UFC-Schwergewichtschampion Tom Aspinall unterzog sich drei Augenoperationen, nachdem sein Kampf gegen Ciryl Gane bei UFC 321 im Oktober 2025 aufgrund mehrerer Einstiche ins Auge abgebrochen und als kampflos erklärt wurde. In einem Interview mit dem Podcast Great Company With Jamie Lang beschrieb Aspinall die Genesung als die schwierigste chirurgische Erfahrung, die er je gemacht hatte, und verriet, dass er in den ersten Wochen fürchtete, ob er sein Sehvermögen überhaupt zurückgewinnen würde.
Drei Operationen, wacher Patient
Aspinall erklärte, dass eine Operation am linken Auge und zwei am rechten Auge durchgeführt wurden. Was die Eingriffe besonders schwierig machte, war die Tatsache, dass er während jedes einzelnen wach blieb. Das medizinische Personal verwendete Vorrichtungen, um das Auge offen zu halten, und das Auge wurde zuvor mit Tropfen und einer Injektion von der Seite betäubt. Trotzdem sagte Aspinall, er habe die Instrumente auf sich zukommen sehen und den gesamten Vorgang beobachten können, während sie an seinem Auge operierten. Er beschrieb die Eingriffe als horrendous und fügte hinzu, sie seien schlimmer gewesen als jede andere chirurgische Erfahrung in seinem Leben.
Vergleich mit Vasektomie und Angst vor Blindheit
Um die Schwere der Eingriffe zu veranschaulichen, zog Aspinall einen ungewöhnlichen Vergleich. Zuvor hatte er angenommen, dass eine Vasektomie die schwierigste Operation sein würde, die er je durchmachen müsste, doch die Augenoperationen änderten diese Einstellung völlig. Seinen Worten zufolge war die Vasektomie im Vergleich zu dem, was er auf den Operationstischen durchmachte, nichts. Am schlimmsten waren die ersten beiden Wochen nach der Verletzung bei UFC 321, als er, wie er selbst sagte, 'super scared' war, also extrem ängstlich um sein eigenes Sehvermögen. Diese private Unsicherheit spielte sich vor dem Hintergrund einer öffentlichen Debatte ab, die ihm nicht in die Karten spielte.
Fan-Kritik und Realität des Profikampfsports
Parallel zu seiner Genesung erlebte Aspinall die Reaktionen einiger Fans, die behaupteten, er habe die Situation genutzt, um die Fortsetzung des Kampfes zu vermeiden oder einfach nicht weitermachen zu wollen. Diese Erfahrungen hätten ihm eine bittere Lektion über die Natur des professionellen Kampfsports erteilt, so seine Worte. Er sagte, dass Kämpfer in den Augen vieler Menschen die Samstagabend-Unterhaltung seien und dass zahlende Fans feindselig gegenüber einem Kämpfer werden könnten, der nicht in der Lage sei, den Kampf fortzusetzen, unabhängig vom Grund. Er fügte hinzu, dass er nicht erwarten könne, dass sich Millionen von Menschen persönlich um ihn sorgen, betonte aber auch, dass viele, die über die Belastbarkeit professioneller MMA-Kämpfer urteilen, selbst nie im Octagon gestanden hätten.
Aspinalls Weg zum absoluten Titel
Der Kontext von Aspinalls Status als Champion ist wichtig, um die Schwere der Situation zu verstehen. Den Interimsschwergewichtstitel gewann er im November 2023 bei UFC 295, als er Sergei Pavlovich in nur 69 Sekunden ausknockte. Im Juli 2024 bei UFC 304 verteidigte er diesen Interimsgürtel durch einen Stopp von Curtis Blaydes in einer Minute. Absoluter Champion wurde er etwa elf Monate später, als Jon Jones dem UFC seinen Rücktritt mitteilte. Der Kampf gegen Gane sollte die erste Verteidigung des absoluten Titels sein, brachte jedoch statt eines Triumphes drei Operationen und Wochen der Angst um sein Sehvermögen.
Was als Nächstes für Aspinall ansteht
Aspinall hat zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Artikels keinen nächsten Kampf angekündigt, und Details zu seiner Rückkehr in den Octagon sind nicht bestätigt. Was aus seinen Aussagen klar hervorgeht, ist, dass die chirurgische Genesung länger und schmerzhafter verlief, als die Öffentlichkeit angesichts des Ergebnisses von UFC 321, das als 'No Contest' gewertet wurde, angenommen hatte. Der britische Champion machte deutlich, dass die Verletzung eine ernste medizinische Situation war und kein formaler Vorwand für einen unvollendeten Kampf, und dass er den Preis dieses Abends auf dem Operationstisch bezahlt habe, nicht im Octagon.