Ölteppich vor Oman auf 150 km² explodiert
Die Verschmutzung durch den gestrandeten russischen Tanker hat sich innerhalb einer Woche dramatisch ausgeweitet und bedroht ein geschütztes Meeresgebiet und seltene Arten im Arabischen Meer.
Die Verschmutzung durch den gestrandeten russischen Tanker hat sich innerhalb einer Woche dramatisch ausgeweitet und bedroht ein geschütztes Meeresgebiet und seltene Arten im Arabischen Meer.
Der Ölteppich, der aus einem vor der Küste Omans gestrandeten Tanker austritt, hat sich dramatisch ausgeweitet, wie neueste Satellitenbilder zeigen. Die Fläche der Verschmutzung wird nun auf etwa 150 Quadratkilometer geschätzt, was einer vielfachen Zunahme gegenüber den 20 Quadratkilometern entspricht, die der Teppich noch vor einer Woche bedeckte.
Es handelt sich um den Tanker, der in Quellen unter den Namen Karolin Bezengi und Caroline Bezengi geführt wird und der seit Wochen vor der Insel Kiblija beziehungsweise Qibliyah in der omanischen Provinz Dhofar gestrandet ist. Das 274 Meter lange Schiff transportierte mehr als 800.000 Barrel Rohöl und steht unter Sanktionen des Vereinigten Königreichs, der Europäischen Union, Kanadas und der Schweiz wegen seiner Verbindung zum Transport russischer Energieträger.
"Es handelt sich um eine dramatische Zunahme", erklärte Nina Noelle von Greenpeace Deutschland und fügte hinzu, dass offensichtlich eine große Menge Rohöl aus dem Schiff austritt. Nach Schätzung des Umweltexperten Wim Zwijnenburg ist der Ölteppich nun etwa 90 Kilometer lang, fast doppelt so viel wie vor einer Woche.
"Diese dramatische Ausweitung zeigt die ernste und anhaltende Bedrohung für die Umwelt, die von dem gestrandeten Tanker ausgeht, sowie die Gefahren, die mit den Praktiken der russischen Schattenflotte verbunden sind", teilte Greenpeace Deutschland mit. Dichte schwarze Ölansammlungen haben bereits die Küsten der Insel Kiblija erreicht, während sich eine dünnere Schicht nordöstlich des Schiffes in Richtung Arabisches Meer ausbreitet.
Das betroffene Gebiet ist Teil eines geschützten Meeresreservats im Arabischen Meer, einem wichtigen Lebensraum für gefährdete Arten wie den Arabischen Buckelwal und seltene Meeresvögel. Experten warnen, dass die dünne Ölschicht teilweise verdunsten kann, abhängig von der Art des Rohöls und den Wetterbedingungen, aber die dichten Ansammlungen haben bereits Teile der Küste verschmutzt.
Eine zusätzliche Gefahr stellen Monsunwinde und Wellen dar, die die Sanierung erschweren und die Ausbreitung der Verschmutzung beschleunigen könnten, so Experten.
Der Tanker strandete bereits im Juni 2026, nachdem die Besatzung angeblich eine Explosion gemeldet hatte. Diese Angaben konnte die Nachrichtenagentur Associated Press nicht unabhängig bestätigen. Das Schiff wurde vor seiner letzten Fahrt im russischen Schwarzmeerhafen Noworossijsk registriert und stellte Anfang Juni die Aussendung seines Ortungssignals ein, während es in der Nähe des Jemen fuhr.
Das omanische Verkehrsministerium hat die Eigentümer angewiesen, den Tanker und seine Ladung bis zum 23. Juli 2026 zu entfernen. Es ist jedoch nicht bekannt, ob die Eigentümer auf die Aufforderung reagiert haben oder ob Schritte zur Bergung des Schiffes unternommen wurden. Die Behörden Omans und das Unternehmen, das den Tanker betreibt, haben die Situation nicht ausführlich kommentiert.