Genau 31 Jahre nach Beginn der militärisch-polizeilichen Aktion 'Oluja' haben sich zwei Männer aus Konavle, Pero Sekondo und Luka Rilović, entschlossen, über ihre Rolle bei der Befreiung von Knin zu sprechen. Ihr Zeugnis widerlegt die weit verbreitete Meinung, dass an dieser entscheidenden Operation keine Angehörigen aus dem Raum Dubrovnik beteiligt waren. "Es ist eine weit verbreitete Meinung, dass bei 'Oluja' niemand aus dem Raum Dubrovnik dabei war. Dabei waren wir dabei, die Angehörigen der Spezialpolizei Grof und wir, sowie einige Wehrpflichtige", betont Pero Sekondo, Feldwebel und pensionierter Armeeangehöriger.
Geheime Mission und direkter Befehl von Minister Šušak
Alles begann am 3. August 1995, als sie auf Befehl von Hauptmann Kralj nach Split kamen. "Im ersten Moment wussten wir weder, wohin wir gehen, noch was passiert", erinnern sich Sekondo und Rilović. Luka Rilović, Oberfeldwebel und Zugführer der Kompanie der Militärpolizei Dubrovnik, verrät, dass die Aktion streng geheim war: "Niemand erwähnte die Aktion 'Oluja', es war ein Geheimnis." Nachdem sie in Split zusätzliche Bewaffnung erhalten hatten, stiegen sie in einen Bus und fuhren über Trilj, Sinj und Livno nach Lištani, wo sich das Kommando mit den Generälen Ademi und Gotovina befand.
Der entscheidende Moment kam am 5. August 1995 um 10 Uhr morgens. "Wir treten an und erhalten den direkten Befehl von Minister Šušak über unsere konkreten Aufgaben in der Aktion 'Oluja'", sagt Sekondo. Ihre Hauptaufgabe war klar: die Stadt zu sichern, Unruhen zu verhindern und Materialien aus dem feindlichen Kommando zu bewahren.
'Sold voller Obst und eine Nachricht auf dem Tisch'
Die Ankunft in Knin am Nachmittag des 5. August beschreibt Rilović mit den Worten: "Es sah katastrophal aus. Schreckliche Bilder... Wir trafen viele ihrer Leute an." Trotzdem fanden sie auch einen Anblick vor, der von der völligen Überraschung des Feindes zeugte. "Sie hatten nicht erwartet, dass wir die Aktion schaffen würden, ihr Sold war voller Obst und Gemüse, es war für sie ein Tag wie jeder andere", sagen Sekondo und Rilović.
Im Kommando, das sie sicherten, erwartete sie auf dem Tisch eine Flasche Ballantines und eine Nachricht: 'Onkel, ihr habt die erste Halbzeit gewonnen, wir werden die zweite spielen'. Sekondo, der mit Josip Burić am Kontrollpunkt war, erinnert sich auch daran, dass feindliche Soldaten in ihrer Verzweiflung versuchten, im UNPROFOR-Lager Zuflucht zu finden: "Sie sahen, dass sie nichts mehr tun konnten und wollten sich ins UNPROFOR-Lager einschleusen. Aber wir hatten uns schlau in Zivilkleidung gehüllt und warteten."
Hitze, Durst und 18 Tage Ungewissheit
Die Tage nach der Befreiung waren von harten Bedingungen und ständiger Gefahr geprägt. "Ich werde nie die Hitze und den Durst vergessen. Sommer, Gluthitze, auf uns der Staub der vorbeifahrenden Lastwagen, und man hat nichts, um Wasser zu trinken", sagt Rilović. Neben der körperlichen Erschöpfung gab es auch die Sorge um die Familie. Sie verbrachten 18 Tage in Knin ohne jegliche Kommunikation mit zu Hause. "Sie wussten nicht, ob wir noch leben", erinnert sich Rilović.
Zu ihren Aufgaben gehörte auch die Festnahme zurückgebliebener feindlicher Soldaten. "Es wurden etwa 40 ihrer Soldaten festgenommen", verrät Rilović. Es gab auch gefährliche Vorfälle. "Einmal gingen zwei von ihnen in Zivil auf unsere Leute zu und wollten eine Bombe auf sie werfen, aber die Bombe fiel ihnen herunter und verletzte sie selbst, also nahmen wir sie fest", fügt er hinzu. Trotz der Anspannung betont er, dass niemand von der lokalen Bevölkerung, meist ältere Menschen, schikaniert wurde.
Von Knin bis Den Haag
Der kroatische Präsident Dr. Franjo Tuđman kam am 6. August 1995 nach Knin, und zu seiner Sicherung gehörten auch Pero Sekondo und Luka Rilović. Pero Sekondo betont, dass alles gut dokumentiert ist: "Der Kommandant, der uns damals führte, Hauptmann Boško Đolić, war Kronzeuge für General Gotovina in Den Haag. Er sagte über die Rolle der Militärpolizei in der Aktion 'Oluja' aus." Ihre Einheit, die 5. Kompanie unter dem Kommando des 72. Bataillons der Militärpolizei, war nicht nur bei 'Oluja' im Einsatz, sondern auch an anderen Kriegsschauplätzen wie dem Livanjsko polje, der Herzegowina und Stolac.
Heute, beide im Ruhestand (Sekondo seit 2017, Rilović seit 2024), erinnern sie sich lächelnd an eine Anekdote von der Rückkehr nach Hause, als ein älterer Fahrer sie, geschmückt mit Trophäen der serbischen Armee, für die Tschetnik-Armee hielt. "Der arme Mann dachte, die Tschetnik-Armee hätte uns besetzt", lachen sie. Sie teilen ihre Erinnerungen gerne, besonders das legendäre Foto mit dem Schild 'Knin', denn wie Rilović sagt: "Über diese Ereignisse sprechen auch die, die nirgendwo waren, also ist es an der Zeit, dass auch wir etwas sagen."