Bei einem russischen Drohnenangriff auf das Lager des Verlags Ranok in Charkiw, einem der größten ukrainischen Verlage, wurden etwa acht Millionen Bücher zerstört. Wie Narodno.hr berichtet, schätzen ukrainische Verlage, dass in den letzten Monaten durch Angriffe über zehn Millionen Bücher vernichtet wurden, was Bildung, Kultur und den Verlagsektor in der Ukraine zunehmend beeinträchtigt.
Zwei Explosionen in kurzer Zeit
Das Lager in Charkiw wurde am 1. August 2026 getroffen. Viktor Kruhlov, Direktor des Verlags Ranok, behauptet, dass am selben Ort in kurzer Zeit zwei Explosionen zu hören waren, und glaubt, dass das Lager nicht zufällig getroffen wurde.
Das russische Verteidigungsministerium hat auf Reuters' Anfrage um Stellungnahme zu dem Angriff nicht geantwortet, wie Narodno.hr berichtet.
Ein Drittel der ukrainischen Schulbücher
Das Ausmaß des Schadens ist besonders bedeutsam, da Ranok etwa ein Drittel der in ukrainischen Schulen verwendeten Schulbücher druckt. Der Verlust dieser Kapazität trifft direkt das Bildungssystem, das bereits unter Kriegsbedingungen funktioniert.
Allerdings war nicht nur dieser Verlag betroffen. Bei einem russischen Angriff auf Kiew Anfang Juli 2026 verlor BookChef etwa 800.000 Bücher, was den Großteil ihrer Bestände ausmacht. Danach wurde auch ein Ersatzlager getroffen, wo weitere etwa 100.000 Exemplare zerstört wurden.
Schaden, der nicht schnell behoben werden kann
Für die Verlagsbranche sind solche Verluste nicht über Nacht auszugleichen. Der Prozess von der Vorbereitung bis zur Veröffentlichung eines Buches kann sechs bis 18 Monate dauern, und die Druckkosten in der Ukraine sind in den letzten zwei Jahren um etwa 40 Prozent gestiegen.
Der Krieg zerstört so gleichzeitig fertige Bücher, verteuert neue Ausgaben und verringert die Kaufkraft der Bürger.
Mehr als nur wirtschaftlicher Schaden
Aber die verbrannten Millionen Exemplare haben ein Gewicht, das über Geschäftsbilanzen hinausgeht. Nach Beginn der russischen Invasion in der Ukraine ist die Nachfrage nach Büchern in ukrainischer Sprache erheblich gestiegen. Das Buch ist so Teil eines breiteren Kampfes für Sprache, Geschichte und nationale Identität geworden, gerade in einem Krieg, in dem der russische Präsident Wladimir Putin seit Jahren die Besonderheit der ukrainischen Nation bestreitet.
Für Kroatien ist eine solche Situation historisch nicht unbekannt. Krieg betrifft nicht nur Territorium und Wirtschaft. Er betrifft Schulen, Bücher, Kultur und das Gedächtnis eines Volkes.
Daher sind acht Millionen verbrannte Bücher nicht nur materieller Schaden. Es sind acht Millionen Versuche, dass das bereits gedruckte Wort erneut aus der Asche geschaffen werden muss.