Mehr als die Hälfte der Frauen wird eine Harnwegsinfektion bekommen, der Sommer ist besonders riskant
Hohe Temperaturen und feuchte Badekleidung schaffen ideale Bedingungen für die Vermehrung von Bakterien, warnen Experten.
Hohe Temperaturen und feuchte Badekleidung schaffen ideale Bedingungen für die Vermehrung von Bakterien, warnen Experten.
Die Sommermonate bringen Sonne, Meer und Entspannung, aber auch ein erhöhtes Risiko für unangenehme gesundheitliche Beschwerden, die selbst den besten geplanten Urlaub verderben können. Während wir uns auf den Strand vorbereiten, vergessen wir oft die innere Gesundheit, und genau der Temperaturanstieg bringt eine höhere Häufigkeit von Harnwegsinfektionen mit sich, insbesondere bei Frauen.
Nach Angaben des Portals DalmacijaDanas, das sich auf Arzoz Urologie und Večernji list bezieht, werden zwischen 50 und 60 Prozent der Frauen mindestens einmal in ihrem Leben eine Harnwegsinfektion erleben. Zystitis, also eine Entzündung der Harnblase, tritt gerade im Sommer häufig auf, wenn die Kombination aus Hitze, Feuchtigkeit und veränderten Gewohnheiten einen fruchtbaren Boden für die Vermehrung von Bakterien schafft.
Wissenschaftliche Studien bestätigen einen direkten Zusammenhang zwischen hohen Temperaturen und der Häufigkeit dieser Infektionen. Wenn die Durchschnittstemperaturen zwischen 27 und 30 Grad Celsius erreichen, steigt das Risiko einer Krankenhauseinweisung aufgrund einer Harnwegsinfektion um fast 20 Prozent. Hitze und Feuchtigkeit schaffen eine perfekte Umgebung für die Vermehrung von Bakterien, unter denen Escherichia coli am häufigsten vorkommt.
Aufgrund der kürzeren Harnröhre sind Frauen anatomisch anfälliger für Infektionen, da Bakterien einen deutlich kürzeren Weg zur Blase haben. Allerdings tragen sommerliche Gewohnheiten zusätzlich zum Risiko bei. Dehydrierung ist die Hauptursache, mit vermehrtem Schwitzen verliert man mehr Flüssigkeit, und wenn diese nicht ersetzt wird, wird der Urin konzentrierter, reizt die Blasenwand und reduziert die natürliche Ausspülung von Bakterien.
Langes Sitzen in nasser Badekleidung schafft eine Art Brutkasten für Bakterien, und das Aufschieben des Toilettengangs während der Reise gibt ihnen zusätzliche Zeit zur Vermehrung. Anzeichen, auf die man achten sollte, sind Brennen beim Wasserlassen, häufiger und starker Harndrang mit wenig Urin sowie ein Druckgefühl im Unterbauch. Der Urin kann trüb sein oder einen unangenehmen Geruch haben.
In schwereren Fällen, wenn die Infektion die Nieren erreicht, können Fieber und Rückenschmerzen auftreten. Obwohl Frauen statistisch am stärksten gefährdet sind, betreffen Infektionen auch Männer, und besonders anfällig sind Schwangere und Menschen mit Diabetes. Das Ignorieren des Problems kann zu schwerwiegenderen Komplikationen wie einer Nierenentzündung führen, warnt Arzoz Urologie.
Die Prävention von Harnwegsinfektionen erfordert keine drastischen Änderungen des Lebensstils. Am wichtigsten ist es, ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen, man sollte viel Wasser trinken, damit der Urin verdünnt bleibt und regelmäßig die Harnwege reinigt. Man sollte das Wasserlassen niemals aufschieben und die Blase immer vollständig entleeren.
Das Wasserlassen unmittelbar nach dem Geschlechtsverkehr ist eine äußerst wirksame Methode, um Bakterien mechanisch zu entfernen. Auch die richtige Hygiene ist wichtig, das Abwischen von vorne nach hinten und die Vermeidung aggressiver Seifen. Es wird empfohlen, atmungsaktive Baumwollunterwäsche zu tragen und nasse Badekleidung unbedingt gegen trockene zu wechseln. Wenn Symptome dennoch auftreten, sollte man einen Arzt aufsuchen, der eine geeignete Therapie, in der Regel Antibiotika, verschreibt und mögliche Komplikationen verhindert.