Der pensionierte Admiral Davor Domazet Lošo, Autor des Buches "Krieg, in dem ein Völkermord verhindert wurde", hat bisher unbekannte Details über die geheime Geheimdienstoperation enthüllt, die unmittelbar nach der militärisch-polizeilichen Operation Sturm folgte. Nach seinen Worten handelt es sich um die Operation Manjinjorgo, von der nur der damalige Präsident Franjo Tuđman und der Verteidigungsminister wussten.
"Die letzte Operation im Heimatkrieg war nicht der Sturm, auch nicht Maestral oder Südlicher Stoß. Die letzte Operation war Manjinjorgo, ein Wort aus der Dalmatinischen Zagora, mit dem man Kinder erschreckte. Sie startete unmittelbar nach dem Sturm, und davon durften Granić und seinesgleichen nichts erfahren", erklärte Lošo gegenüber Dnevno.hr.
Zermürbung der serbischen Kräfte und Saat der Zwietracht
Die Operation verlief laut Lošos Angaben auf zwei Ebenen. Die erste war die psychologische Zermürbung der serbischen Kräfte, insbesondere des 11. Korps der Armee der Republik Serbische Krajina unter dem Kommando von Dušan Lončar. Lošo enthüllt, dass er persönlich die Gespräche des damaligen serbischen Präsidenten Slobodan Milošević abgehört hat.
"Die Wirkung des Sturms war psychologisch; ich habe Milošević abgehört, und so dachte der Kommandeur des 11. Korps, Dušan Lončar, dass wir auch ihn abhörten. Panik erfasste ihn, und er schaltete alle Telefone ab", erinnert sich Lošo. Das zweite Schlüsselelement war die Provokation eines Konflikts zwischen Milošević und dem serbischen Paramilitärkommandeur Željko Ražnatović Arkan. "Zuerst haben wir Arkan und Milošević entzweit", erklärte Lošo.
Desinformation über Raketen auf Belgrad
Der Höhepunkt des Geheimdienstspiels kam, als die kroatische Seite erfuhr, dass ein ungarischer Gesandter für die serbischen Dienste arbeitete. Über ihn wurde die Desinformation verbreitet, dass Kroatien über Raketen verfüge, mit denen es Belgrad angreifen wolle. "Bereits am nächsten Tag erfuhren wir, dass die Serben darüber informiert worden waren. Dies geschah während des Dayton-Abkommens, bei dem Mate Granić anwesend war", so Lošo.
Das Ergebnis dieser Operation war seiner Aussage nach direkt. "Und am Ende hören wir Belgrad, das schlussfolgert: 'Wir werden nicht noch einen Krieg verlieren.' Genau deshalb stimmten die Serben aus dem besetzten Gebiet der Donau-Region am 12. November 1995 plötzlich der friedlichen Reintegration zu", erklärte Lošo.
Plan B: Operation 'Feurige Streitwagen'
Für den Fall, dass die Geheimdienstoperation nicht erfolgreich gewesen wäre, hatte Kroatien einen Plan für die militärische Befreiung der Donau-Region bereit. Die Operation mit dem Namen "Feurige Streitwagen" sah den Einsatz von 30.000 bis 50.000 Soldaten aus fünf Gardebrigaden vor, zusätzlich zu 100.000 Soldaten in Reserve für den Fall eines Eingreifens der Jugoslawischen Armee. Im besetzten Gebiet verfügten die Serben über etwa 25.000 Soldaten.
"Als einer der Planer dieser Aktion, der ihr den Namen zur Ehre und zum Ruhm unserer Slawonier, die Pferde lieben, gegeben hat, kann ich sagen, dass diese Aktion in kämpferischer Hinsicht über der Operation Sturm gelegen hätte. Wir wären in 48 Stunden an der Donau gewesen, das heißt, 5 Gardebrigaden hätten zwischen Save und Donau gestanden, und dahinter 250.000 Soldaten", erzählte Lošo. Er fügte hinzu, dass Präsident Tuđman von der taktischen Idee dieser Operation überrascht war, aber "den Namen 'Feurige Streitwagen' durchgestrichen und sie 'Vukovarer Taube' genannt hat".
Lošo schloss, dass der Erfolg der Operation Manjinjorgo entscheidend war, um weitere Opfer zu vermeiden. "Aber Gott sei Dank, dass die Operation Manjinjorgo erfolgreich war, denn es gab bereits genug Opfer", sagte er.