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Verhaftet, weil er half, ein Massengrab zu finden

Die Verhaftung von R.T. in Kraljevo unter dem Vorwurf der Spionage hat scharfe Kritik ausgelöst, während der Staat beschuldigt wird, Kriegsverbrecher zu schützen und Menschlichkeit zu bestrafen.

Foto: Wikipedia (Masovna grobnica)
Kurz gesagt
  • Die serbische Polizei hat R.T. in Kraljevo unter dem Vorwurf der Spionage verhaftet und bringt ihn mit Informationen über ein Massengrab bei Mali Kaluđer in Verbindung.
  • An diesem Ort wurde nach den Überresten von 23 albanischen Zivilisten gesucht, die 1999 verschwunden sind; die Informationen waren den Ermittlern seit 2003 bekannt.
  • Der Autor Dragan Bursać hat die Verhaftung und das Ausbleiben einer öffentlichen Reaktion scharf kritisiert und erklärt, dass Serbien Kriegsverbrecher schützt und Menschlichkeit bestraft.

Die serbische Polizei hat in Kraljevo eine Person mit den Initialen R.T. verhaftet, die von kosovarischen Institutionen und Menschenrechtsorganisationen mit Informationen in Verbindung gebracht wird, die zur Entdeckung eines möglichen Massengrabes führten. An diesem Ort, bei Mali Kaluđer, wurde nach den Überresten von 23 albanischen Zivilisten gesucht, die 1999 verschwunden sind. Die ihm zur Last gelegte Anklage lautet: Spionage.

Über den Fall hat das Portal P.U.L.S.E in einem am 3. August 2026 veröffentlichten Text ausführlich berichtet. Der Autor Dragan Bursać spart in seiner Kolumne nicht mit Kritik am Staat. "Stellen Sie sich einen Staat vor, in dem ein Mann inhaftiert wird, weil er Familien geholfen hat, die Gebeine ihrer Lieben zu finden", schreibt Bursać. "Stellen Sie sich eine Gesellschaft vor, die auf eine solche Verhaftung mit fast völligem Schweigen reagiert. Stellen Sie sich ein Land vor, in dem Menschlichkeit als Verrat behandelt wird und die Entdeckung eines Massengrabes als Bedrohung für den Staat."

Bekannter Ort, jahrzehntelang ignoriert

Besonderes Gewicht erhält der gesamte Fall durch die Chronologie der Ereignisse. Informationen über ein mögliches Grab bei Mali Kaluđer wurden den Ermittlern erstmals bereits 2003 gegeben und 2013 öffentlich gemacht. Erst jetzt, als die Ausgrabungen endlich erste Überreste zutage förderten, landet die Person, die mit diesen Erkenntnissen in Verbindung gebracht wird, hinter Gittern.

Mehr als 1.300 Menschen gelten nach dem Krieg im Kosovo weiterhin als vermisst. Jeder gefundene Knochen bedeutet für die Familien, die fast drei Jahrzehnte warten, die Rückkehr eines Teils ihrer Würde. Der Aktivist Naim Leo Beširi kommentierte, dass "ein Mensch, der ein Massengrab entdeckt, eine staatliche Auszeichnung verdient, sofern er nicht an dem Verbrechen beteiligt war", doch in Serbien, so P.U.L.S.E, folgten die Handschellen.

Schweigen als Antwort

In dem Text wird auch das fast vollständige Fehlen einer Reaktion innerhalb Serbiens hervorgehoben. Es wird die Frage gestellt, wo die politischen Parteien, die Opposition, die Bürgerbewegungen, die Universitäten und die Intellektuellen sind, wenn der Staat beginnt, Menschen wegen der Aufdeckung von Kriegsverbrechen zu verhaften. Professor Ivan Videnović, so wird berichtet, hat den Zustand präzise diagnostiziert, indem er Serbien als "einen Tiergarten beschrieb, in dem man nicht mehr in der Lage ist, Bestialität von Menschlichkeit zu unterscheiden".

Bursaćs Text erinnert auch an andere Fälle, die dasselbe Muster zeigen: ein fast zu Tode geprügelter Mann, weil er Blumen auf das Grab eines siebenjährigen albanischen Mädchens gelegt hatte, das mit einem Schuss in den Hinterkopf getötet worden war, sowie ein Anwalt, der monatelang in Untersuchungshaft gehalten wurde, weil er eine Untersuchung des Scharfschützenterrors über Sarajevo forderte. "All dies sind Teile desselben moralischen Musters, in dem Empathie für die Opfer zu einem feindlichen Akt wird und Loyalität gegenüber staatlichen Mythen wichtiger ist als elementare Menschlichkeit", heißt es in dem Text abschließend.

Das Portal P.U.L.S.E, gegründet 2009, hat bisher achttausend Texte von sechshundert Autoren veröffentlicht, und die Redaktion weist darauf hin, dass die Meinungen der Autoren nicht unbedingt ihre redaktionelle Politik widerspiegeln.

Häufige Fragen
Warum wurde R.T. in Serbien verhaftet? +
Offiziell wird ihm Spionage vorgeworfen, aber Menschenrechtsorganisationen und kosovarische Institutionen bringen ihn mit Informationen in Verbindung, die bei der Entdeckung eines möglichen Massengrabes bei Mali Kaluđer geholfen haben.
Was befindet sich an der Stätte Mali Kaluđer? +
Es handelt sich um einen Ort, an dem nach den Überresten von 23 albanischen Zivilisten gesucht wurde, die 1999 während des Kosovo-Krieges verschwunden sind. Informationen über ein mögliches Grab sind seit 2003 bekannt.
Wie hat die Öffentlichkeit in Serbien auf diese Verhaftung reagiert? +
Laut der Kolumne von Dragan Bursać auf dem Portal P.U.L.S.E war die Reaktion ein fast völliges Schweigen der politischen Parteien, der Opposition, der Bürgerbewegungen und der Intellektuellen.

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