Nach nur zwei gespielten Runden in der HNL steht Hajduk unter enormem Druck. Das Remis gegen Istra auf Poljud (1:1) offenbarte tiefgreifende Probleme im Team, und scharfe Kritik kommt von allen Seiten. Trainer Ilija Lončarević und der Kommentator der Sportskih novosti, Davorin Olivari, nahmen in der neuen Folge von VAR soba kein Blatt vor den Mund und deuteten an, dass der Verein aus Split bereits zu Beginn der Saison aus dem Titelrennen ausgeschieden sei.
Elementare Fehler und schockierende Verwirrung in der Abwehr
Obwohl Hajduk in Europa gegen Žalgiris feierte, warnt Lončarević davor, auf diesem Sieg Selbstvertrauen aufzubauen. "Hajduks Sieg in Europa ist hervorragend, da gibt es keinen Zweifel, aber darauf sollte man nicht das nächste Spiel in drei Tagen aufbauen, denn unsere Liga ist eine ernsthafte Liga", sagte Lončarević und fügte hinzu, dass das Team gegen Istra dominierte, aber den Druck nicht in Tore ummünzen konnte. "Wenn wir die letzten Minuten betrachten, ist Hajduks Mannschaft nicht sicher und selbstbewusst genug, um in der Schlussphase nicht zu zittern."
Besonders besorgniserregend ist das Abwehrverhalten. Olivari war in seiner Kritik am Innenverteidiger-Duo direkt: "Marešić und Van Hoorenbeeck wirken völlig und schockierend verwirrt, sie sind so stümperhaft. Es ist unglaublich, wie sie in bestimmten Situationen reagieren. Hajduk muss in jedem Spiel zittern, ein Tor zu kassieren." Der Kommentator wies auch auf den unglaublichen Fehler beim Ausgleichstor von Istra hin, als Jaganjac und Ahmeti praktisch allein im Strafraum waren.
Löchrige Abwehr und Unerfahrenheit des Teams
Der Journalist der Jutarnji list, Tomislav Juranović, äußerte sich zu den Entscheidungen des Sportdirektors Robert Graf. "Zvonimir Šarlija wurde nach der letzten Saison abgeschrieben, weil Robert Graf darauf bestand, wegen der Veränderungen im Team. Marešić kam im Winter, Van Hoorenbeeck in diesem Sommer, und ein neues Innenverteidiger-Duo wurde geformt. Bei ihnen sehe ich keine Fortschritte im Spiel oder Stabilität. Die Abwehr ist löchrig, löchriger geht es nicht", sagte Juranović.
Lončarević fügte hinzu, dass die überstürzte Verjüngung des Teams ein großes Problem sei. "Man kann kein ernsthafter Anwärter auf den ersten Platz sein, in keiner Liga, wenn man mit jungen, unbekannten Spielern antritt", meint Lončarević und betont, dass man gleichzeitig erfahrene Spieler wie Krovinović und Šarlija abgegeben habe, während Livaja nicht spiele. "In jedem Bereich des Teams hat man auf Erfahrung und ältere Spieler verzichtet. Eine Mannschaft entsteht nicht über Nacht, nur weil man einen Haufen neuer Spieler geholt hat", schloss er und schätzte, dass die neuen Spieler etwa sechs Monate brauchen werden, um echte Verstärkungen zu werden.
Schon aus dem Titelrennen ausgeschieden?
Olivari war besonders scharf in seinen Prognosen für den weiteren Saisonverlauf. "Hajduk hat nach zwei Spieltagen nur einen einzigen Punkt. Dinamo hat zwei mehr bei einem Spiel weniger. Die Geschichte ist immer, dass Hajduk ein Titelanwärter sein wird. Ich will nicht so weit gehen, aber es scheint mir, dass sie nach zwei Spieltagen schon aus dem Titelrennen ausgeschieden sind." Der Kommentator wies auch die These von guten europäischen Auftritten zurück und erinnerte an die schwere Niederlage gegen Pafos (0:4) und kündigte schwere Spiele gegen Raków oder Hammarby an. "Es kann passieren, wenn du nicht in die Conference League kommst, dass du schon eine Saison verloren hast, die noch nicht einmal begonnen hat", sagte er.
Stimmung auf Poljud kurz vor dem Platzen
Die angespannte Situation wird durch die schlechte Stimmung auf den Rängen weiter verschärft. Trainer Gonzalo García wurde mit Pfiffen empfangen, und nach dem Spiel gegen Istra hallten Rufe wie "Vorstand, geht!" über das Poljud. "Hajduk lebt unter unglaublichem Druck. Diese ganzen Ereignisse von den Rängen, das ist eine Atmosphäre, die zu absolut nichts anderem führen kann als zum Kollaps", warnte Olivari.
Juranović betonte die Bedeutung von Marko Livaja in der ganzen Geschichte. "Der Faktor Livaja ist hier ziemlich wichtig. Er war eine Art Schutzschild der Fans gegenüber dem Team. Als ob er mit seiner Aura, seinem Charisma, die er hat, auch die sportlichen und spielerischen Schwächen abgeschirmt hätte. Jetzt, wo er nicht da ist, ist das alles völlig entblößt." Olivari fügte hinzu, dass die große Mehrheit der Fans nicht versteht, warum Livaja auf der Bank sitzt, und dass dies der Hauptgenerator der schlechten Stimmung ist. "So kann es nicht weitergehen. Das muss gelöst werden, früher oder später, denn Hajduk wird nur sinken. Das ist nicht gut, in erster Linie für Hajduk, aber auch für den kroatischen Fußball selbst", schloss er.