Den Gesetzesentwurf zum Schutz von Kindern vor Fettleibigkeit und zur gesundheitlichen Kennzeichnung von Lebensmitteln haben zwei kroatische Vereine vorbereitet: der Verein für gesundes Leben POST und der Verein zur Prävention von Übergewicht. Der Entwurf sieht die Einführung von Warnhinweisen auf Lebensmittelverpackungen und die Einschränkung von Marketing für ungesunde Produkte vor, das sich an Kinder richtet, schreibt Tonka Vuković für Hina, übernommen von 24sata und Novi list.
Alarmierende Daten zum Gewicht von Kindern
Nach Angaben des Kroatischen Instituts für öffentliche Gesundheit (HZJZ) haben sogar 36,1 Prozent der Achtjährigen in Kroatien Übergewicht oder Fettleibigkeit. Damit gehört Kroatien zu den europäischen Ländern mit dem höchsten Anteil an Kinderfettleibigkeit. Der Allgemeinmediziner und einer der Autoren des Gesetzes, Dražen Gorjanski, warnt, dass Fettleibigkeit bei Kindern das Risiko für Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen und Fettleber erhöht und auch erhebliche Auswirkungen auf die psychische Gesundheit, das Selbstbewusstsein und die sozialen Beziehungen hat.
Klare Kennzeichnung und eingeschränktes Marketing
Das Gesetz verbietet kein Produkt, sondern zielt auf eine bessere Verbraucherinformation ab. In der Praxis bedeutet dies die Einführung einfacher Warnhinweise auf der Vorderseite der Verpackung, die auf einen hohen Gehalt an Zucker, Salz oder gesättigten Fetten hinweisen. Neben der Kennzeichnung befasst sich der Entwurf auch mit Marketing, das sich an die Jüngsten richtet. "Die Kriterien sind recht einfach: Werden Kinderfiguren, Cartoons, Spielzeuge, Spiele, bei Kindern beliebte Influencer, Kindersprache verwendet oder wird in Medien und Sendezeiten gezeigt, die vorrangig für Kinder bestimmt sind? Das sind Kriterien, die bereits in mehreren Ländern angewendet werden", erklärte Gorjanski gegenüber Hina. Die Regeln würden auch für soziale Netzwerke wie TikTok und Instagram im Bereich der Lebensmittelwerbung für Kinder gelten, würden aber nicht die allgemeine Arbeit dieser Plattformen regeln.
Schulverpflegung und traditionelle Produkte
Der Entwurf sieht auch eine schrittweise Anpassung der Schulverpflegung an die neuen Standards vor. Produkte mit ungünstigem Nährwertprofil wären nicht Teil des regulären Schulangebots. "Die Kinder werden nicht ohne Snack dastehen, das Ziel ist, dass das Angebot ernährungsphysiologisch hochwertiger und nicht ärmer wird", betonte Gorjanski. Die Kriterien für die Nährwertqualität basieren auf dem Modell der Weltgesundheitsorganisation für die europäische Region und gelten gleichermaßen für alle Produkte, unabhängig von ihrer Herkunft. "Es wird nicht bewertet, ob ein Produkt heimisch oder ausländisch ist, sondern seine Zusammensetzung. Traditionelle Produkte sind nicht verboten, aber wenn sie nach objektiven Kriterien ein ungünstiges Nährwertprofil aufweisen, gelten für sie dieselben Regeln wie für alle anderen Produkte", sagte er und bestätigte, dass dies auch für Kulen oder Pršut gelten könnte.
Keine neue Steuer und Schutz vor schädlichen Botschaften
Gorjanski wies Behauptungen zurück, dass das Gesetz eine Steuer auf ungesunde Lebensmittel einführt. "Das Gesetz führt keine neue Steuer ein. Es lässt nur die Möglichkeit offen, dass die Regierung, falls es dafür fachliche Gründe und eine Wirkungsanalyse gibt, in Zukunft fiskalische Maßnahmen in Betracht zieht. Das würde besondere Entscheidungen und zusätzliche Analysen erfordern", erklärte er. Ein besonderer Teil des Gesetzes befasst sich auch mit dem Schutz von Kindern vor Werbung, die Gewichtsverlust fördert. "Kinder, insbesondere Mädchen, wachsen heute mit widersprüchlichen Botschaften auf. Einerseits sind sie Werbung ausgesetzt, die den Konsum von hyperkalorischen Produkten fördert, andererseits Botschaften, die oft extreme Schlankheitsideale propagieren. Das Ziel des Gesetzes ist es, Kinder vor beiden Formen schädlicher Einflüsse zu schützen und ein gesundes Verhältnis zu Ernährung und dem eigenen Körper zu fördern", betonte Gorjanski.
Überwachung und internationale Beispiele
Die Umsetzung des Gesetzes wird von den zuständigen Aufsichtsbehörden überwacht, und Hersteller und Importeure müssen sich an die gesetzlichen Verpflichtungen anpassen. Gorjanski betont, dass kein Gesetz allein das Problem der Fettleibigkeit lösen kann, verweist aber auf eine Studie, die in der Zeitschrift The Lancet veröffentlicht wurde. Sie umfasste mehr als 300.000 Kinder in Chile und zeigte, dass die Kombination aus Warnkennzeichnung, Marketingbeschränkungen und Verbesserung des Lebensmittelumfelds eine messbare positive Wirkung hat. Bis zum 15. September 2026 können alle Interessierten, einschließlich Bürger, medizinische Fachkräfte, Eltern und Vertreter der Lebensmittelindustrie, über die Websites postosijekonline.eu und uppt.hr ihre Anmerkungen zum Gesetzesentwurf einreichen, danach wird er dem Parlament vorgelegt.