Amerikanische Blockade stoppt iranische Ölexporte
Satellitenbilder und Schiffsverkehrsdaten zeigen, dass kein Tanker am wichtigsten iranischen Terminal beladen wurde, die längste Unterbrechung seit Beginn des Konflikts.
Satellitenbilder und Schiffsverkehrsdaten zeigen, dass kein Tanker am wichtigsten iranischen Terminal beladen wurde, die längste Unterbrechung seit Beginn des Konflikts.
Die amerikanische Seeblockade hat offenbar die iranischen Rohölexporte vollständig zum Erliegen gebracht. Laut Schiffsverkehrsdaten und Satellitenbildern hat seit mindestens einer Woche kein Tanker am Terminal auf der Insel Kharg, dem wichtigsten iranischen Exportknotenpunkt, Öl geladen. Dies ist die längste Betriebsunterbrechung des Terminals seit Beginn des Krieges.
Wie die Financial Times unter Berufung auf Schiffsverkehrsdaten berichtet, ist das Terminal Kharg, das normalerweise etwa 90 % der iranischen Ölexporte abwickelt, seit dem 31. Juli 2026 inaktiv. Satellitenbilder zeigen alle drei Verladerampen leer, und nur 16 Schiffe liegen in der Wartezone vor Anker, die geringste Anzahl seit Beginn des letzten Monats.
Die Organisation United Against Nuclear Iran, die die Bewegungen iranischer Tanker überwacht, gibt an, dass der letzte mit iranischem Öl beladene Tanker den Persischen Golf seit dem 12. Juli 2026 nicht mehr erfolgreich verlassen hat. Der Iran erhält weiterhin Einnahmen aus Lieferungen, die während der Waffenruhe ausgelaufen sind, doch es wird erwartet, dass dieser Geldfluss in den kommenden Wochen versiegen wird.
Statt die Lagerkapazitäten zu füllen, drosselt der Iran nach verfügbaren Informationen die Ölproduktion, um eine Überschreitung dieser Kapazitäten zu vermeiden. Dies deutet auf ernsthafte logistische und wirtschaftliche Herausforderungen hin, mit denen Teheran infolge der Blockade konfrontiert ist.
Der Iran hat mit Oman Koordinaten für eine neue Öllieferroute vereinbart, doch seit Mittwoch wurde keinerlei Fortschritt in Bezug auf diesen Plan verzeichnet. Eine mit der Situation vertraute Person erklärte gegenüber der Financial Times, dass die USA im Falle einer akzeptablen Einigung die Blockade aufheben und die Ausnahmeregelung von den Ölsanktionen wieder einführen würden.
Der Exportstopp aus dem Iran, einem wichtigen OPEC-Mitglied, könnte erhebliche Auswirkungen auf die globalen Energiepreise haben und damit indirekt auch auf die Energiesicherheit und die Wirtschaft der Europäischen Union, einschließlich Kroatiens.