Die Fußballwelt trauert um Franco Baresi, den legendären Kapitän des AC Mailand und der italienischen Nationalmannschaft, der am 31. Juli 2026 im Alter von 66 Jahren nach monatelanger Krankheit verstorben ist. Die Nachricht von seinem Tod wurde vom AC Mailand am frühen Morgen auf der Social-Media-Plattform X veröffentlicht, und seitdem reihen sich die Reaktionen zahlreicher Fußballgrößen, Institutionen und Medien aneinander. Besonders hervorgetan hat sich Gianni Rivera, eine weitere Legende des Klubs vom San Siro, der Baresi als den größten Verteidiger in der italienischen Geschichte bezeichnete.
Rivera: 'Ich kenne die Kriterien nicht, aber er war der Größte'
Laut Goal.com ging Rivera in seiner Erinnerung an den verstorbenen Kapitän auch auf die ewige Frage nach dem Ballon d'Or ein. "Baresi debütierte sehr jung, wie ich auch, allerdings in einer anderen Rolle. Franco hat sich außergewöhnlich als Spieler höchsten Niveaus auf seiner Position durchgesetzt. Hat er den Ballon d'Or verdient? Ich kenne die Kriterien aus jenen Jahren nicht, aber er war der größte Verteidiger, den Italien je hatte", sagte Rivera gegenüber Goal.com.
Diese Aussage einer der größten Ikonen des Klubs bestätigt zusätzlich Baresis Status, der mit seinen Leistungen eine Ära des italienischen Fußballs prägte und die Kunst der Verteidigung definierte. Sein Spielstil, obwohl physisch nicht imposant mit einer Größe von 1,75 Metern, basierte auf einem makellosen Spielverständnis und einer Zonenverteidigung, die er unter Trainer Nils Liedholm perfektionierte. Wie der Guardian Sport schreibt, gewann Baresi mit nur 19 Jahren, im Jahr 1979, seinen ersten Scudetto mit Mailand und wurde zum Maßstab für zukünftige Generationen von Verteidigern.
Maldini: 'Wie werden wir ohne unseren Kapitän auskommen?'
Besonders emotional zeigte sich sein langjähriger Teamkollege Paolo Maldini. "Ciao Franco, heute spüre ich dasselbe Gefühl wie damals, wenn du aus irgendeinem Grund nicht mit uns auf den Platz konntest: Wie werden wir ohne unseren Kapitän auskommen?", so Maldini, zitiert von ANSA. "Du hast mich gelehrt, bis zum letzten Atemzug zu kämpfen, was Hingabe zum Trikot und den Wert einer wahren Führungspersönlichkeit bedeutet. Du hast es mit gutem Beispiel vorgelebt, jeden Tag: wenige Worte, aber viele Taten. Du hast mich beschützt, als ich ein Kind war, mich als jungen Mann geführt und als Menschen inspiriert. Du warst der stärkste Spieler, mit dem ich je die Ehre hatte zu spielen. Du wirst uns fehlen, Kapitän. Aber das Licht deines Sterns wird uns für immer begleiten."
Teamkollegen und Legenden zollen Tribut
Es reihten sich auch Aussagen anderer ehemaliger Milan-Spieler aneinander. Pietropaolo Virdis sagte gegenüber ANSA, dass "niemand jemals über ihm stand", während Filippo Galli hinzufügte, dass Baresi "für immer der Kapitän bleiben wird". Andriy Shevchenko erinnerte sich an ihn als "wunderbaren Menschen", und Clarence Seedorf als "Legende und Inspiration für Generationen".
Weltweite Trauer: Von Meloni bis Real Madrid
Die Nachricht von seinem Tod erschütterte nicht nur die Fußballwelt. Beileid bekundeten Vereine wie Real Madrid und Barcelona, die UEFA sowie zahlreiche Politiker. Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni erklärte, dass "Italien nicht nur einen der größten Champions seiner Sportgeschichte verliert, sondern auch ein Beispiel für Loyalität, Ernsthaftigkeit und Hingabe." Der Präsident des Italienischen Olympischen Komitees (CONI), Giovanni Malagò, betonte, dass Baresi "während seiner gesamten Karriere nur zwei Trikots getragen hat, das von Mailand und das der Nationalmannschaft."
Der italienische Sportminister Andrea Abodi verabschiedete sich mit den Worten: "Heute verlässt du das 'Spielfeld' erneut mit erhobenem Haupt und lässt uns in Tränen zurück, wie es auch dir im Finale der Weltmeisterschaft 1994 in Amerika ergangen ist." Der Eigentümer des AC Mailand, Gerry Cardinale, hob Baresis bleibendes Vermächtnis hervor: "Über Generationen hinweg verkörperte Franco die Werte, den Charakter und die Exzellenz, die diesen Klub ausmachen. Selbst im letzten Jahr, als er sich seiner größten Herausforderung stellte, war er immer an der Seite von Milan und erinnerte uns still daran, was es bedeutet, diese Farben zu vertreten."
Letzte Ehrung einer Legende
Baresi trug trotz seiner Krankheit kürzlich die olympische Fackel im Stadion San Siro während der Eröffnungszeremonie der Olympischen Spiele 2026 in Mailand und Cortina. Die Nachricht von seinem Tod traf alle umso härter, die auf seine Genesung gehofft hatten, nachdem er vor etwa einem Jahr wegen der Entfernung eines Lungenknotens operiert worden war.
Eine Trauerfeier, die der Familie und engen Freunden vorbehalten ist, wird in seinem Geburtsort Travagliato stattfinden, wo eine dreitägige Trauer ausgerufen wurde. Die letzte Ehrung für den ewigen Kapitän wird am Dienstag in der Mailänder Basilika Sant'Ambrogio stattfinden. Die internationale Presse, von der französischen L'Equipe, die ihn als "Wegbereiter" bezeichnete, bis zum britischen Guardian, für den er das "moralische Gewissen" des großen Milan war, ist sich einig, dass einer der Größten in der Geschichte des Fußballs gegangen ist.