Genosse Končar, verzeih: Die Faschisten sind zurück!
Die Kolumne von Mladen Kevo kritisiert scharf die Regierung wegen der Schändung des Gedenkparks Šubićevac und warnt vor der Zunahme von Gewalt und Ustascha-Tum in der kroatischen Gesellschaft.
Die Kolumne von Mladen Kevo kritisiert scharf die Regierung wegen der Schändung des Gedenkparks Šubićevac und warnt vor der Zunahme von Gewalt und Ustascha-Tum in der kroatischen Gesellschaft.
Am heutigen Tag, während Kroatien den Jahrestag der Militäroperation Oluja begeht, veröffentlichte der Kolumnist von Budica.info, Mladen Kevo, einen scharfen Text unter dem Titel "Genosse Končar, verzeih: Die Faschisten sind zurück!". Darin zieht er düstere Parallelen zwischen dem antifaschistischen Kampf aus dem Zweiten Weltkrieg und der heutigen Realität und beschuldigt die Regierenden, eine Atmosphäre zu fördern, in der Ustascha-Ideen und brutale Gewalt verherrlicht werden.
Kevo eröffnet die Kolumne mit einer Erinnerung an das Leben und den heldenhaften Tod des Volkshelden Rade Končar. Der politische Sekretär der KP Kroatiens wurde am 17. November 1941 von italienischen Faschisten verhaftet und in das berüchtigte Gefängnis von Šibenik gebracht, durch das bis zur Kapitulation Italiens mehr als 6.300 Menschen gingen. Ein Sondergericht verurteilte ihn zum Tode, und der Versuch dalmatinischer Partisanen, ihn gegen den gefangenen faschistischen Offizier Antonio Vivarelli auszutauschen, scheiterte, weil der Offizier getötet wurde.
Rade Končar wurde am 22. Mai 1942 auf dem Šubićevac in Šibenik zusammen mit 25 weiteren Antifaschisten erschossen. Unter ihnen waren Feđa Borožan, Ignacijo Brajević, Božo, Jozo und Paško Dumanić, Milivoj Jelaska, Života Katunalić, Dušan Kažimir, Ivo Kovačić, Jozo Kuzmić, Vojko Matošić, Stjepan Polić, Ante Poljičak, Božo Puljas, Nikola Purišić, Ante Radica, Jozo Ružić, Josip, Petar und Vicko Siriščević, Nikola Trebotić, Ante Vrdoljak, Karlo Vušković, Duje Žegarac und Nikola Žitko. Angesichts des Todes rief Končar seinen Henkern zu: "Feiglinge, habt ihr Angst, auf die Brust zu schießen, habt ihr Angst vor unseren Blicken?"
Genau an diesem Ort, im Gedenkpark Šubićevac, wo jedes Jahr diesen Antifaschisten gehuldigt wird, ereignete sich der Vorfall, der Kevo zum Schreiben der Kolumne veranlasste. Nach seinen Angaben wurden am Vorabend der Oluja-Feierlichkeiten in Knin im Park chemische Toiletten für das Konzert von Marko Perković Thompson aufgestellt. Obwohl der Bürgermeister sie angeblich entfernt hat, behauptet Kevo, dass an dem Ort danach "kleine und große Notdurft verrichtet" wurde. Diese Tat beschreibt er als schändliche Schändung des Ortes des Leidens von Menschen, die ihr Leben für die Ideale der Freiheit gegeben haben.
Der Autor zieht in dem Text historische Parallelen und erinnert daran, wie Alexander der Große, nachdem er den persischen König Darius III. besiegt hatte, dessen Körper mit seinem Mantel bedeckte und ihm Ehre erwies. Diese Geste der Pietät gegenüber einem gefallenen Gegner stellt er dem heutigen Kroatien gegenüber, in dem, wie er sagt, "das Urinieren auf das Grab oder Denkmal eines politischen Gegners zu einem patriotischen Ritual geworden ist".
Die Kolumne schont auch die höchsten Staatsbeamten nicht. Kevo nennt offen Premierminister Andrej Plenković und Innenminister Davor Božinović, implizierend, dass die Polizei den Mitgliedern der "Skejine Ustaše" mitgeteilt habe, in welches Restaurant in Knin der Staatspräsident kommen werde, damit sie ihm "On ne viče jao meni, već on kliče Za dom Spremni" vorsingen.
Besondere Kritik richtet er an Tomica Medved und dessen Aussage, dass "der Heimatkrieg das FUNDAMENT Kroatiens" sei. Kevo erwidert, dass Kroatien seit Jahrhunderten existiere und dass ohne Antifaschismus weder die Kontinuität der kroatischen Staatlichkeit noch die internationale Anerkennung, die die Verteidigung der Grenzen 1991 ermöglichte, gegeben wäre. In diesem Zusammenhang stellt er auch die Frage, die er für immer legitimer hält: "Und wo wart ihr und deine Leute 1941?"
Der Schlussteil der Kolumne konzentriert sich auf die Eskalation der Gewalt im Land. Kevo nennt konkrete Beispiele: Vorgestern Nacht wurden in Vodnjan sechs Männer mit Schlagstöcken auf zwei Personen, von denen eine schwere Verletzungen erlitt, vor drei Kindern eingeschlagen. Heute Morgen wurde in Osijek mitten auf der Straße ein 43-jähriger Fußballschiedsrichter verprügelt und notfallmäßig ins KBC Osijek gebracht. "Gewalt ist zum grundlegenden Merkmal der kroatischen Gesellschaft geworden", schreibt Kevo und beschreibt das Land als "eine Spelunke für die Auslebung von Wilden".
Die Kolumne endet mit einer bitteren Botschaft: "Danke, Heimat" und einer Entschuldigung an den Volkshelden: "Brko, Genosse Končar: verzeih mir die Entweihung dieses erhabenen Ortes, an dem Du und Deine 25 Kameraden, Kroaten und Serben, erschossen wurdet, wegen der Ideale der Freiheit."
* Die in Kolumnen und Kommentaren geäußerten Ansichten sind die persönlichen Ansichten der Autoren und spiegeln nicht unbedingt die Ansicht der Redaktion des Portals Budica.info wider.