Die Acht-Gläser-Wasser-Regel ist ein Mythos: So viel Flüssigkeit brauchen Sie wirklich
Die universelle Formel gilt bei hohen Temperaturen nicht. Experten empfehlen eine individuelle Hydratation basierend auf Körpergewicht und Aktivitätsniveau.
Die universelle Formel gilt bei hohen Temperaturen nicht. Experten empfehlen eine individuelle Hydratation basierend auf Körpergewicht und Aktivitätsniveau.
Die jahrzehntelang verbreitete Regel von acht Gläsern Wasser pro Tag ist, so einfach sie auch klingen mag, kein universelles Rezept für Gesundheit, insbesondere nicht während der Sommerhitze. Wenn die Temperaturen steigen, verändert sich der Flüssigkeitsbedarf des Körpers dramatisch und hängt von einer Reihe individueller Faktoren ab, nicht von einer festen Zahl.
Körpergewicht, körperliche Aktivität, Schwitzen, Alter und sogar die tägliche Ernährung bestimmen den tatsächlichen Hydratationsbedarf. Anstatt sich auf die allgemeine Regel zu verlassen, lautet die präzisere Richtlinie: 30 bis 35 Milliliter Flüssigkeit pro Kilogramm Körpergewicht. Für eine Person mit 70 Kilogramm bedeutet das unter normalen Bedingungen eine tägliche Aufnahme von 2,1 bis 2,4 Litern.
Sommerhitze ändert die Spielregeln. Aufenthalt in der Sonne, vermehrtes Schwitzen und körperliche Anstrengung erfordern eine deutliche Erhöhung der Grunddosis. Laut Informationen des Portals 023.hr sollte man einen vollen Liter Flüssigkeit zur üblichen Tagesmenge hinzufügen. Entscheidend ist dabei, wie die Flüssigkeit aufgenommen wird. Wenn man auf einmal einen halben Liter Wasser trinkt, sobald der Durst unerträglich wird, schadet das dem Körper mehr, als es hilft, da es einen Schock auslöst. Wasser sollte in kleinen, gleichmäßigen Schlucken über den Tag verteilt getrunken werden.
Das Durstgefühl ist nicht das erste, sondern ein verspätetes Zeichen dafür, dass dem Körper Flüssigkeit fehlt. Wenn Sie es spüren, befindet sich der Körper bereits in einem leichten Stadium der Dehydrierung. Frühe Symptome bleiben oft unbemerkt und umfassen dumpfe Kopfschmerzen, unerwartete Gereiztheit, Konzentrationsabfall und plötzliche Müdigkeit. Der zuverlässigste Indikator für den Hydratationsstatus ist die Urinfarbe. Ein heller, fast transparenter Farbton signalisiert Gleichgewicht, während dunklere Töne auf die Notwendigkeit einer sofortigen Flüssigkeitsaufnahme hinweisen.
Ein Teil des täglichen Flüssigkeitsbedarfs wird auch über die Nahrung aufgenommen. Der Körper bezieht daraus etwa 20 Prozent der benötigten Gesamtmenge. Der Sommer bietet eine ideale Auswahl an wasserreichen Lebensmitteln mit natürlichen Elektrolyten, wie Wassermelonen, Melonen, Gurken, Tomaten und Pfirsichen, die hervorragende Verbündete im Kampf gegen die Hitze sind.
Beim Wunsch nach Abkühlung sollte man auch das andere Extrem beachten. Übermäßige Wasseraufnahme in kurzer Zeit kann zu Hyponatriämie führen, einem gefährlichen Zustand, bei dem der Natriumspiegel im Blut drastisch sinkt. Vernunft, auf den eigenen Körper hören und eine stets verfügbare Wasserflasche sind der beste Schutz während Hitzewellen.