An diesem Datum, dem 7. August 1995, verloren auf der Petrovačka-Straße, die Bosanski Petrovac und Ključ verbindet, zehn Zivilisten bei einem Raketenangriff auf einen Flüchtlingskonvoi ihr Leben. Unter den Opfern waren auch zwei kleine Kinder aus Donji Lapac: Nevenka, die elf Jahre alt war, und Žarko Rajić, der neun Jahre alt war. Die Organisation Arterarij hat genau dieses Datum, 31 Jahre später, gewählt, um ein neues Theaterstück anzukündigen, das in ihrem Gedenken entsteht.
Das Stück "In unserem Garten ist nur das Gras nicht gemäht" wird am 18. September 2026 in Zagreb uraufgeführt. Regie führt Roman Nikolić, die Dramaturgie übernimmt Dorotea Šušak. Die Wahl des Ankündigungsdatums ist kein Zufall, so Arterarij, sondern als Akt des Gedenkens an die Opfer gedacht, deren Schicksal oft im Schatten der Feierlichkeiten zur Militäroperation "Oluja" (Sturm) bleibt.
"Ein Opfer bleibt ein Opfer, unabhängig von der Seite"
Die Autoren des Stücks betonen, dass es die Legitimität der Oluja nicht in Frage stellt noch den Beitrag und das Opfer der kroatischen Verteidiger schmälert. Der Ausgangspunkt ist genau das Gegenteil: aus Dankbarkeit ihnen gegenüber und der Überzeugung, dass man stolz auf die Befreiung sein kann und gleichzeitig ehrlich gegenüber dem sein kann, was außerhalb des gerechtfertigten Kriegsziels geschah.
"Eine Gesellschaft ist erst dann frei, wenn sie es sich leisten kann, die ganze Wahrheit zu erinnern und Verantwortung dafür zu übernehmen", heißt es in der Ankündigung des Stücks. Durch die szenische Darstellung entsteht ein Zeugnis über zwei Kinder, für die eine Reise, die sie nicht gewählt hatten, ihre letzte wurde. Die Grundlage des Stücks ist die Überzeugung, dass ein Opfer ein Opfer bleibt, unabhängig von seiner Herkunft, und dass die Ehrung unschuldiger getöteter Kinder eine Geste der Menschlichkeit ist, nicht der Politik.
Ein Garten, der ungeheilte Orte bewahrt
Der Titel "In unserem Garten ist nur das Gras nicht gemäht" trägt eine starke Metapher. Ein Garten, der, obwohl er gepflegt wirkt, Bereiche behält, die unberührt, ungeheilt und von einer Erinnerung bedeckt sind, die sich nicht ordnen lässt. Das Stück ist als Ausdruck des Mitgefühls für alle Väter und Mütter gedacht, die während des Krieges ihre Kinder verloren haben, aber auch als Anstoß für ein kollektives Gedächtnis, das Menschlichkeit über Unterschiede stellt.
Wie Arterarij betont, schmälert ein solches Gedenken die Feier der Freiheit nicht, sondern verleiht ihr im Gegenteil einen größeren und dauerhafteren Wert. Die Premiere am 18. September in Zagreb wird Gelegenheit sein, dem Publikum genau das zu bieten: einen Raum für Erinnerung, die nicht vor der ganzen Wahrheit davonläuft.