Kinderpsychiaterin warnt: Der häufigste Fehler von Eltern
Dr. Willough Jenkins betont, dass Eltern oft unbewusst Predigten halten, statt Gespräche zu führen. Der Schlüssel liegt in einem einfachen Rat: Weniger reden, mehr zuhören.
Dr. Willough Jenkins betont, dass Eltern oft unbewusst Predigten halten, statt Gespräche zu führen. Der Schlüssel liegt in einem einfachen Rat: Weniger reden, mehr zuhören.
Ein Gespräch mit einem Teenager kann sich wie ein Spießrutenlauf anfühlen. Eltern wollen oft wissen, was im Leben ihres Kindes passiert, doch genau in diesem Wunsch machen sie einen grundlegenden Fehler, der zu Verschlossenheit statt zu Nähe führt. Darauf hat die Kinderpsychiaterin Dr. Willough Jenkins über TikTok aufmerksam gemacht, und ihr Rat wurde von HuffPost übernommen.
"Wenn Sie am meisten reden, sprechen Sie wahrscheinlich nicht mit Ihrem Teenager. Das nennt man eine Predigt", war Jenkins direkt. Sie erklärte, dass das Ziel jedes Gesprächs sein sollte, dass die junge Person mehr spricht als der Erwachsene. "So erfahren Sie, was sie wirklich denken, und sie merken, dass Sie ihnen wirklich zuhören", fügte sie hinzu.
Ihr Rezept für den Beginn der Kommunikation ist überraschend einfach und besteht aus drei Schritten. "Beginnen Sie mit einer Frage. Dann machen Sie eine Pause. Und hören Sie wirklich zu", rät die Psychiaterin. Diese Pause, so unangenehm sie auch sein mag, ist entscheidend, weil sie dem Teenager Raum gibt, seine Gedanken zu formen und zu entscheiden, ob er sie teilen möchte.
Jenkins erweiterte in einem weiteren Beitrag ihre Sichtweise auf erfolgreiche Erziehung. Ihrer Meinung nach zeigt sie sich in der Bereitschaft, mehr zuzuhören, als Lektionen zu erteilen. Erfolgreiche Eltern bleiben ruhig, wenn Probleme auftauchen, können eigene Fehler eingestehen und korrigieren und setzen Grenzen mit Liebe, nicht mit Angst.
Die für HuffPost versammelten Experten sind sich einig, dass die Schaffung einer sicheren Umgebung ohne Druck entscheidend ist, besonders wenn ein Teenager eine schwere Zeit durchmacht. Sie empfehlen, das Gespräch mit offenen und unaufdringlichen Fragen zu beginnen, wie "Wie geht es dir in letzter Zeit?" oder "Wie fühlst du dich, wenn es um Schule, Freunde oder das Leben im Allgemeinen geht?".
Die Therapeutin Lauren Young warnt Eltern vor einer weiteren Falle: dem Bedürfnis, sofort eine Lösung anzubieten. Stattdessen sollten sie zeigen, dass sie verstehen, wie sich der Teenager fühlt, und ihm danken, dass er sich anvertraut hat. Auf diese Weise erhält die junge Person die Bestätigung, dass sie sich auf die Eltern verlassen kann.
Die Psychotherapeutin Debbie Keenan erinnert daran, dass das Öffnen nicht sofort geschehen muss. "Manchmal ist das Ziel nicht, dass sich der Teenager sofort öffnet, sondern dass Sie ihn daran erinnern, dass er nicht allein ist, dass seine Gefühle berechtigt sind und dass Sie eine vertrauenswürdige Person in seinem Leben sind", erklärte sie. Sie warnt auch davor, dass Vertrauen nicht über Nacht aufgebaut wird, sondern in alltäglichen, stillen Momenten. "Vertrauen wird in stillen, alltäglichen Momenten aufgebaut, oft mehr als in großen Gesprächen", schloss Keenan.