Ehepaar Šincek vergrub gefährlichen Abfall
USKOK ermittelt gegen ein Netzwerk von Verdächtigen, das Familie, Geschäftspartner und den ehemaligen Chefinspektor Andrija Mikulić umfasst.
USKOK ermittelt gegen ein Netzwerk von Verdächtigen, das Familie, Geschäftspartner und den ehemaligen Chefinspektor Andrija Mikulić umfasst.
Nachdem die USKOK einen Bericht über die Verschmutzung durch gefährlichen Abfall in den Gebieten Gospić, Varaždin und Benkovac vorgelegt hat, geriet das Ehepaar Josip und Monika Šincek in den Mittelpunkt der Ermittlungen. Laut der Journalistin Laura Šiprak von 24 sata wird Josip vorgeworfen, das gesamte illegale System entworfen zu haben, während Monika eine Schlüsselrolle bei der Koordination der Geschäfte, der Vertragsgestaltung und der Führung der Unternehmen spielte.
Die Firmen von Šincek waren offiziell mit der Verarbeitung von Abfällen zu Bauprodukten beschäftigt, weshalb Lastwagen voller Plastikballen und gemahlenem Material lange Zeit keinen Verdacht erregten. Die USKOK vermutet jedoch, dass sich hinter der Fassade des legalen Geschäfts ein lukratives Geschäft mit gefährlichem Abfall verbarg.
Laura Šiprak beschreibt für 24 sata das Schema, das Gewinne einbrachte: "Die grundlegende Rechnung war einfach: Die Entsorgung von Abfällen in europäischen Ländern ist teuer, besonders wenn es sich um gefährlichen, medizinischen oder schwer abbaubaren Abfall handelt. Die Firmen von Šincek boten niedrigere Preise als die Konkurrenz, erhielten Aufträge und dann wurde, anstatt einer teuren und ordnungsgemäßen Behandlung, ein Teil der Sendungen nach Kroatien gebracht, gemahlen, mit Erde und Kies bedeckt oder mit Baumaterial vermischt. Die Differenz zwischen der abgerechneten Entsorgung und dem tatsächlichen, weitaus billigeren Vergraben blieb den Organisatoren."
In die Ermittlungen ist auch Europol eingebunden. Der Abfall kam hauptsächlich aus Italien, Slowenien und Deutschland, ein kleinerer Teil des medizinischen Abfalls stammte aus Krankenhäusern in Kroatien. Über etwa 1750 Sendungen, jede etwa 20 Tonnen schwer, wurden etwa 35.000 Tonnen Abfall nach Kroatien importiert.
Neben dem Ehepaar ermittelt die USKOK auch gegen eine Reihe anderer Personen. Jerko Kostelac, der lange Zeit in der Gespanschaft Lika-Senj als Umweltberater tätig war, gehörte dazu; er erteilte der Firma Tipos Resurs Genehmigungen für die Abfallbewirtschaftung in Gospić.
Im Kreis der Verdächtigen befinden sich auch Familienmitglieder: Monikas Vater Mile Stevanović, von dem vermutet wird, dass er Land und Kies zum Abdecken des gemahlenen Abfalls beschaffte, sowie Antonija Bauk, die Partnerin von Monikas Bruder. In der Geschäftskonstruktion stellt auch Franciska Dodić ein wichtiges Glied dar, die mit Monika über verbundene Firmen Arbeiter und Transport koordinierte.
Besonders intrigant ist die Rolle von Paško Dodić, einem Goldschmied und Ehemann von Franciska, der ein Steinbruchgelände bei Benkovac besaß; dort wurde ebenfalls Abfall abgelagert, obwohl es keine Genehmigung dafür gab. Obwohl Dodić im ersten Teil des Verfahrens nicht unter den Verdächtigen genannt wird, ist er eine wichtige Verbindung zwischen den Akteuren. Nach verfügbaren Informationen war er es, der Josip Šincek mit dem damaligen Chefinspektor Andrija Mikulić verband.
Der Name Mikulić eröffnete eine neue, politisch sensibelste Ebene des Falles. Josip Šincek erhob in seiner Verteidigung vor der USKOK schwere Vorwürfe. "Šincek behauptete in seiner Verteidigung vor der USKOK, dass Mikulić von ihm eine halbe Million Euro Bestechungsgeld verlangt habe, damit die Inspektion ein Auge zudrücke und ihm die Fortsetzung des Geschäfts ermögliche. Nach diesen Behauptungen trafen sie sich mindestens zweimal in einer Kneipe in Gospić," berichtet Laura Šiprak für 24 sata.
Šincek behauptet, das Geld nicht gegeben zu haben, und nach diesen Treffen wurden seinen Firmen zunehmend Genehmigungen entzogen. Andererseits erklärten Mikulićs Anwälte, dass ihnen diese Behauptungen nicht bekannt seien. Es liegt an der USKOK zu entscheiden, ob Šinceks Aussagen zutreffen oder ob es sich um den Versuch handelt, die Schuld auf andere abzuwälzen.