Mehr als 200.000 kroatische Veteranen werden ab Anfang nächsten Jahres höhere Pensionen erhalten. Die Regierung von Andrej Plenković hat beschlossen, die letzte, dritte Kürzung der Veteranenrenten abzuschaffen, womit nach einem Vierteljahrhundert der erste Kriseneinschnitt aus dem Jahr 2002, eingeführt unter Premierminister Ivica Račan, vollständig aufgehoben wird.
Der zuständige Minister Tomo Medved betonte, dass mit diesem Schritt ein schmerzhaftes Kapitel für die Veteranenbevölkerung endgültig abgeschlossen wird. "Damit wird das Unrecht gegenüber den kroatischen Veteranen und ihren Familien korrigiert", sagte Medved.
Drei Wellen der Kürzung in Krisenzeiten
Die Geschichte der Kürzung von Veteranenrenten reicht über mehrere Amtszeiten und Krisenperioden zurück. Der erste Einschnitt erfolgte 2002, als die Regierung Račan, konfrontiert mit einer enormen Auslandsverschuldung, hoher Arbeitslosigkeit und einem leeren Staatshaushalt, eine progressive Kürzung der Militär- und Polizeirenten um 8 bis 20 Prozent durchführte. Der Staat konnte damals den plötzlichen Zustrom Tausender junger Militärrentner aus den späten 1990er Jahren finanziell nicht verkraften.
Der zweite Schlag folgte 2010. Die Regierung von Jadranka Kosor führte auf dem Höhepunkt der globalen Finanzkrise eine lineare Kürzung von 10 Prozent als vorübergehende Anti-Rezessionsmaßnahme ein. Der dritte Einschnitt erfolgte 2014 unter Zoran Milanović, als Kroatien als neues EU-Mitglied in das Verfahren wegen übermäßigem Defizit geriet. Damals wurde eine zusätzliche Kürzung von 10 Prozent auf alle Renten nach Sonderregelungen über 5.000 Kuna eingeführt.
Schrittweise Aufhebung: 2017, 2024 und jetzt
Der Prozess der Rückgabe des Entzogenen erfolgte in drei Schritten. Die erste Aufhebung eines Teils der Kürzung erfolgte 2017, die zweite 2024, wodurch die Maßnahmen aus der Zeit von Kosor und Milanović aufgehoben wurden. Jetzt, mit Beginn des nächsten Jahres, steht auch die Aufhebung des ersten, Račan'schen Einschnitts von 2002 an. Was als vorübergehende Maßnahme eingeführt wurde, wird nach einem Vierteljahrhundert aufgehoben.
Kurzfristig brachten diese Kürzungen in Zeiten, als der Staat am Rande des finanziellen Zusammenbruchs stand, Einsparungen in Millionenhöhe. Langfristig erzeugten sie jedoch politischen und rechtlichen Druck, und jede Rückkehr zum alten Zustand stellte einen neuen Schlag für den Staatshaushalt dar.
Gerechtere Bewertung des Vaterländischen Krieges
Nach dem neuen Modell wird die Rentenhöhe künftig gerechter nach der Dauer der Teilnahme an der Verteidigung bestimmt, wobei die im Kampfsektor verbrachte Zeit besonders bewertet wird. Minister Medved betont, dass der Vorschlag umfassend ist und sich auf die gesamte Veteranenbevölkerung bezieht, im Gegensatz zu Oppositionsvorschlägen, die er als partiell bewertet.
Die Entscheidung zur Erhöhung der Renten und zur Aufhebung aller Kürzungen trägt auch eine starke symbolische Botschaft. Im Kontext der jüngsten Botschaften aus Belgrad über die Operation Oluja und den Vaterländischen Krieg stellt dieser Schritt eine klare Antwort und Wertschätzung derjenigen dar, die Kroatien verteidigt haben.