Während die Temperaturen Rekorde brechen, leiden die Ältesten am meisten. Im Zagreber Seniorenheim Trnje läuft das Leben dieser Tage nach einem sorgfältig geplanten Zeitplan ab, und die Hauptregel ist einfach: Zwischen 10 und 17 Uhr auf keinen Fall nach draußen gehen. In diesen heißesten Stunden halten sich die Bewohner in gekühlten Räumen auf, und das Personal überwacht aufmerksam ihren Gesundheitszustand.
Katica (93): "Wir haben die Natur zerstört, jetzt zahlt sie es uns heim"
Frau Katica Lončarić kann sich in ihren 93 Jahren nicht an solche Sommer erinnern. "Ich kann mich nicht an solche Hitze erinnern, es gab schon Hitzewellen, aber wir haben auch auf dem Feld gearbeitet. Ich erinnere mich, dass wir auf dem Feld arbeiteten, zum Beispiel beim Bohnenpflücken, beim Häufeln von Mais oder Kartoffeln, auf dem Feld wurde gearbeitet, dann gab es eine Stunde Pause und nachmittags ging es weiter, aber das ist jetzt eine etwas andere Hitze", erinnerte sie sich im HRT-Magazin.
Sie fügte auch ihre eigene Erklärung hinzu, warum es heute so unerträglich ist: "Wir haben dafür gesorgt, dass wir auf diesem Globus die Natur zerstören, jetzt zahlt sie es uns heim." Doch trotz ihres Alters hat Katica ein klares Rezept zum Überleben der Hitze. "Wenn ich raus muss, gehe ich, solange es Schatten gibt, das ist früh am Morgen. In meiner Handtasche ist mein Fächer, unbedingt Wasser und natürlich feuchte Tücher", verriet sie ihre kleinen Geheimnisse.
Josip (84): Vom Frühstück bis zum Mittagessen streng nach Plan
Ihr Nachbar im Heim, der 84-jährige Josip Slunjski, passt wegen seines hohen Blutdrucks besonders auf sich auf. Sein Tag ist sorgfältig geplant, um die größte Hitze zu vermeiden. "Ich habe hohen Blutdruck, also muss ich auf mich aufpassen. Morgens direkt nach dem Frühstück sind wir eine halbe Stunde, höchstens zwei, draußen in unserem Park, und dann gehen wir rein, lassen Klimaanlage und Ventilator laufen und bis zum Mittagessen wieder", erzählte Josip.
Die Nachmittagsstunden sind für Ruhe im gekühlten Zimmer reserviert. "Nachmittags sind wir bis zum Abend im Zimmer, wenn das Wetter gut ist, gehen wir raus, wenn es schwül ist, nicht, also wir schonen uns ziemlich", fügte er hinzu und bestätigte, dass die Warnungen vor den Gefahren der Hitzewelle im Heim ernst genommen werden.
Fachliche Betreuung: Flüssigkeit, Blutdruck und ständige Überwachung
Die Leiterin der Abteilung für Gesundheitsfürsorge II, Mirna Perić, betonte, dass ältere Menschen während extremer Hitze zu den empfindlichsten gehören und dass die Sorge um ihre Gesundheit oberste Priorität hat. "Wir fördern regelmäßig die Flüssigkeitsaufnahme, kontrollieren den Gesundheitszustand, den Blutdruck, Anzeichen möglicher Dehydrierung, ermöglichen den Bewohnern den Aufenthalt in kühleren Räumen und raten ihnen, zwischen 10 und 17 Uhr nicht nach draußen zu gehen", erklärte Perić im HRT-Magazin.
Bis die Temperaturen sinken, gelten für alle Bewohner des Heims einfache Regeln: direkte Sonneneinstrahlung vermeiden, Schatten suchen und, am wichtigsten, auf die Ratschläge des medizinischen Personals hören.