Die Aufstellung von Müllcontainern auf dem Ban-Jelačić-Platz ist kein Zufall und kein kommunaler Fehler, sondern ein sorgfältig geplanter Schachzug, behauptet Kolumnist Boris Beck in einem am Sonntag, 2. August 2026, auf dem Portal Narod.hr veröffentlichten Text. In seiner Kolumne für die Večernji list entwickelt Beck die These, dass die sogenannte "Možemo-Kultur" wie ein Container organisiert sei, gefüllt mit Geld und geleert, ohne echte Ergebnisse außer ideologischer Indoktrination.
Müllkippen als Triumphsymbol an historischen Orten
Beck zählt eine Reihe von Zagreber Orten auf, an denen Abfallcontainer aufgetaucht sind. Dazu gehören der Kaptol-Platz vor der Kathedrale, der Bereich vor der Palainovka unterhalb des Popov-Turms, der romantische Ilirski trg sowie die Masarykova-Straße vor dem Gebäude der Kuća Kallina. Container wurden auch vor der monumentalen Fassade der Kirche St. Peter aufgestellt, neben dem Haus des kaptoler Gärtners aus dem 18. Jahrhundert in der Vlaška ulica, am Zrinjevac, am Strossmayer-Platz sowie direkt am Eingang zum Haus der Zrinski in der Oberstadt.
"Es gibt keinen schönen, historischen, einzigartigen oder heiligen Ort, an dem nicht eine Müllkippe hineingequetscht wurde", schreibt Beck und zieht eine Parallele dazu, wie sich der ehemalige US-Präsident Donald Trump "in das Foto der spanischen Nationalmannschaft nach dem Gewinn der Weltmeisterschaft hineingedrängt hat". Nach seiner Deutung sind das, was in der Geschichte für Katholiken Kreuze und für Kommunisten Partisanendenkmäler waren, für die Stadtregierung heute eben Müllkippen, ein Zeichen des Triumphes, das an den sichtbarsten Punkten stehen muss.
Finanzierung weltanschaulicher Projekte
Während im öffentlichen Raum leere Zeichen für den utilitaristischen Zweck platziert werden, behauptet Beck, dass Hunderttausende Euro in die Finanzierung weltanschaulicher Projekte umgeleitet werden. Es handele sich, so führt er aus, um ein Netzwerk Gleichgesinnter, organisiert in Vereinen von Mitarbeitern, Freunden, Partnern und Verwandten, deren Aktivitäten, Wandbilder, Aktionen, Konzerte, Performances keine materiellen Spuren hinterlassen. Der Kolumnist erinnert dabei daran, dass einer der verbundenen Vereine ausgerechnet Kontejner heißt, und suggeriert, dass die echten Container nur ein "Rauchschleier" seien.
"Der falsche Gott des Geldes hat den Platz des wahren Gottes eingenommen", so Beck in seiner Kolumne für die Večernji list.
Jakuševac als archäologische Stätte verdrängter Geschichte
Im zweiten Teil der Kolumne widmet sich Beck der Mülldeponie Jakuševac und nennt sie "die größte archäologische Stätte verdrängter Zeitgeschichte". Der gesamte persönliche und kollektive Müll der letzten fünf Jahrzehnte, von Bilderbüchern und Spielzeug über Notizbücher und Briefe, liege dort im Negativ, schreibt der Autor.
In einer Reihe von Assoziationen zählt er auf, was man auf Jakuševac alles finden könnte: "ein altes bekritzeltes Notizbuch von Cesarić, die Bogensaite von Tonko Ninić, der kahle Pinsel von Edo Murtić, Džamonjas rostige Nägel, die Unterhosen von Tomo Gotovac, Šuvars Weißbuch, die Memoiren von Jakov Blažević, Haare aus Račans Bart, Handtücher, mit denen sich Tito abtrocknete, vielleicht sogar eine Serviette von Tuđman". Dazu kommt "internationaler Müll": ein Plektrum von Keith Richards, ein leeres Notizbuch von John Cage, Taschentücher von George W. Bush und Damenbinden von Tina Turner.
Menstruationsmuseum und ironischer Vorschlag
Beck schlägt ironisch vor, dass das Ausgraben von Jakuševac zum ersten weltweiten Menstruationsmuseum führen könnte, angesichts der "fünf Jahrzehnte Tampons und Binden", die sich dort befinden. Er erinnert daran, dass Bürgermeister Tomislav Tomašević aus dem Institut für politische Ökologie an die Macht kam, und deutet an, dass die Konservierung von Jakuševac und seine Öffnung für die Öffentlichkeit mit Führungen eine "erstklassige politisch-ökologische Aktion" wäre.
"Unsere Jugend, die das Schreiben den Maschinen überlässt, hat sich vom Denken verabschiedet", warnt Beck in dem Text.
Die Kolumne schließt mit der Bemerkung, dass dem Hineinzwängen von Unterflurcontainern an historisch bedeutende Orte kein Ende gesetzt sei, und fügt hinzu, dass kommunistische Denkmäler "vor diesem Grauen verschont geblieben wären", aber leider nur wenige übrig seien. Der gesamte Text endet mit einer rhythmischen Aneinanderreihung von Wörtern, die die moderne Mentalität veranschaulichen: "Haus, Haus, Haus, Strand, Strand, Strand, Terrasse, Terrasse, Terrasse, Lokal, Lokal, Lokal".