Coolcation verändert die Regeln: Bleibt Kroatien ohne Touristen?
Der Trend, der Hitze im Urlaub zu entfliehen, wird immer ausgeprägter, und skandinavische und schottische Reiseziele werden zu ernstzunehmenden Konkurrenten der Adria.
Der Trend, der Hitze im Urlaub zu entfliehen, wird immer ausgeprägter, und skandinavische und schottische Reiseziele werden zu ernstzunehmenden Konkurrenten der Adria.
In der Welt des Reisens ist ein neuer Trend aufgetaucht, der die touristische Landkarte erheblich umgestalten und Kroatien vor große Herausforderungen stellen könnte. Die Rede ist vom sogenannten "Coolcation"-Urlaub, einer Wortkombination aus den englischen Begriffen für kühl und Urlaub, der das bewusste Wählen von Sommerzielen mit angenehmeren, niedrigeren Temperaturen bezeichnet. Dieses Phänomen, über das am 12. August 2026 die Zeitung Večernji list ausführlich berichtete, stellt die gängige Überzeugung in Frage, dass Sonne und warmes Meer ausreichen, um Gäste anzuziehen.
Immer extremere Hitzewellen und Bilder von verbranntem Land verändern die Art und Weise, wie Menschen ihren Urlaub erleben. Der Aufenthalt im Freien wird erschöpfend, und hohe Temperaturen beeinträchtigen das gesamte Reiseerlebnis. Genau dieser Faktor treibt eine wachsende Zahl von Reisenden in den Norden Europas, wo die Sommer mild bleiben und die Natur zugänglich und unberührt ist.
Als Beispiele für Reiseziele, die perfekt der Logik des "Coolcation" entsprechen, werden die norwegischen Fjorde, Stockholm mit seinem Archipel und Helsinki, das Inseln und Saunakultur verbindet, genannt. Dazu kommen Reykjavik als Ausgangspunkt für die Erkundung Islands und Edinburgh, eine Stadt, die ideal für lange Spaziergänge, Museumsbesuche und Ausflüge in die umliegende Natur ist. Interessanterweise werden diese Reiseziele trotz der Entfernung zunehmend auch von Kroaten besucht.
Večernji list betont in seiner Analyse, dass sich der kroatische Tourismus nicht ausschließlich auf natürliche Schönheiten verlassen sollte. "Die Zukunft des Tourismus wird nicht dem gehören, der das wärmste Meer hat, sondern dem, der den angenehmsten Sommer hat. Andernfalls werden die Touristen auf ganz anderen geografischen Breiten gezählt", heißt es in dem Artikel.
Dieser Satz fasst den Kern des Problems zusammen: Während die Adria traditionell mit kristallklarem Wasser und langen Sonnenstunden beworben wird, werden genau diese Eigenschaften während der Hochsaison zur Belastung. Die extremen Temperaturen im Juli und August könnten einen Teil der Gäste abschrecken, die einen aktiven Urlaub in der Natur suchen und nicht nur Erfrischung am Strand.
Obwohl der Text keine konkreten statistischen Daten über einen Rückgang der Touristenzahlen in Kroatien aufgrund dieses Trends nennt, ist die Botschaft klar: Der Klimawandel ist keine abstrakte Bedrohung mehr, sondern eine Realität, die direkt eine der tragenden Säulen der kroatischen Wirtschaft trifft. Die Anpassung an die neuen Gegebenheiten und die Schaffung eines Angebots, das über die Formel "Sonne und Meer" hinausgeht, erweist sich als Imperativ.