Project Helix bringt die größte Xbox-Bibliothek
Inoffizielle Dokumente enthüllen Microsofts ehrgeizigen Plan für vollständige Abwärtskompatibilität, während Doom ein neues Zuhause in MS Paint findet.
Inoffizielle Dokumente enthüllen Microsofts ehrgeizigen Plan für vollständige Abwärtskompatibilität, während Doom ein neues Zuhause in MS Paint findet.
Die neue Generation der Xbox-Konsole, bekannt unter dem Codenamen Project Helix, könnte das erste Gerät werden, das Spiele aus allen bisherigen Generationen dieser Marke an einem Ort vereint. Laut The Verge, das sich auf ein internes Microsoft-Dokument beruft, soll die Konsole Titel vom ursprünglichen Xbox aus 2001, Xbox 360, Xbox One, den aktuellen Series X/S-Modellen sowie neue Spiele, die speziell für Helix entwickelt wurden, ausführen können. Zudem werden auch PC-Spiele unterstützt.
Die Informationen aus dem durchgesickerten Dokument werfen ein neues Licht auf Microsofts langfristige Strategie. Bereits bekannt war, dass das Unternehmen daran arbeitet, einen Teil der Bibliothek des ursprünglichen Xbox auf die PC-Plattform zu bringen und ein System zur Digitalisierung physischer Discs von Xbox One und Series zu entwickeln. Nun wurde bestätigt, dass sich dieses Programm auch auf Xbox 360 erweitert, und in dem Schreiben wird ausdrücklich erwähnt, dass diese Titel auch auf Helix spielbar sein werden.
Das Dokument stellt außerdem klar, dass digitalisierte Versionen von Spielen von Xbox One- und Xbox Series-Discs dauerhaft an das Benutzerkonto gebunden sein werden. Das bedeutet, dass sie auf "jedem Xbox-Gerät" verfügbar sein werden, einschließlich der zukünftigen Helix-Konsole, was die Möglichkeit eröffnet, Titel aus bis zu fünf Generationen an einem Ort zu spielen.
Trotz der technischen Möglichkeiten ist die vollständige Abwärtskompatibilität noch nicht in trockenen Tüchern. Erstens ist noch nicht bestätigt, ob Helix überhaupt ein physisches Disc-Laufwerk haben wird. Laut verfügbaren Informationen wägt Microsoft diese Entscheidung noch ab. Zweitens, und das ist entscheidend, hängt das gesamte System von der Zustimmung der Spielepublisher ab.
Das durchgesickerte Dokument ist eigentlich eine Microsoft-Präsentation, die genau an sie gerichtet ist. Das Ziel ist, sie davon zu überzeugen, sich dem Programm anzuschließen, und das Hauptargument ist der finanzielle Nutzen. "Sie behalten die Rechte, die Kontrolle über Preise und Marke", teilt Microsoft in dem Dokument mit. Das deutet darauf hin, dass der Plan für vollständige Kompatibilität in erster Linie ein Geschäftsvorschlag ist, nicht nur ein technisches Feature.
In der Zwischenzeit hat der Kult-Shooter Doom aus dem Jahr 1993 eine weitere ungewöhnliche Zuflucht gefunden. Das Projekt namens DoomPaint, entwickelt von Mark Russinovich, Chief Technology Officer von Microsoft Azure, führt die ursprüngliche Shareware-Version des Spiels aus, wobei MS Paint als Anzeigefläche für die Action dient. Laut Tom's Hardware erreicht das Spiel bis zu 35 Bilder pro Sekunde.
"Jeder Frame wird in die Windows-Zwischenablage gelegt und als echte Dokumentänderung auf Paint's Leinwand eingefügt", schrieb Russinovich auf der GitHub-Seite des Projekts. Das Repository enthält auch Anweisungen zum Ausführen des Spiels in Ihrer eigenen Version von MS Paint, und diese Implementierung umfasst sogar Sound und Musik.
Doom ist bekannt für seine äußerst effiziente Programmierung, weshalb Enthusiasten es seit Jahren auf den ungewöhnlichsten Plattformen ausführen, von Rasenmähern und Druckern bis hin zu Chatbots und Darmbakterien. Die letzte Leistung war besonders beeindruckend, obwohl es bei der erreichten Bildrate etwa 600 Jahre dauern würde, das Spiel von Anfang bis Ende abzuschließen.