Am Montag, dem 10. August 2026, wurde in Požega das Fest des heiligen Laurentius, Diakon und Märtyrer, Schutzpatron der Diözese Požega und ihrer Caritas, feierlich begangen. Die Messe vor dem Bischofshaus, neben der Kirche des heiligen Laurentius, zelebrierte der Zagreber Weihbischof Marko Kovač zusammen mit dem Bischof von Požega, Ivo Martinović, und weiteren Priestern.
Verworfen wie Kirchenschätze
In seiner Predigt verband Bischof Kovač das Leben des heiligen Laurentius mit der Frage, was Kirche und Gesellschaft wirklich für wertvoll halten. Er erinnerte an die kirchliche Überlieferung, nach der die römischen Behörden von Laurentius, nachdem er nach der Hinrichtung seines Bischofs einige Tage Lebenszeit erhalten hatte, die Herausgabe des Kirchenschatzes verlangten und Gold, Silber und Kostbarkeiten erwarteten.
Stattdessen führte Laurentius vor den römischen Präfekten Arme, Witwen, Waisen, Kranke und Verstoßene. "Seht den Schatz der Kirche", sagte der heilige Laurentius der Überlieferung zufolge. In diesem Bild erkannte Bischof Kovač eine zeitlose Botschaft. Er sagte, für den römischen Präfekten sei Schatz gewesen, was man messen, zählen und schützen könne, für Laurentius aber lag der Schatz im menschlichen Antlitz.
Goldenes Tal in neuem Licht
Diese Botschaft verband er direkt mit dem Tal von Požega, das seit Jahrhunderten den Namen Vallis aurea, also Goldenes Tal, trägt. "Das wahre Gold des Tals von Požega sind nicht die Dinge, die wir besitzen, sondern die Menschen, die wir lieben", betonte Bischof Kovač.
Damit erhielt der bekannte Name der Region eine andere, tiefere Bedeutung. Der Wert der Region Požega liegt nicht nur im fruchtbaren Boden, in den Weinbergen, Häusern und materiellen Gütern, sondern in der Art und Weise, wie die Gemeinschaft mit Schwachen, Kranken, Einsamen oder Verstoßenen umgeht.
Eine Frage an die heutige Gesellschaft
Gerade deshalb ist der heilige Laurentius als Schutzpatron der Caritas ein besonders starkes Symbol. Sein Wort ist nicht nur Teil der Märtyrergeschichte, sondern stellt der heutigen Welt eine konkrete Frage: Sehen wir den Wert eines Menschen, wenn wir keinen Nutzen von ihm haben?
Das Fest in Požega war daher nicht nur eine Erinnerung an einen Heiligen des frühen Christentums. Es war eine Erinnerung an den Maßstab, nach dem die Stärke einer Gemeinschaft nicht daran gemessen wird, was sie hat, sondern daran, wen sie nicht vergisst.