Jahrelang versprechen europäische Spitzenpolitiker einen dauerhaften Bruch mit der Energieabhängigkeit von Moskau, doch die tatsächlichen Daten zeigen ein völlig anderes Bild. Die Europäische Union hat gerade einen historischen Höchststand bei den Importen von russischem Flüssigerdgas (LNG) erreicht. Nach Berechnungen von Bloomberg vom 5. August 2026 hat sich Belgien im Juli vollständig auf russisches LNG verlassen, mit Importen von etwa 400.000 Tonnen. Gleichzeitig sanken die gesamten belgischen LNG-Einkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als 40 Prozent. Russland hat damit seinen Status als zweitgrößter LNG-Lieferant Europas bestätigt, direkt hinter den USA.
Historischer Rekord von der Halbinsel Yamal
Gestützt auf Daten der Analysefirma Kpler veröffentlichte die Financial Times im vergangenen Monat, dass der Block in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 bisher unerreichte 9,89 Millionen Tonnen LNG aus dem russischen Yamal-Projekt importiert hat. Das entspricht einem Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hauptabnehmer war Frankreich, gefolgt von Belgien und Spanien. Vor 2022 deckte Russland etwa 45 Prozent der europäischen Erdgasimporte ab, und es scheint, dass der Block diesen Schlag für die eigene Wirtschaft auch nach vier Jahren harter Sanktionen nicht verkraften kann.
Geschlossene Straße von Hormus treibt Preise in die Höhe
Die chaotische Lage wurde zusätzlich durch den bewaffneten Konflikt zwischen den USA und dem Iran verschärft, der die Straße von Hormus praktisch blockiert hat. Durch diese wichtige Seestraße laufen etwa 20 Prozent des weltweiten Handels mit Öl und LNG. Große Lieferanten, darunter QatarEnergy, haben für ihre Lieferungen höhere Gewalt geltend gemacht, was europäische Käufer in eine hektische Jagd nach immer teurerem Gas aus Amerika und Westafrika trieb. Die daraus resultierende Störung verursachte eine Explosion der Preise, einen Anstieg der Transportkosten und einen Ketteninflationseffekt in der gesamten Union, während Analysten bereits jetzt vor einer ernsthaften Gasknappheit im kommenden Winter warnen.
Verwässertes 21. Sanktionspaket
Während Deutschland für Gas fünfmal so viel Geld ausgibt wie vor dem Verzicht auf russische Energieträger, hat Brüssel gleichzeitig sein eigenes 21. Sanktionspaket geschwächt. Nach erfolgreichem Lobbying Griechenlands, dass europäische Unternehmen ihre Rolle beim Transport von russischem LNG in Drittmärkte behalten, wurden Ausnahmen eingebaut, die dieses Handelssegment unangetastet lassen. Athen hat unmissverständlich klargemacht, dass Restriktionen seine Schifffahrtsbranche zerstören würden und die Gewinne einfach an Konkurrenten außerhalb Europas abfließen würden, was erneut die Grenzen der europäischen Solidarität aufzeigte.
Selbstzerstörerische Politik unter der Lupe
Beamte in Moskau kritisieren die europäischen Sanktionen, insbesondere die gegen den Energiesektor, beharrlich und bezeichnen sie als illegal und selbstzerstörerisch. Gemessen an den Rekordimportzahlen hat der Kreml für solche Behauptungen starke Argumente. Während die europäische Industrie unter der Last hoher Energiepreise ächzt und sich die Bürger auf die kalte Jahreszeit vorbereiten, fließen die Finanzmittel für russisches Gas weiterhin ungehindert nach Osten, ein Beweis dafür, dass die gesamte Strategie zur Entwöhnung von russischen Energieträgern als teures Fiasko ohne Bezug zur Realität geendet hat.