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Anklage wegen 107 getöteter Zivilisten in Đakovica: Unter den 20 Verdächtigen auch Milan Radoičić

Die Sonderstaatsanwaltschaft des Kosovo hat Anklage wegen Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung erhoben, die 1998 und 1999 begangen wurden, und fordert ein Verfahren in Abwesenheit.

Foto: Wikipedia (Đakovica)
Kurz gesagt
  • Die Sonderstaatsanwaltschaft des Kosovo hat 20 Personen wegen Kriegsverbrechen in Đakovica angeklagt, darunter den ehemaligen Vizepräsidenten der Serbischen Liste, Milan Radoičić.
  • Die Angeklagten waren an der Tötung von 107 Zivilisten, Plünderungen und der Brandstiftung von Häusern in den Jahren 1998 und 1999 beteiligt.
  • Die Staatsanwaltschaft hat ein Verfahren in Abwesenheit beantragt.
  • Unter den Verdächtigen befinden sich auch damalige hohe Polizei- und Militärbeamte aus Đakovica.

Die Sonderstaatsanwaltschaft des Kosovo hat Anklage gegen 20 Personen wegen Kriegsverbrechen in Đakovica erhoben, darunter auch der ehemalige Vizepräsident der Serbischen Liste, Milan Radoičić, berichtete Radio Freies Europa (RFE) am Donnerstag, den 6. August 2026.

Den Angeklagten wird vorgeworfen, an der Tötung von 107 Zivilisten während einer groß angelegten Militär- und Polizeioperation in den Jahren 1998 und 1999 beteiligt gewesen zu sein. Aufgrund der Art des Falles hat die Staatsanwaltschaft beantragt, das Verfahren in Abwesenheit durchzuführen.

Kommandanten und Einheitenmitglieder auf der Anklagebank

In der Erklärung der Staatsanwaltschaft wurden die Angeklagten nur mit Initialen identifiziert. Unter ihnen stechen M.K., damals Leiter des Sekretariats für innere Angelegenheiten in Đakovica, R.Č., Kommandant der Spezialpolizeieinheiten, und M.D., Kommandant der 52. Raketenartilleriebrigade, hervor. Neben ihnen und Milan Radoičić stehen auf der Liste auch P.R., S.K., L.O., Ž.S., S.S., L.D., Z.R., D.G., Č.B., V.B., R.B., R.R., L.R., M.Š., M.R., S.G. und T.A.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, "als Angehörige der genannten Einheiten an der Tötung von 107 Zivilisten während einer groß angelegten Militär- und Polizeioperation beteiligt gewesen zu sein", so RFE.

Trennung von Familien, Plünderungen und Erschießungen an der "Talić-Brücke"

Neben den nüchternen Fakten schilderte die Staatsanwaltschaft auch eine erschütternde Beschreibung der Ereignisse. "Während dieser Operation trennten die Angeklagten zunächst Frauen und Kinder von den Männern. Die Frauen wurden ausgeraubt, ihnen wurden Goldschmuck, Geld und andere Wertsachen abgenommen, während die Männer hingerichtet wurden, einige in ihren Häusern und Höfen, andere an einem Ort, der als ‚Talić-Brücke' bekannt ist. Auch die Häuser wurden niedergebrannt", heißt es in der Erklärung der Sonderstaatsanwaltschaft.

Die Erhebung dieser Anklage stellt einen bedeutenden rechtlichen Schritt bei der Verfolgung von Kriegsverbrechen im Kosovo dar und könnte starke politische Auswirkungen auf die bereits angespannten Beziehungen in der Region haben. Obwohl es keine direkte Verbindung zu Kroatien gibt, beeinflusst das Ereignis die gesamte Sicherheits- und Politdynamik auf dem westlichen Balkan.

Häufige Fragen
Gegen wen wurde Anklage wegen Kriegsverbrechen in Đakovica erhoben? +
Die Anklage wurde von der Sonderstaatsanwaltschaft des Kosovo gegen 20 Personen erhoben, darunter auch der ehemalige Vizepräsident der Serbischen Liste, Milan Radoičić.
Was genau wird den Verdächtigen vorgeworfen? +
Ihnen werden Kriegsverbrechen gegen die Zivilbevölkerung vorgeworfen, einschließlich der Beteiligung an der Tötung von 107 Zivilisten, Plünderungen und der Brandstiftung von Häusern in Đakovica in den Jahren 1998 und 1999.
Wird das Verfahren in Anwesenheit der Angeklagten stattfinden? +
Die Sonderstaatsanwaltschaft des Kosovo hat beantragt, das Verfahren in Abwesenheit durchzuführen.
Wer sind neben Milan Radoičić weitere wichtige Verdächtige? +
Unter den Angeklagten sind auch M.K., damaliger Polizeichef in Đakovica, R.Č., Kommandant der Spezialpolizei, sowie M.D., Kommandant der 52. Raketenartilleriebrigade.

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