Filip Hrgović, geboren am 4. Juni 1992 in Zagreb, ist seit Jahrzehnten der hellste Stern des kroatischen Boxsports. Sein Weg vom Amateur-Champion zum professionellen Anwärter auf den Weltmeistertitel war geprägt von spektakulären Knockouts, aber auch von politischen Spielchen, die ihn den Angriff auf den Gürtel kosteten. Nach der ersten Profi-Niederlage seiner Karriere ist die Schlüsselfrage, ob sich der 32-jährige Boxer wieder an die absolute Spitze des Schwergewichts zurückkämpfen kann.
Glanzvolle Amateurerfolge
Hrgović bestätigte sein Talent bereits im Amateurring. 2015 gewann er die Goldmedaille bei den Europaspielen und Bronze bei der Weltmeisterschaft, was Großes ankündigte. Der Höhepunkt seiner Amateurkarriere ereignete sich bei den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro, wo er die Silbermedaille gewann, der größte Erfolg des kroatischen Boxens in der jüngeren Geschichte. In diesem Jahr wurde er auch Profi und unterschrieb beim mächtigen Promoter Matchroom Boxing von Eddie Hearn.
Professioneller Aufstieg und Kontroversen
Im Profiring baute Hrgović schnell den Ruf eines furchterregenden Schlagers auf. Von 18 Profikämpfen beendete er 14 durch Knockout und demonstrierte dabei eine Kraft und Aggressivität, die viele zu Vergleichen mit Mike Tyson veranlasste. Beim Training im Zagreber Club "Lavovics" unter den wachsamen Augen von Trainer Leonardo Petrović etablierte er sich als Pflichtherausforderer der IBF für den Weltmeistertitel. Doch die Chance auf den Titelangriff blieb ihm lange verwehrt, was auf die Politik innerhalb der Boxorganisationen zurückzuführen war und Frustration sowie Kritik an der Gegnerauswahl in seiner Karriere auslöste.
Schockierende Niederlage und der Weg zurück
Die Serie von 17 Siegen wurde im August 2024 gestoppt, als er in Saudi-Arabien seine erste Profiniederlage gegen den Chinesen Zhilei Zhang erlitt. Dieser Schlag unterbrach seinen Angriff auf die Spitze und leitete eine Phase der Ungewissheit ein. Hrgović kündigte jedoch schnell seine Rückkehr in den Ring mit einem klaren Ziel an, sich erneut den Status des IBF-Pflichtherausforderers zu erkämpfen und endlich den Weltmeistertitel zu gewinnen. Seine Popularität in Kroatien bleibt unbestritten, und die Frage ist nur, ob er nach diesem Rückschlag stärker und erfahrener auf dem Weg zur Weltspitze zurückkehren kann.