Nach dem drastischen Anstieg der Kraftstoffpreise vor zwei Wochen können Autofahrer mit den neuen Preisen, die am Montagmorgen veröffentlicht wurden und bis zum 11. August 2026 gelten, zumindest etwas aufatmen. Trotz der Verbilligung stellt das Tanken weiterhin eine erhebliche Belastung für das Haushaltsbudget dar, deren Gewicht je nach Gespanschaft, in der man lebt, dramatisch variiert. Während die Bewohner Zagrebs für 50 Liter Benzin den geringsten Anteil ihres Einkommens ausgeben, ist dieser Kostenpunkt in der Gespanschaft Virovitica-Podravina deutlich schmerzhafter.
Nach Berechnungen der Plattform für intelligentes Einkaufen Shoptok.hr, basierend auf Daten des Staatlichen Statistikamts (DZS) zu den Durchschnittsgehältern im ersten Quartal 2026, sind die Unterschiede mehr als offensichtlich. Sie zeigen deutlich, wie ungleich die Kaufkraft in ganz Kroatien verteilt ist, selbst bei grundlegenden Ausgaben wie Kraftstoff.
Neue Preise: Benzin, Diesel und Autogas günstiger
Laut der neuen Preisliste kostet Eurosuper 95 jetzt 1,56 Euro pro Liter, das sind sechs Cent weniger als zuvor. Diesel wurde um vier Cent auf 1,71 Euro pro Liter gesenkt, blauer Diesel um drei Cent auf 1,18 Euro pro Liter. Auch Flüssiggas (Autogas) verzeichnet eine deutliche Verbilligung: Für Tanks ist es um acht Cent günstiger und kostet nun 1,20 Euro pro Kilogramm, während Autogas für Flaschen ebenfalls um acht Cent auf 1,78 Euro pro Kilogramm gefallen ist.
Konkret zahlen Autofahrer, die 50 Liter Eurosuper 95 in ihr Fahrzeug füllen, dafür 78 Euro, also drei Euro weniger als zuvor. Besitzer von Dieselfahrzeugen kommen noch schlechter weg: Nach dem Tanken eines 50-Liter-Tanks bleiben ihnen nur zwei Euro mehr in der Tasche, als wenn sie dies zu den alten Preisen getan hätten.
Zagreb an der Spitze, Virovitica am Ende
Mit einem durchschnittlichen Nettogehalt von 1769 Euro geben Zagreber für einen vollen Benzintank nur 4,58 Prozent ihres monatlichen Einkommens aus, das ist das günstigste Verhältnis im ganzen Land. Am anderen Ende des Spektrums liegt die Gespanschaft Virovitica-Podravina. Dort beträgt das Durchschnittsgehalt 1350 Euro, und dieselben Kraftstoffkosten verschlingen sogar 6 Prozent des Gehalts.
Der Gehaltsunterschied zwischen diesen beiden Regionen beträgt 419 Euro pro Monat, also fast 31 Prozent. Obwohl beide Fahrer an der Tankstelle den identischen Betrag von 78 Euro für 50 Liter Eurosuper 95 zahlen, ist das subjektive Belastungsgefühl völlig unterschiedlich. In Arbeitsstunden ausgedrückt benötigt ein durchschnittlicher Einwohner der Gespanschaft Virovitica-Podravina etwa 9,6 Arbeitsstunden für das Tanken, während ein Zagreber mit 7,3 Stunden auskommt.
Slawonien unter dem größten Druck, Dalmatien in der Mitte
Die Analyse zeigt klare regionale Muster. Vier der sechs Gespanschaften mit der höchsten Belastung durch Kraftstoffpreise im Verhältnis zum Gehalt sind slawonisch: Neben Virovitica-Podravina sind dies Brod-Posavina, Vukovar-Srijem und Požega-Slawonien. Die restlichen beiden an der Spitze sind Bjelovar-Bilogora und Lika-Senj.
Die dalmatinischen Gespanschaften liegen in der Mitte der Rangliste. Die Gespanschaft Šibenik-Knin belegt mit einem Durchschnittsgehalt von 1428 Euro den 14. Platz von 21 Gespanschaften. Dort verschlingt das Tanken eines 50-Liter-Tanks 5,67 Prozent des Gehalts für Benzin bzw. 6,13 Prozent für Diesel. Das ist 7,2 Prozent mehr als der kroatische Durchschnitt, der bei 5,29 Prozent für Benzin und 5,72 Prozent für Diesel liegt. Die Gespanschaft Split-Dalmatien schneidet mit Platz 16 etwas besser ab, während Istrien, eine weitere Tourismusregion, auf Platz 10 liegt.
Gleicher Preis, andere Realität
Interessanterweise garantiert geografische Nähe keine wirtschaftliche Ähnlichkeit. Die Stadt Zagreb ist eine Ausnahme mit einem Gehalt, das um 212 Euro höher ist als in der umliegenden Gespanschaft Zagreb. Dieselkraftstoff stellt aufgrund des höheren Preises von 1,71 Euro pro Liter in allen Teilen des Landes systematisch eine größere Belastung für das Haushaltsbudget dar als Benzin.
Obwohl der Kraftstoff billiger geworden ist, bleibt er für die große Mehrheit der Bürger teuer. Da der Kraftstoffpreis im ganzen Land einheitlich ist, bleibt Kraftstoff einer der direktesten Indikatoren dafür, wie stark sich Lebensstandard und Gehälter in den verschiedenen kroatischen Gespanschaften tatsächlich unterscheiden.