. Die sieben Wärmekraftwerke, die das Rückgrat des kubanischen Netzes bilden, sind seit mehr als vier Jahrzehnten in Betrieb und fallen häufig aus. Die Situation wird durch den chronischen Treibstoffmangel weiter verschärft, da Öl, Diesel und Erdgas nicht mehr regelmäßig in kubanischen Häfen ankommen. Die Regierung des US-Präsidenten Donald Trump hat die Sanktionen verschärft und Länder gewarnt, dass sie mit Strafen rechnen müssen, wenn sie Öl an Kuba liefern.

Die einzige Ausnahme war ein russischer Tanker, der im März 2026 100.000 Tonnen Rohöl lieferte, doch diese Vorräte sind seitdem aufgebraucht. Havanna macht Washington für den desolaten Zustand des Stromsystems verantwortlich, während die USA behaupten, die Stromausfälle seien eine Folge des schlechten Wirtschaftsmanagements.

Wachsende Unzufriedenheit der Bürger

Carlos Duenas, ein 62-jähriger Mechaniker, drückte gegenüber AFP seine Erschöpfung über die "unhaltbare" Situation aus. "Niemand sagt, wann sich die Lage verbessern könnte. In der Zwischenzeit müssen wir einfach durchhalten", sagte er und fügte hinzu, dass sich nicht jeder Solarmodule als Alternative leisten könne. Die Frustrationen der Bewohner in den am stärksten betroffenen Gebieten gipfelten in brennenden Müllhaufen und lautstarken Protesten mit Topf- und Pfannenschlagen.

Die kubanische Regierung hat eine Reihe von Marktreformen eingeführt, um die Wirtschaft anzukurbeln, doch Gespräche mit Washington scheinen keine nennenswerten Ergebnisse gebracht zu haben. Gleichzeitig hat die USA eine Anklage gegen den ehemaligen Präsidenten Raul Castro, den Bruder des verstorbenen Revolutionsführers Fidel Castro, wegen des Abschusses zweier ziviler Flugzeuge vor drei Jahrzehnten erhoben, was die Beziehungen weiter belastet.

Häufige Fragen
Warum hat Kuba so häufige Stromausfälle? +
Es ist eine Kombination aus veralteter Infrastruktur (Wärmekraftwerke, die über 40 Jahre alt sind), chronischem Treibstoffmangel aufgrund verschärfter US-Sanktionen auf Ölimporte und schlechtem Wirtschaftsmanagement.
Wie viele Menschen sind vom jüngsten Stromausfall betroffen? +
Laut G1 waren während des ersten Zusammenbruchs in der Nacht vom 2. August etwa 10 Millionen Menschen auf der gesamten Insel ohne Strom.
Wie ertragen die kubanischen Bürger die tagelangen Stromausfälle? +
Die Bedingungen sind äußerst schwierig. Die Bürger berichten, dass sie weder Wasser noch Strom haben, und wegen der Sommerhitze schlafen viele auf Balkonen. Die Frustration wächst, und es wurden Proteste wie das Anzünden von Müll und das Schlagen auf Töpfe verzeichnet.
Gab es irgendwelche Ölhilfe für Kuba? +
Ja, die Regierung von Donald Trump genehmigte die Ankunft nur eines russischen Tankers mit 100.000 Tonnen Rohöl im März 2026, aber diese Vorräte sind bereits aufgebraucht.

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