Während viele Landwirte mit der Unrentabilität der Produktion und dem Druck billiger Importe kämpfen, baut der Betrieb Balić aus Ilača seit über einem Jahrzehnt erfolgreich eine Geschichte um heimischen Knoblauch auf. Ihr Produkt ist heute in den Regalen von Handelsketten in ganz Kroatien bekannt, und die Jahresproduktion liegt zwischen 120 und 150 Tonnen auf einer Fläche von 20 bis 25 Hektar.
Der Besitzer des Betriebs, Marijan Balić, verrät, dass alles fast zufällig begann, während einer Reise nach Tschechien. "Ein Herr sagte zu mir: 'Probier es doch mal mit Knoblauch, das gibt es nicht. Du siehst, dass das niemand anbaut.' Ich kam zurück, untersuchte den Markt und sagte, wir probieren es", erinnert sich Balić gegenüber Agro klub. Heute ist es ein Familienbetrieb mit einer Packhalle und einem Lager mit einer Kapazität von 200 Tonnen sowie acht festangestellten und sieben bis acht Saisonarbeitern.
Bekannte Marke und Umsatzsteigerung
Einer der Schlüsselgründe für den Erfolg des Betriebs Balić liegt im Aufbau einer bekannten Marke und in der ständigen Kommunikation mit den Kunden. Balić betont, dass die Menschen begonnen haben, Knoblauch mit ihrem Namen zu verbinden, und sie kontaktieren ihn oft über soziale Medien, suchen Rat und kommentieren das Produkt. "Jemand sieht ihn im Regal und weiß sofort, worum es geht", sagt Balić und fügt hinzu, dass ihnen sogar ein Kunde ein Lied gewidmet hat, das ihrem Knoblauch gewidmet ist.
Zusätzlichen Rückenwind für heimische Produzenten gab die neue Verordnung des Landwirtschaftsministeriums, die Anfang dieses Jahres in Kraft trat. Die Verordnung verlangt, dass neben dem Preis von Obst und Gemüse in loser Form auch das Herkunftsland gleich sichtbar angegeben wird. "Unser Verkauf ist seit der Einführung der neuen Regeln leicht gestiegen, und über unserer Zwiebel steht, dass sie aus Kroatien stammt", bestätigt Balić.
Umgang mit Importen und Klimawandel
Trotz der guten Nachfrage, denn "Kroaten lieben Knoblauch sehr", wie Balić sagt, bleibt der Kampf gegen billigere Importe die größte Herausforderung. "Auf dem Markt gibt es alles Mögliche. Importe üben Druck aus, weil die Ware von außen kommt und oft billiger ist. Wir sind generell extrem wettbewerbsunfähig, und das ist unser größtes Problem", warnt der Betriebsbesitzer.
Neben dem Marktwettbewerb erschweren zunehmend auch Klimaveränderungen die Produktion. Langanhaltende Dürren und hohe Temperaturen haben die Bewässerung notwendig gemacht, daher werden auf dem Betrieb Balić heute etwa 15 Hektar bewässert. "Wenn wir die Möglichkeit hätten, würden wir mehr abdecken", sagt Balić, merkt jedoch an, dass die Erweiterung des Systems aufgrund der Zersplitterung der Flächen schwierig ist. "Wir haben einen Hektar hier, einen halben Hektar dort. Mit solcher Bewässerung und solchen Kulturen ist es schwer, die Flächen zu vergrößern", erklärt er.
Familienbetrieb und moderne Landwirtschaft
Die gesamte Familie ist in das Geschäft eingebunden. Die Ehefrau, die früher im Bankwesen arbeitete, führt heute die Finanzen und die Verwaltung. "Sie führt die Finanzen, die Abrechnungen und die gesamte notwendige Dokumentation", sagt Balić, was ihm ermöglicht, sich mehr auf die Produktion selbst zu konzentrieren.
Neben Knoblauch haben sie in den letzten zwei Jahren auch Schalotten im Angebot, um ihr Sortiment zu erweitern. Balić betont, dass es heutzutage nicht ausreicht, nur qualitativ hochwertige Lebensmittel zu produzieren. "In der modernen Landwirtschaft reicht es nicht mehr, nur zu produzieren. Man muss auch verkaufen, vermarkten und das gesamte System organisieren können", appelliert er.
Ist der Knoblauchanbau rentabel?
Laut offizieller Kalkulation des Beratungsdienstes des Landwirtschaftsministeriums ist der Knoblauchanbau eine der rentabelsten Kulturen in Kroatien. Die gesamten Bruttoeinnahmen pro Hektar betragen 17.500 Euro, bei einem Ertrag von 5.000 Kilogramm pro Hektar. Balić betont, dass es für den Erfolg auch entscheidend ist, dass die Verbraucher die Etiketten lesen und heimische Produkte wählen. "Lesen Sie das Etikett, sehen Sie, woher die Ware kommt. Auf diese Weise helfen Sie unserer Landwirtschaft, bei neuen Arbeitsplätzen und weiteren Investitionen", schließt er.