Im westlichen Teil von Zagreb erstreckt sich auf einer Fläche von 1,7 Hektar der Krankenhausfriedhof Vrapče. Obwohl er der breiten Öffentlichkeit wenig bekannt ist, stellt er einen Ort reicher Geschichte dar, an dem im Laufe der Jahre etwa 3.500 Menschen ihre letzte Ruhe gefunden haben. Die letzte Verabschiedung an diesem Ort fand 1977 statt.
Gründung für den Bedarf des Krankenhauses und ungewöhnliche Pflege
Die Klinik für Psychiatrie Vrapče wurde 1899 Eigentümerin des Grundstücks mit der Absicht, einen Ort für die Bestattung ihrer verstorbenen Patienten zu sichern. Mit der Zeit stieg die Zahl der Grabstätten auf fast 2.000, und dort wurden neben Patienten und Mitarbeitern der Einrichtung auch deren Angehörige sowie Bewohner der umliegenden Siedlungen Vrapče und Kustošija beigesetzt.
Interessanterweise waren in die Pflege des Friedhofs, solange er unter der Zuständigkeit des Krankenhauses stand, auch die Patienten selbst eingebunden. Im Rahmen von arbeits- und beschäftigungstherapeutischen Aktivitäten widmeten sie sich der Gartenarbeit und der Pflege des Geländes, was jahrzehntelang den Alltag der Einrichtung mit diesem Ort verband. Nur ein Jahr nach der letzten Beisetzung, 1978, beschloss die damalige Gemeinde Susedgrad die offizielle Schließung.
Kriegstragödie und bekannte Namen
Der schwerste Tag in der Geschichte des Krankenhauses ereignete sich am 14. März 1945, als bei einem alliierten Luftangriff 37 Patienten und neun Mitarbeiter ums Leben kamen. Auf dem Krankenhausfriedhof stehen noch heute zwei Massengräber, in denen die Opfer dieses Angriffs ruhen und so die Erinnerung an die Tragödie kurz vor dem Ende des Zweiten Weltkriegs bewahren.
An diesem Ort fand zunächst auch die bekannte kroatische Malerin Slava Raškaj ihre letzte Ruhestätte, die 1906 während ihrer Behandlung in Vrapče verstarb. Ihre sterblichen Überreste wurden später auf den Friedhof in Stenjevec überführt, um 1999 exhumiert und in ihre Geburtsstadt Ozalj zurückgebracht zu werden. Hier ist auch der langjährige Direktor des Krankenhauses, Dr. Ivo Žirovčić, begraben, dessen Name mit den Anfängen und der Entwicklung der modernen Psychiatrie in Kroatien verbunden ist.
Von Plänen für eine Kirche bis zur gesetzlichen Hürde
Die Verwaltung des Friedhofs übernahm 1994 die Einrichtung Gradska groblja. Einige Jahre später, Anfang 1998, entstand auf Anregung des Pfarrers Marijan Pavlović die Idee, eine Kirche und ein Memoriam-Beinhaus zu errichten, in dem die sterblichen Überreste aller Verstorbenen vereint werden sollten. Ein Wettbewerb wurde durchgeführt, ein Bauunternehmen ausgewählt und ein Ausführungsprojekt für ein pastorales Zentrum erstellt, doch man ließ davon ab, nachdem die Bürger Ersatzgrabstätten auf dem Mirogoj-Friedhof forderten.
Der entscheidende Moment für das Schicksal dieses Ortes kam im selben Jahr mit dem Inkrafttreten des neuen Friedhofsgesetzes. Dessen Bestimmungen schreiben vor, dass ein Friedhof oder ein Teil davon erst nach Ablauf von mindestens hundert Jahren nach der letzten Beisetzung verlegt werden darf. Da der letzte Verstorbene hier 1977 beigesetzt wurde, wird dieser Zeitrahmen zum entscheidenden Faktor für jegliche zukünftige Maßnahmen.
Grünes Denkmal abseits der öffentlichen Aufmerksamkeit
Heute ist dieser alte Friedhof im Grün von Vrapče versunken, weitgehend abseits des alltäglichen städtischen Trubels. Obwohl der Zahn der Zeit und die Natur an vielen Gräbern sichtbare Spuren hinterlassen haben, zeugt der Ort weiterhin von der Geschichte der Klinik für Psychiatrie Vrapče und der Entwicklung der psychischen Gesundheitsversorgung in Kroatien. Hinter den Grabsteinen verbergen sich Lebensgeschichten von Menschen, die einen bedeutenden Teil ihres Daseins innerhalb der Krankenhausmauern verbracht haben, in Zeiten, als die Stigmatisierung psychischer Erkrankungen noch ausgeprägter war. Die Wege mit Bänken, die durch den Friedhof führen, werden heute von vielen Spaziergängern und Radfahrern genutzt, die sie als Abkürzung zwischen zwei Zagreber Siedlungen verwenden.