Valdas Dambrauskas, einstiger Trainer von Hajduk Split und Gorica, schreibt weiterhin Geschichte auf der Bank des aserbaidschanischen Klubs Sabah. Seine Mannschaft deklassierte am Dienstagabend im Heimspiel in Baku den dänischen Klub Aarhus (AGF) mit 4:0 und sicherte sich den Einzug in die Playoffs der Champions League.
Wendepunkt für die Geschichtsbücher
Nachdem sie im Hinspiel in Dänemark vor sieben Tagen mit 2:1 unterlegen waren, lieferten die Fußballer von Sabah ein beeindruckendes Rückspiel ab. Die Gastgeber gingen in der 59. Minute durch ein Tor des serbischen Stürmers Veljko Simić in Führung, der bereits im Duell gegen TNS und den finnischen Klub KuPS zum Helden wurde. Nur acht Minuten später verdoppelte der französische Innenverteidiger und Nationalspieler von Guadeloupe, Steve Solvet, die Führung.
Den endgültigen Schlag gegen den dänischen Meister setzten sie in der Schlussphase des Spiels. Joy-Lance Mickels, der ruandische Stürmer, erzielte in der 79. Minute das 3:0, und den Endstand von 4:0 stellte Xander Severina in der 90. Minute her. Mit diesem Sieg feierte Sabah einen Gesamtsieg von 5:2 in der Begegnung und sicherte sich mindestens die Gruppenphase der Europa League.
Nah an der Champions League
Für den Einzug in den Elite-Wettbewerb trifft Sabah in den Playoffs auf den Sieger des Duells zwischen dem serbischen Meister Roter Stern und dem israelischen Klub Hapoel Beer Sheeva. Die Israelis reisen mit einer 1:0-Führung aus dem ersten Spiel, das letzte Woche in Ungarn stattfand, nach Belgrad.
Dambrauskas hat bereits zuvor Klubgeschichte geschrieben, indem er Sabah in die Ligaphase der Conference League führte, nachdem er den finnischen Klub KuPS ausgeschaltet hatte. In seiner ersten Saison beim Klub gewann er sofort das Double und brachte Sabah den ersten Meistertitel der Vereinsgeschichte. Mit dem Einzug in die dritte Qualifikationsrunde der Champions League ist ein historischer europäischer Herbst gesichert, und nun steht der aserbaidschanische Meister nur noch einen Schritt vor dem Elite-Wettbewerb.
Hajduks Schatten
Der Erfolg des litauischen Experten gewinnt im Kontext seines Aufenthalts in Split zusätzlich an Bedeutung. Dambrauskas übernahm Hajduk 2021, gewann mit ihm 2022 den kroatischen Pokal und lieferte sich einen erbitterten Kampf um den Titel mit Dinamo. Doch der ehemalige Präsident Lukša Jakobušić entließ ihn nach einem Unentschieden gegen Šibenik, was viele Fans der Weißen bis heute als eine der schlechtesten Entscheidungen in der jüngeren Vereinsgeschichte betrachten.
Während Dambrauskas mit einem finanziell deutlich bescheideneren Klub Geschichte schreibt, wartet Hajduk weiterhin auf die Rückkehr in die Hauptphase der UEFA-Wettbewerbe. Zuletzt spielte man dort in der Saison 2010/2011, als man in der Gruppenphase der Europa League antrat.
Zahlen, die wehtun
Laut Transfermarkt ist der Kader von Sabah 17,55 Millionen Euro wert, während der von Hajduk mit fast dem Doppelten, nämlich 33,83 Millionen Euro, bewertet wird. Der wertvollste Spieler des aserbaidschanischen Meisters ist der polnische Linksverteidiger Tymoteusz Puchacz, dessen Wert auf 2,5 Millionen Euro geschätzt wird, während der teuerste Einzelspieler bei Hajduk Rokas Pukštas mit sechs Millionen Euro ist.
Zum Vergleich: Der unterlegene Aarhus ist laut Transfermarkt 35,7 Millionen Euro wert, und ihr teuerster Spieler, der Offensivspieler Kristian Arnstad, wird auf sechs Millionen Euro geschätzt. In diesem Kontext ist Sabah nur wertvoller als Varaždin, dessen Kader 11,4 Millionen Euro wert ist, während man weit hinter Dinamo und Rijeka zurückliegt.