Hitzewelle erschüttert Europa, Österreich bei 41,2°C
Rekordtemperaturen verlagern sich nach Osten, und niedrige Wasserstände der Flüsse lösen eine Energiekrise von Ungarn bis Kroatien aus.
Rekordtemperaturen verlagern sich nach Osten, und niedrige Wasserstände der Flüsse lösen eine Energiekrise von Ungarn bis Kroatien aus.
In diesem Sommer haben Rekordhitze und verheerende Brände Europa heimgesucht, das als Kontinent mit der schnellsten Temperaturzunahme weltweit gilt. Besonders stark betroffen waren in den letzten Wochen Frankreich und Spanien, doch der Brennpunkt der Hitzewelle hat sich nun nach Osten verlagert und bringt neue Temperaturrekorde und energiepolitische Herausforderungen mit sich.
In der österreichischen Stadt Bad Deutsch-Altenburg, nahe der Grenze zur Slowakei gelegen, wurden am Mittwoch rekordverdächtige 41,2 Grad Celsius gemessen. Diese Information wurde vom nationalen Wetterdienst GeoSphere Austria bestätigt. Der bisherige Rekord von 41,0 Grad Celsius war erst einen Tag zuvor, am Dienstag, im nahe gelegenen Wien aufgestellt worden.
Die Hitzewelle lässt auch im Rest der Region nicht nach. Für ihre größeren Städte hat Italien eine rote Hitzewarnung herausgegeben, und in einigen Gebieten erreichten die Temperaturen etwa 40 Grad Celsius. In der südlichen albanischen Region Mallakaster kämpfen die Rettungskräfte gegen einen Waldbrand.
Wegen der extremen Hitze hat der Vatikan beschlossen, die erste wöchentliche Generalaudienz von Papst Leo nach der Julipause zu verlegen. Statt im Freien auf dem Petersplatz fand die Audienz in geschlossenen Räumen statt.
Die Auswirkungen der Hitzewelle und der Dürre sind zunehmend auch im Energiesektor spürbar. In Ungarn haben Unternehmen und Haushalte in dieser Woche ihren Stromverbrauch reduziert, nachdem die Regierung dazu aufgerufen hatte, den Druck auf das Netz zu verringern. Die Hauptstadt Budapest steht vor dem Höhepunkt der Hitzewelle, und für Mittwochnachmittag wurden Temperaturen nahe 40 Grad Celsius erwartet.
Wegen des immer niedrigeren Wasserstands der Donau war Ungarn gezwungen, den Betrieb seines einzigen Kernkraftwerks, das Flusswasser zur Kühlung nutzt, nahezu vollständig einzustellen, was die Versorgungskapazitäten an ihre Grenzen brachte.
Diese Krise betrifft auch Kroatien direkt. Am Mittwoch gab das Kernkraftwerk Krško, das Kunden in Slowenien und Kroatien beliefert, bekannt, dass es über Nacht beginnen werde, die Reaktorleistung zu reduzieren. Grund sind die extrem hohen Temperaturen und der niedrige Wasserstand der Save, die in die Donau mündet. Nach Informationen aus dem Kraftwerk wird die Produktion zunächst auf 80 Prozent der Kapazität reduziert.
Das Problem niedriger Wasserstände beschränkt sich nicht nur auf Donau und Save. Im Westen, in Deutschland, hat der Wasserstand des Rheins neue Rekordtiefstände erreicht. Dadurch wurden einige Frachtdienste eingestellt, andere laufen weiter, allerdings mit deutlich weniger Ladung. Auf dem Rhein werden normalerweise wichtige Güter wie Getreide, Erze und Benzin transportiert, sodass diese Störungen zusätzliche wirtschaftliche Folgen haben könnten.