Maduka Okoye, der 26-jährige Torhüter des italienischen Klubs Udinese und der nigerianischen Nationalmannschaft, zog während der letzten Weltmeisterschaft nicht nur mit seinen Paraden die Aufmerksamkeit auf sich. Sein markantes Äußeres machte ihn schnell zum Star der sozialen Medien und zum Liebling eines Publikums, das normalerweise keinen Fußball verfolgt.
Dennoch machte Okoye im Gespräch mit dem Guardian deutlich, dass ihn dieser Status nicht blenden lässt und sein Hauptaugenmerk stets auf dem Platz liegt. "Was außerhalb des Platzes passiert, ist das eine, und was auf dem Platz passiert, etwas ganz anderes. Das muss man einfach trennen. Ich lasse nie zu, dass diese beiden Welten kollidieren", erklärte er.
Mode als Kunst, nicht nur Marketing
Okoye wurde kürzlich auch bei einer Modenschau des Modehauses Jean Paul Gaultier während der Pariser Modewoche gesehen, wo seine Fotos erneut das Internet überfluteten. Obwohl ihm bewusst ist, dass Marketing und der Aufbau einer persönlichen Marke heute ein fester Bestandteil des Profisports sind, besteht er auf einer klaren Grenze zwischen Privatem und Beruflichem.
"Der Besuch der Pariser Modewoche war wirklich ein beeindruckendes Erlebnis. Zum ersten Mal hatte ich Kontakt mit Haute Couture und es war faszinierend. Das ist wahre Kunst. Ich habe es wirklich genossen und bin ein noch größerer Modefan geworden als zuvor", sagte Okoye dem Guardian.
Der nigerianische Nationalspieler betont, dass er Mode ausschließlich als eine Form des künstlerischen Ausdrucks sieht, nicht als Werkzeug zur Selbstvermarktung. "Obwohl Marketing und persönliche Promotion heute Teil des Geschäftslebens sind, bin ich letztendlich in erster Linie Torhüter und meine Hauptaufgabe ist es, auf dem Platz zu stehen. Fußball ist meine Priorität. Was ich außerhalb des Platzes tue, hat keinerlei Einfluss auf meinen Job, und diese beiden Sphären meines Lebens werden sich nicht überschneiden", so seine Botschaft.
In Udine zur Ruhe gefunden
Obwohl er in einer Großstadt aufgewachsen ist und sich selbst als "Stadtjungen" bezeichnet, hat Okoye mit der Zeit gelernt, das langsamere Lebenstempo zu schätzen. Seine Heimat hat er in Udine gefunden, der Stadt, in der er die Farben des gleichnamigen Klubs verteidigt.
"Ich bin in einer großen Stadt aufgewachsen und werde immer ein Stadtjunge sein, der an das Tempo der Metropole gewöhnt ist. Mit den Jahren lernt man jedoch, ein ruhigeres Leben zu schätzen. Mir gefällt es wirklich in Udine. Es ist eine schöne, ruhige Stadt, in der man sich voll und ganz auf die Arbeit konzentrieren kann. Ich bin aufrichtig glücklich, hier zu leben", erklärte er.
Lehrmeister der WM: Unai Simón
Obwohl er selbst im Mittelpunkt stand, nutzte Okoye die Weltmeisterschaft auch zur eigenen Weiterentwicklung. Er beobachtete aufmerksam andere Torhüter, besonders beeindruckt war er vom spanischen Schlussmann Unai Simón.
"Er war wirklich beeindruckend, besonders in der K.o.-Phase. Nicht nur wegen der vielen Paraden, sondern auch wegen der Art, wie er am Spiel teilnahm und auf tiefe Bälle gegen Frankreich reagierte. Für mich ist das ein Torhüter der höchsten Klasse", sagte Okoye.
Er fügte hinzu, dass ihn nicht nur die spektakulären Paraden begeisterten, sondern auch alle anderen Details im Spiel des spanischen Nationalspielers. "Wir hatten eine großartige Weltmeisterschaft, und für uns jüngere Torhüter war es eine unglaubliche Gelegenheit zu lernen", schloss der Nigerianer.
Begeisterung für die Formel 1 und Kimi Antonelli
Neben den Laufstegen wurde Okoye kürzlich auch beim Formel-1-Rennen in Silverstone gesehen. Dort hatte er die Gelegenheit, den jungen Fahrer Kimi Antonelli kennenzulernen. Die Erfahrung, so sagt er, habe ihn völlig begeistert.
"Es war fantastisch. Die gesamte Formel-1-Erfahrung war unglaublich. Ich denke, ein Sportler kann immer viel aus anderen Sportarten lernen. Es war großartig, die Fahrer kennenzulernen, besonders Kimi", sagte Okoye.
Was ihn besonders beeindruckte, war die Menge an Arbeit und Mühe, die auf den Fernsehbildschirmen nicht sichtbar ist. "Wenn man alles im Fernsehen sieht, wirkt es auf eine Art, aber hinter den Kulissen erkennt man, wie viel Arbeit und Anstrengung nötig ist. Es war unglaublich zu sehen, was alles erforderlich ist, um auf diesem Niveau zu konkurrieren", schloss der Udinese-Torhüter.