Stephen Hawking bleibt in Erinnerung als einer der bekanntesten Physiker und Kosmologen der Neuzeit, doch in den letzten Jahren seines Lebens sprach er zunehmend über die Zukunft der Menschheit. Der Wissenschaftler, der jahrzehntelang das Universum erforschte, äußerte öffentlich Warnungen vor Szenarien, die seiner Meinung nach eine ernsthafte Bedrohung für die menschliche Zivilisation darstellen könnten.
Besonders hervorzuheben waren dabei vier Gefahren: Atomkrieg, gentechnisch veränderte Krankheitserreger, Klimawandel und unkontrollierte Entwicklung künstlicher Intelligenz. Heute, einige Jahre nach seinem Tod, klingen einige dieser Warnungen aktueller denn je.
Ärzte gaben ihm zwei Jahre zu leben
Hawking wurde am 8. Januar 1942 in Oxford geboren, genau 300 Jahre nach dem Tod von Galileo Galilei. Er starb am 14. März 2018, am Geburtstag von Albert Einstein, im Alter von 76 Jahren.
Sein Lebensweg war stark von einer Krankheit geprägt, die in jungen Jahren entdeckt wurde. Bereits mit 21 Jahren wurde bei ihm Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) diagnostiziert, und die Ärzte schätzten damals, dass er nur noch wenige Jahre überleben könnte, wie die Autorin Vanda Poljak für Dnevno.hr berichtet.
Es kam genau anders. Hawking lebte jahrzehntelang mit dieser Krankheit, baute eine außergewöhnliche wissenschaftliche Karriere auf und wurde zu einem der bekanntesten Wissenschaftler der Welt. Am bekanntesten ist er für seinen theoretischen Beitrag, der nahelegt, dass Schwarze Löcher Energie durch Quantenmechanik abstrahlen können, was später als Hawking-Strahlung bekannt wurde.
Er warnte vor dem Klimawandel
Eine seiner häufigsten Warnungen betraf die globale Erwärmung. Laut einem Bericht von Dnevno.hr äußerte Hawking die Überzeugung, dass unkontrollierte Klimaveränderungen schwerwiegende Folgen für unseren Planeten und die menschliche Gesellschaft haben könnten.
Er betonte oft das Risiko, Kipppunkte zu erreichen, nach denen ein Stopp des Klimawandels nahezu unmöglich würde. Auch nach seinem Tod sieht sich die Welt mit extremen Wetterphänomenen wie Rekordhitzen, Hitzewellen, Waldbränden, Dürren und ähnlichen Ereignissen konfrontiert.
Besonders besorgt war er über künstliche Intelligenz
Eine zweite Warnung Hawking, die in den letzten Jahren völlig neues Gewicht erhalten hat, betrifft künstliche Intelligenz. Hawking hielt Technologie nicht grundsätzlich für schädlich; tatsächlich glaubte er, dass ihr Fortschritt große Vorteile für die Menschheit bringen könnte.
Seine Sorge galt der potenziellen Schaffung von Systemen, die die menschliche Intelligenz übertreffen könnten und deren Verhalten die Menschen nur schwer kontrollieren könnten. Künstliche Intelligenz ist bereits jetzt Teil des Alltags vieler Menschen, und ihre rasante Entwicklung hat Debatten über Sicherheitsfragen, Kontrolle, Auswirkungen auf Beschäftigung und Regulierung ausgelöst.
Er fürchtete auch Atomkrieg und manipulierte Viren
Auf seiner Liste potenzieller Katastrophen stand auch der Atomkrieg. Hawking warnte, dass die Menschheit über Technologien verfügt, die enormen Schaden anrichten können, und betonte, dass menschliche Aggressivität zusammen mit modernen Waffen eine große Gefahr darstellt.
Er äußerte auch Bedenken hinsichtlich biologischer Bedrohungen, einschließlich gentechnisch veränderter Viren. Der wissenschaftliche Fortschritt ermöglicht es den Menschen, Biologie auf Weisen zu verändern, die früher undenkbar waren, und Hawking fürchtete, dass diese Fähigkeiten missbraucht werden könnten.
Er sah Rettung außerhalb der Erde
Trotz der Warnungen war Hawkings Blick auf die Zukunft nicht ausschließlich pessimistisch. Er vertraute auf die Wissenschaft, die menschliche Neugier und die Erforschung des Weltraums und glaubte, dass die Menschheit nicht dauerhaft auf einen Planeten beschränkt bleiben sollte.
Deshalb unterstützte er die Erforschung des Weltraums und die Möglichkeit, menschliche Gemeinschaften außerhalb der Erde zu gründen. Für ihn war die Ausbreitung auf andere Planeten nicht nur die Verwirklichung science-fictionaler Ideen, sondern auch ein Weg, das langfristige Überleben der menschlichen Spezies zu sichern.
Hawking war kein Prophet, daher sollten seine Warnungen nicht als genaue Vorhersagen zukünftiger Ereignisse interpretiert werden. Wie Dnevno.hr abschließend feststellt, waren diese Warnungen Risikobewertungen eines Wissenschaftlers, der glaubte, dass technologische Entwicklung der Menschheit sowohl enorme Möglichkeiten als auch Mittel bietet, die ihr eigenes Überleben gefährden können.