Am ersten Tag der 27. Leichtathletik-Europameisterschaften in Birmingham kam von den fünf kroatischen Vertretern nur einer weiter. Marino Bloudek qualifizierte sich für das Halbfinale über 800 Meter, während Filip Pravdica, Marko Čeko, Matija Gregurić und Natalija Švenda ihre Auftritte bereits in der Qualifikation beendeten.
Die kroatische Delegation im Alexander Stadium, dessen Kapazität aufgrund des großen Interesses von 18.000 auf Tausende zusätzliche Sitzplätze erhöht wurde, umfasst 16 Athletinnen und Athleten. Zum Vergleich: Serbien entsandte 13, Slowenien 27 Teilnehmer. Allerdings fehlen die traditionell stärksten Trumpfkarten: Sandra Elkasević und Filip Mihaljević haben beschlossen, die gesamte Saison auszulassen.
Bloudek souverän im Halbfinale
Der kroatische Rekordhalter über 800 Meter, der im vergangenen Jahr den langjährigen nationalen Rekord des legendären Luciano Sušanj gebrochen hatte, trat in der ersten Qualifikationsgruppe an und belegte mit einer Zeit von 1:47,23 Minuten den zweiten Platz. Obwohl dies deutlich langsamer ist als seine persönliche Bestzeit (1:44,01), reichte das Ergebnis für einen sicheren Einzug ins Halbfinale. Vor ihm überquerte der Ire Mark Englesih die Ziellinie (1:46,96), während der schnellste Läufer der Qualifikation der Franzose Yanis Meziane mit 1:45,10 war.
Bloudek, der 2017 Junioren-Europameister wurde und im vergangenen Winter den fünften Platz bei der Hallen-Weltmeisterschaft belegte, ist im europäischen Ranking Neunter. Das Halbfinale findet am Dienstag um 12:20 Uhr statt.
Weitspringer enttäuschen, auch Gregurić ohne Finale
Im Weitsprung blieb das kroatische Duo weit von einer Finalteilnahme entfernt. Filip Pravdica, nationaler Rekordhalter und Olympiafinalist, belegte mit 7,62 Metern den 20. Platz, 37 Zentimeter weniger als seine Saisonbestleistung. Erinnern wir uns: Auch bei der letzten Weltmeisterschaft in Tokio enttäuschte er in der Qualifikation, woraufhin er den Verband öffentlich der Sabotage beschuldigte.
Marko Čeko, der 2022 in München als 22-Jähriger noch das Finale erreicht hatte, wurde nun mit 7,39 Metern 26. und verfehlte seine Saisonbestleistung um 38 Zentimeter. Bester der Qualifikation war der Serbe Luka Bošković mit 8,33 Metern, während der Tscheche Petr Meindlschmid mit 7,91 Metern als Letzter ins Finale einzog.
Matija Gregurić, im europäischen Ranking 15., warf im Hammerwurf 73,49 Meter, drei Meter weniger als seine Saisonbestleistung, und belegte damit den 15. Platz. Hätte er seine persönliche Bestleistung (76,68 m) wiederholt, wäre er locker im Finale gewesen. Der letzte Platz, der für das Finale reichte (12.), ging an den Griechen Christos Frantzeskakis mit 75,22 Metern, während der Tscheche Volodymyr Myslyvcuk mit 79,61 m die Qualifikation anführte.
Debütantin Švenda ohne Weiterkommen
Natalija Švenda, die im vergangenen Jahr einen neuen nationalen Rekord über 400 Meter Hürden aufgestellt hatte (56,01 s), belegte in ihrer Gruppe den siebten Platz mit 57,28 Sekunden, mehr als eine Sekunde langsamer als ihre Saisonbestleistung. Im Feld von 24 Läuferinnen landete sie auf Rang 22. Für ein Weiterkommen hätte sie 56,35 Sekunden laufen müssen.
Was folgt: Tolj, Kolak und junge Hoffnungen
Bereits am Mittwoch stehen die Qualifikationen im Diskuswurf der Frauen an, bei denen Marija Tolj, Neunte im europäischen Ranking, das Finale anstrebt. Am selben Tag tritt Veronika Drljačić über 400 Meter an. Am Donnerstag geben Karlo Marciuš über 200 Meter und Bruno Belčić über 3000 Meter Hindernis ihr Debüt, beide sind kroatische Rekordhalter.
Am Wochenende werden die 20-jährige Jana Koščak im Siebenkampf sowie die 19-jährige Vita Barbić im Speerwurf im Mittelpunkt stehen, die unmittelbar vor der EM Silber bei der Junioren-WM in Eugene gewann. Auch Sara Kolak, Olympiasiegerin mit einer persönlichen Bestleistung von 68,43 Metern und Fünfte im europäischen Ranking, ist dabei, ihre Form ist unbekannt, aber die Geschichte zeigt, dass sie am besten wirft, wenn man am wenigsten von ihr erwartet.