Das Portal Budica Info veröffentlichte am Samstag, den 9. August 2026, eine Kolumne von Ante Jukić mit dem Titel "Ich kann Dalić nicht ausstehen! Punkt.", in der der Autor die Reaktionen eines Teils der Öffentlichkeit auf das neue Engagement des ehemaligen kroatischen Nationaltrainers Zlatko Dalić seziert.
Ein Notizbuch voller Widersprüche
Jukić führt in seinem Text aus, dass die Kommentare von Dalićs ‚Bewunderern', wie er sie ironisch nennt, im Voraus für jedes mögliche Szenario vorbereitet seien. "In ihren Notizbüchern sind längst alle Möglichkeiten mit den dazugehörigen Begründungen zur Herabwürdigung des ehemaligen Nationaltrainers notiert", schreibt der Autor und führt eine Reihe von Beispielen an, die an Absurdität grenzen.
Wenn Dalić beispielsweise nach seinem Abschied von der Nationalmannschaft keinen Job bekommen hätte, würden diese Kommentatoren sagen: "Das ist der Beweis seiner Kompetenz, er kann nirgendwo arbeiten." Andererseits, sobald er ein Engagement im Nahen Osten annahm, wechselten dieselben zur These: "Das ist der Beweis seiner Kompetenz, er kann nur in exotischen Ländern arbeiten."
Gehalt, Patriotismus und die ‚Privatisierung' der Nationalmannschaft
Die Kolumne berührt auch den finanziellen Aspekt und das wahrgenommene Patriotismus. Wenn er im neuen Job schlechter bezahlt würde als bei der Nationalmannschaft, käme die Kritik: "Das ist sein Patriotismus, am meisten Geld hat er von Kroatien genommen." Wenn das Gehalt jedoch höher ist, dreht sich das Argument: "Das beweist nur, dass ihm Geld am wichtigsten ist. Er hat sich verkauft, und trotzdem hatte er ständig Kroatien im Mund."
Jukić erinnert auch an die Zeit, als Dalić noch die Nationalmannschaft trainierte. Wenn er auf der Bank geblieben wäre, hätte man gehört: "Wann verschwindet er endlich? Er hat die Nationalmannschaft privatisiert." Wenn er gegangen wäre, hätte der Kommentar gelautet: "Er schwört ständig auf Kroatien, und jetzt flieht er." Selbst hypothetische Arbeit ohne Bezahlung wäre nicht ohne Kritik geblieben, mit dem Etikett: "Reiner Populismus und Schauspielerei."
Fakten gegen Vorurteile
Diesen Narrativen stellt der Autor einige einfache Fakten gegenüber. Er betont, dass Dalić auf der Bank der Nationalmannschaft im Vergleich zu den Standards des Weltfußballs ein ‚Taschengeld' verdient habe, obwohl er zugibt, dass dies für den durchschnittlichen Kroaten große Beträge sind. Er unterstreicht auch, dass die Länder des Nahen Ostens sowohl Spielern als auch Trainern enorme Summen zahlen und dass sie in Dalić nicht "irgendwen" sehen, sondern einen Gewinner von Silber und Bronze bei Weltmeisterschaften, was großes Gewicht hat.
"Außerdem hat sich Dalić in dieser Region bereits bewiesen, also ist dies eigentlich eine logische Konsequenz. Aber, siehe da, jetzt ist auch das nicht gut", schließt Jukić und fügt hinzu, dass dieselben Kritiker zuvor die Angebote, die Dalić als Nationaltrainer erhalten hatte, verspottet und als falsch bezeichnet hätten, um nun zu neuen Einwänden überzugehen.
Ein Aufruf zur Ehrlichkeit
Der Kolumnist behauptet nicht, dass Dalić allen sympathisch sein muss. "Du hast das Recht, ihn zutiefst unsympathisch zu finden, und das ist menschlich. Aber dann sollte man das auch so sagen", appelliert Jukić und deutet an, dass es ehrlicher ist, einfach Abneigung zu äußern, als ständig nach Anlässen für Herabwürdigung und Spott in jedem möglichen Szenario zu suchen. Der Text endet mit der Bemerkung, dass man, wenn nichts anderes hilft, immer noch jemanden als heuchlerisch und unmoralisch bezeichnen kann, mit dem ironischen Zusatz, dass "niemand sonst das ist. Besonders nicht Journalisten."