Mehr als 120 Touristen, etwa fünfzig Familien, kamen mitten in der Hochsaison in das italienische Cesenatico an der Romagna-Küste und fanden an der Adresse der über Online-Plattformen bezahlten Apartments den Sitz einer Versicherungsagentur. Die Apartments, die sie gebucht und bezahlt hatten, existieren nämlich überhaupt nicht.
Die Betrüger statteten die Anzeigen mit Fotos echter Immobilien und sogar mit authentischen nationalen Identifikationscodes legaler Unterkünfte aus. Eine Woche Aufenthalt in der Hochsaison boten sie für weniger als 800 Euro an, 50 bis 60 Prozent unter dem üblichen Preis, und das ohne eine einzige Bewertung, was, wie der Bürgermeister von Cesenatico, Matteo Gozzoli, warnt, ein klares Warnsignal hätte sein müssen.
Zynische Botschaft an die Opfer: 'Zeigt uns an, das Geld ist in Litauen'
Viele zahlten im Voraus eine Anzahlung oder den gesamten Betrag, und als sie merkten, dass sie betrogen worden waren, und versuchten, die falschen Eigentümer zu kontaktieren, blaffte einer der Betrüger sie am Telefon zynisch an:
"Sie sind der zwanzigste, den wir in diesen Wochen betrogen haben. Zeigen Sie uns an, Ihr Geld ist bereits in Litauen."
Es handelt sich um den größten Betrug dieser Art, den Cesenatico je erlebt hat, erklärte Bürgermeister Gozzoli. Die lokalen Behörden und Unternehmer reagierten sofort, einige Hotels und Campingplätze boten kostenlose oder reduzierte Unterkünfte an, und am Sonntag wurde das Gebäude des Tourismuspalastes mit der Unterbringung größerer Familien geöffnet. Es wurde ein Raum mit Klimaanlage, Wasser und grundlegenden Dienstleistungen bereitgestellt.
Ähnliche Betrügereien auch in Milano Marittima
Ähnliche Fälle wurden auch im nahe gelegenen Milano Marittima registriert. Die Ermittlungen deuten auf eine gut organisierte Gruppe hin, die mit Prepaid-Karten und fiktiven Namen operierte. Da Ferragosto, der italienische Nationalfeiertag am 15. August, näher rückt, nimmt die Verfügbarkeit von Unterkünften weiter ab, sodass die eventuelle Unterbringung neuer Opfer immer schwieriger wird.
Obwohl es in diesem Fall keine direkte Verbindung zu Kroatien gibt, ist er eine deutliche Warnung für alle Touristen, die ihren Urlaub online buchen, einschließlich der zahlreichen kroatischen Bürger, die an die Adria reisen. Die Behörden appellieren zur Vorsicht bei Online-Buchungen, insbesondere wenn die Preise ungewöhnlich niedrig sind und die Objekte keine Bewertungen haben.