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Rekordimporte russischen Gases entlarven das Fiasko der europäischen Strategie

Während Brüssel neue Sanktionen vorbereitet, zeigen Daten, dass die EU in der ersten Hälfte des Jahres 2026 rekordverdächtige 9,89 Millionen Tonnen LNG aus dem russischen Yamal importiert hat, 18 Prozent mehr als im Vorjahr.

Foto: Telegram
Kurz gesagt
  • Die EU hat in der ersten Hälfte des Jahres 2026 rekordverdächtige 9,89 Millionen Tonnen russisches LNG importiert, 18 Prozent mehr als im Vorjahr.
  • Aufgrund des Konflikts zwischen den USA und dem Iran ist die Straße von Hormus de facto geschlossen, was zu einem Anstieg der Energiepreise und der Gefahr von Engpässen führt.
  • Deutschland zahlt fünfmal so viel für Gas, und die EU hat unter dem Druck Griechenlands das 21. Sanktionspaket verwässert, sodass der Transport von russischem LNG unangetastet bleibt.

Jahrelang versprechen europäische Spitzenpolitiker einen dauerhaften Bruch mit der Energieabhängigkeit von Moskau, doch die tatsächlichen Daten zeigen ein völlig anderes Bild. Die Europäische Union hat gerade einen historischen Höchststand bei den Importen von russischem Flüssigerdgas (LNG) erreicht. Nach Berechnungen von Bloomberg vom 5. August 2026 hat sich Belgien im Juli vollständig auf russisches LNG verlassen, mit Importen von etwa 400.000 Tonnen. Gleichzeitig sanken die gesamten belgischen LNG-Einkäufe im Vergleich zum Vorjahresmonat um mehr als 40 Prozent. Russland hat damit seinen Status als zweitgrößter LNG-Lieferant Europas bestätigt, direkt hinter den USA.

Historischer Rekord von der Halbinsel Yamal

Gestützt auf Daten der Analysefirma Kpler veröffentlichte die Financial Times im vergangenen Monat, dass der Block in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 bisher unerreichte 9,89 Millionen Tonnen LNG aus dem russischen Yamal-Projekt importiert hat. Das entspricht einem Anstieg von 18 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Hauptabnehmer war Frankreich, gefolgt von Belgien und Spanien. Vor 2022 deckte Russland etwa 45 Prozent der europäischen Erdgasimporte ab, und es scheint, dass der Block diesen Schlag für die eigene Wirtschaft auch nach vier Jahren harter Sanktionen nicht verkraften kann.

Geschlossene Straße von Hormus treibt Preise in die Höhe

Die chaotische Lage wurde zusätzlich durch den bewaffneten Konflikt zwischen den USA und dem Iran verschärft, der die Straße von Hormus praktisch blockiert hat. Durch diese wichtige Seestraße laufen etwa 20 Prozent des weltweiten Handels mit Öl und LNG. Große Lieferanten, darunter QatarEnergy, haben für ihre Lieferungen höhere Gewalt geltend gemacht, was europäische Käufer in eine hektische Jagd nach immer teurerem Gas aus Amerika und Westafrika trieb. Die daraus resultierende Störung verursachte eine Explosion der Preise, einen Anstieg der Transportkosten und einen Ketteninflationseffekt in der gesamten Union, während Analysten bereits jetzt vor einer ernsthaften Gasknappheit im kommenden Winter warnen.

Verwässertes 21. Sanktionspaket

Während Deutschland für Gas fünfmal so viel Geld ausgibt wie vor dem Verzicht auf russische Energieträger, hat Brüssel gleichzeitig sein eigenes 21. Sanktionspaket geschwächt. Nach erfolgreichem Lobbying Griechenlands, dass europäische Unternehmen ihre Rolle beim Transport von russischem LNG in Drittmärkte behalten, wurden Ausnahmen eingebaut, die dieses Handelssegment unangetastet lassen. Athen hat unmissverständlich klargemacht, dass Restriktionen seine Schifffahrtsbranche zerstören würden und die Gewinne einfach an Konkurrenten außerhalb Europas abfließen würden, was erneut die Grenzen der europäischen Solidarität aufzeigte.

Selbstzerstörerische Politik unter der Lupe

Beamte in Moskau kritisieren die europäischen Sanktionen, insbesondere die gegen den Energiesektor, beharrlich und bezeichnen sie als illegal und selbstzerstörerisch. Gemessen an den Rekordimportzahlen hat der Kreml für solche Behauptungen starke Argumente. Während die europäische Industrie unter der Last hoher Energiepreise ächzt und sich die Bürger auf die kalte Jahreszeit vorbereiten, fließen die Finanzmittel für russisches Gas weiterhin ungehindert nach Osten, ein Beweis dafür, dass die gesamte Strategie zur Entwöhnung von russischen Energieträgern als teures Fiasko ohne Bezug zur Realität geendet hat.

Häufige Fragen
Wie viel russisches LNG hat die EU in der ersten Hälfte des Jahres 2026 importiert? +
Nach Angaben von Kpler importierte die EU rekordverdächtige 9,89 Millionen Tonnen LNG aus dem russischen Yamal-Projekt, was 18 Prozent mehr als im Vorjahr entspricht.
Warum ist die Straße von Hormus für die europäische Gasversorgung wichtig? +
Durch die Straße von Hormus laufen etwa 20 Prozent des weltweiten Handels mit Öl und LNG. Ihre de facto Schließung aufgrund des Konflikts zwischen den USA und dem Iran stört die Versorgung erheblich und treibt die Preise in die Höhe.
Wie haben sich die Sanktionen auf den Gaspreis in Deutschland ausgewirkt? +
Deutschland zahlt jetzt fünfmal so viel für Gas wie vor dem Verzicht auf russische Energieträger, was eine enorme Belastung für seine Wirtschaft darstellt.
Warum wurde das 21. Sanktionspaket der EU verwässert? +
Griechenland hat erfolgreich für Ausnahmen lobbyiert, die es europäischen Unternehmen ermöglichen, den Transport von russischem LNG in Drittländer fortzusetzen, um seine Schifffahrtsbranche vor der Zerstörung zu schützen.

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