Ein Raketenangriff auf ein Frachtschiff in der Bab-el-Mandeb-Straße, der sich in der Nacht vor dem 19. August 2026 ereignete, wirkte sich sofort auf den Weltölmarkt aus. Der Preis für Brent-Öl an der Londoner Börse stieg auf 91,63 Dollar pro Barrel, während das amerikanische WTI-Öl 85,28 Dollar erreichte. Russisches Ural-Öl wurde bei 84,60 Dollar gehandelt, berichtet Azernews.
Aserbaidschanisches Öl Azeri Light, bekannt für seinen niedrigen Schwefelgehalt und seine hohe Qualität, erzielte mit 94,58 Dollar pro Barrel einen noch höheren Preis. Der Preisanstieg erfolgt trotz beschwichtigender Äußerungen amerikanischer und iranischer Beamter, da die Bab-el-Mandeb-Straße zunehmend gefährlicher wird, zusätzlich zu der bereits bestehenden Spannung in der Straße von Hormus.
Huthi-Milizen erweitern Bedrohungszone
Die Tatsache, dass das Angriffsziel ein Containerschiff und kein Öltanker war, ändert an der Situation grundlegend nichts. Wenn die Huthi-Milizen einen Tanker entdecken, könnten sie auch auf diesen Raketen abfeuern, was die Sicherheit der wichtigen Seeroute weiter gefährdet. Nach Einschätzung der Nachrichtenagentur Reuters könnten die globalen Ölpreise im Falle einer ernsthaften Blockade auf 115 bis 120 Dollar pro Barrel steigen.
Die Situation ist besonders bedeutsam, da die Wintersaison näher rückt, die die Nachfrage nach Energieträgern erhöhen und die Preise zusätzlich unter Druck setzen dürfte. Da die Straße von Hormus zunehmend gefährlicher wurde, haben sich einige Nahost-Länder stärker auf die Route durch Bab el-Mandeb verlassen. Die Huthi, die versuchen, Druck auf die Vereinigten Staaten auszuüben, um militärische Operationen in der Region zu stoppen, haben nun auch auf dieser Route ein zusätzliches Sicherheitsrisiko geschaffen.
Verhandlungen zwischen Washington und Teheran stocken
Die US-Energieinformationsbehörde (US Energy Information Administration) berichtete, dass eine Stabilisierung der Lage in der Straße von Hormus in naher Zukunft nicht zu erwarten sei. Einer der Hauptgründe ist der fehlende Fortschritt in den Verhandlungen zwischen dem Iran und den Vereinigten Staaten. Beide Seiten beschuldigen sich weiterhin gegenseitig, während keine konkreten Schritte zur Wiedereröffnung der Straße unternommen wurden. Gleichzeitig wurden aktive militärische Operationen nicht fortgesetzt.
Washington und Teheran, die über Katar und Pakistan indirekt kommunizieren, spüren beide die Folgen der anhaltenden Störung der Schifffahrtswege und des daraus resultierenden Rückgangs des globalen Ölangebots. Der Iran kämpft mit dem Export seines eigenen Öls, während die Vereinigten Staaten zunehmend besorgt über steigende Kraftstoffpreise auf dem heimischen Markt sind.