Čulina an Pupovac: Wer beansprucht das Recht, Kroatien zu erschaffen?
Auf Pupovacs Behauptung, das Oluja-Fest bedrohe den Staat, den er 'erschaffen' habe, kam eine scharfe Antwort, die von Vukovar bis zur Dinara widerhallt.
Auf Pupovacs Behauptung, das Oluja-Fest bedrohe den Staat, den er 'erschaffen' habe, kam eine scharfe Antwort, die von Vukovar bis zur Dinara widerhallt.
Wenn Milorad Pupovac das Oluja-Fest als Bedrohung für Kroatien bezeichnet, dann handelt es sich nicht mehr um eine politische Meinung, sondern um den Versuch, Geschichte umzuschreiben. Genau darauf hat Robert Čulina unmissverständlich geantwortet, indem er die Frage stellte, die viele in Kroatien seit Jahren stellen, die aber niemand so offen formuliert hat: Wer genau beansprucht das Recht, Kroatien zu 'erschaffen'?
In seinem Beitrag in den sozialen Medien, der sich rasant verbreitet, hat Čulina am 7. August 2026 Pupovac direkt angeprangert und daran erinnert, dass es sich um einen Mann handelt, der 1991 'für das zerfallende Jugoslawien die Daumen gedrückt' hat und heute 'den Verteidigungskrieg des eigenen Staates seit Jahren als verbrecherisches Unterfangen darzustellen versucht'.
Čulina betont in seinem Beitrag, den Nacionalno Plus überträgt, dass Kroatien 'nicht in den Restaurants des Parlaments entstanden ist, noch durch politische Deals und das Erpressen von Privilegien unter der Androhung, die parlamentarische Mehrheit zu sprengen'. Stattdessen, so betont er, 'wurde es durch Blut, Opfer und den Sieg der Verteidiger auf den Trümmern von Vukovar und auf den Felsen der Dinara geschaffen, von denen aus in der Oluja die großserbische Aggression gebrochen wurde'.
Daher bezeichnet Čulina die Behauptung, dass die Feier dieses Sieges den Staat gefährde, als 'reine Verdrehung der Thesen und Auferlegung von Schuld gegenüber den Siegern'.
Der Autor des Beitrags spart nicht mit Worten, wenn er Pupovacs jahrelanges politisches Wirken beschreibt. 'Pupovac führt seit Jahren eine Politik, die viele zu Recht als systematische Untergrabung der Staatsfundamente selbst wahrnehmen', schrieb Čulina. 'Durch das Beharren auf dem Narrativ des verbrecherischen Charakters der Verteidigungsaktionen werden direkt die Grundlagen angegriffen, auf denen Kroatien ruht.'
Besonders kritisierte er Pupovacs Verhältnis zu Belgrad. 'Sein politisches Refugium sucht er weiterhin in Belgrad, wo er bei Versammlungen mit der serbischen Führung ruhig Vergleiche Kroatiens mit den dunkelsten Regimen der Geschichte anhört', heißt es in dem Beitrag. 'Gleichzeitig heizt er im eigenen Land ständig die Geschichte von der dauerhaften Bedrohung an, wodurch er absichtlich die echte Integration der serbischen Gemeinschaft verhindert.'
Čulina hat in seiner Antwort auch eine schmerzhafte Frage aus den Neunzigern aufgeworfen, die Pupovacs Biografie weiterhin belastet. 'Besonders quälend ist es zu sehen, wie jegliche Verantwortung für die Ereignisse Anfang der Neunziger vermieden wird', schrieb er. 'Der Schatten des Falls Dr. Ivan Šreter, eines friedlichen Arztes aus Pakrac, der entführt und ermordet wurde und für dessen Austausch Pupovac Garantien gegeben hatte, bleibt weiterhin ein unauslöschlicher Fleck auf seiner Biografie.'
Er erinnerte auch an das tragische Schicksal der Familie: 'Während die Familie von Dr. Šreter auch nach drei Jahrzehnten nach seinen Gebeinen sucht, hält Pupovac der Öffentlichkeit Vorträge über Nationalismus.'
Im Schlussteil des Beitrags fasste Čulina seine Botschaft zusammen. 'Das Kroatien, das er erschaffen hat, war offensichtlich als ein Staat mit reduzierter Souveränität gedacht, ein Staat, der sich seines eigenen Sieges schämen und sich ständig dafür entschuldigen sollte, dass er überhaupt überlebt hat', schrieb er.
Er schloss unmissverständlich: 'Die Feier der Oluja ist keine Bedrohung für Kroatien. Die Bedrohung sind diejenigen, die von innen versuchen, die Grundlagen, auf denen es geschaffen wurde, zunichtezumachen, indem sie sich das Recht anmaßen, ihm Vergangenheit und Zukunft vorzuschreiben.'