Auf einem Markt, auf dem große Familien-SUVs mit sieben Sitzen und Hybridantrieb oft nur für diejenigen mit tieferen Taschen reserviert sind, ist nun ein Modell aufgetaucht, das die etablierten Regeln ernsthaft durcheinanderbringt. Die Rede ist vom DFSK E5, einem Plug-in-Hybriden, der für rund 52.000 KM in Bosnien und Herzegowina das bietet, wofür die Konkurrenz doppelt so viel verlangt. Der von Klix.ba durchgeführte Test zeigt, wie viele Kompromisse diese Erschwinglichkeit mit sich bringt.
Futuristisches Design und luxuriöses Interieur
Obwohl er die grundlegende Silhouette mit dem Benzinmodell 600 teilt, bringt der Hybrid-E5 eine Reihe subtiler, aber markanter Änderungen mit sich. Die Front wird von einem modernen "Dot-Matrix"-Kühlergrill dominiert, der ihm ein futuristisches Aussehen verleiht, das besser zu einem elektrifizierten Fahrzeug passt. Auch an den Stoßfängern und der Lichtleiste sind Unterschiede sichtbar. Im Innenraum werden die Passagiere von einem Doppelbildschirm begrüßt, wobei der 12,3-Zoll-Zentral-Infotainment-Bildschirm besonders hervorsticht. Die Materialien, sowohl optisch als auch haptisch, übertreffen die Erwartungen für diese Preisklasse bei weitem.
Bereits die Basisausstattung umfasst ein Panoramadach, beheizte und belüftete Sitze sowie fortschrittliche Assistenzsysteme. Doch der wahre Star ist die Geräumigkeit: Mit einer Länge von 4.760 mm und einem Radstand von 2.785 mm bietet der E5 problemlos Platz für drei Sitzreihen in der Konfiguration 2+3+2. Selbst mit allen sieben Passagieren bietet der Kofferraum nutzbare 347 Liter, während durch Umklappen der hinteren Reihen eine ebene Fläche und deutlich mehr Platz von 465 Litern in der Fünf-Sitzer-Konfiguration entsteht.
Hybridantrieb: Städtische Stille und Autobahnlärm
Das Herzstück des E5 ist die Kombination aus einem 1,5-Liter-Saugbenziner (102 PS und 128 Nm) und einem kräftigen Elektromotor (177 PS und 300 Nm). Zusammen liefern sie eine Gesamtsystemleistung von 217 PS und 310 Nm Drehmoment, was für eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in nur 7,4 Sekunden ausreicht. Die Höchstgeschwindigkeit ist auf 165 km/h begrenzt, was für Plug-in-Hybride üblich ist.
Die Batterie mit einer Kapazität von 17,52 kWh ermöglicht bis zu 87 Kilometer reine Elektrofahrten, was bedeutet, dass alltägliche Stadtstrecken ohne einen Tropfen Benzin bewältigt werden können. Während des Tests lag der Gesamtdurchschnittsverbrauch zwischen 3,5 und 5,5 Litern auf 100 Kilometern, was für ein Auto dieser Größe und Leistung sehr beeindruckend ist. Das E-CVT-Getriebe überträgt die Kraft sanft und ruckfrei.
Der größte Nachteil des Antriebsstrangs zeigt sich jedoch bei langen Autobahnfahrten, wenn die Batterie entladen ist. Dann lastet die gesamte Last auf dem Saugbenziner, und der Geräuschpegel im Innenraum wird bei stärkerer Beschleunigung deutlich, während die Motorreaktion nachlässt. Eine weitere Herausforderung ist der reine Frontantrieb, wodurch es bei kräftigem Anfahren oder auf nasser Fahrbahn leicht zu Durchdrehen der Räder kommt. Dazu tragen auch die serienmäßigen Atlas-Reifen bei, deren Austausch gegen hochwertigere Reifen der Test als ersten Schritt nach dem Kauf empfiehlt.
Komfort vor Dynamik
Das Fahrwerk, das vorne MacPherson-Federbeine und hinten eine Mehrlenkerachse kombiniert, ist vollständig auf maximalen Komfort ausgelegt. Es absorbiert Unebenheiten und Straßenschäden hervorragend und sorgt für ein äußerst entspanntes Fahrgefühl. Auf der anderen Seite ist das Wanken der Karosserie in Kurven spürbar, und die Lenkung bietet nicht viel Rückmeldung, was deutlich macht, dass dynamisches Fahren bei diesem Modell keine Priorität hat.
Preislicher Schlag gegen die Konkurrenz
Mit einem Preis von 52.990 KM für das Testmodell hat der DFSK E5 auf dem bosnischen Markt praktisch keinen direkten Rivalen. Zum Vergleich: Für europäische oder renommierte asiatische Hybrid-SUV-Modelle ähnlicher Größe und mit sieben Sitzen, wie den Škoda Kodiaq PHEV oder den Hyundai Santa Fe, müssen zwischen 80.000 und 100.000 KM ausgegeben werden. Der DFSK E5 mag zwar Einsparungen bei den Reifen offenbaren und bietet kein sportliches Fahrgefühl, aber das Preis-Leistungs-Verhältnis, zusammen mit einer Garantie von sieben Jahren oder 150.000 gefahrenen Kilometern, ist derzeit unschlagbar.
Ein wichtiger Hinweis für potenzielle Käufer bleibt, dass ein solcher Plug-in-Hybrid nur dann Sinn macht, wenn die Batterie regelmäßig und diszipliniert geladen wird. Andernfalls werden nicht nur die Vorteile der Technologie nicht genutzt, sondern auch die Leistung steht nicht in vollem Umfang zur Verfügung.