Hajduks Abwehr steht erneut im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit, und das aus allen falschen Gründen. Im Spiel gegen Istra, das am Poljud stattfand, gaben die Weißen den Sieg buchstäblich in den letzten Sekunden aus der Hand, als sie in der Nachspielzeit den Ausgleich zum 2:2 kassierten. Obwohl die Mannschaft nur noch etwa zehn Sekunden hätte überstehen müssen, war die Reaktion der Innenverteidiger weit von dem geforderten Niveau entfernt.
Schlampige Reaktion kostet zwei Punkte
In dem Moment, als Hajduk fünf oder sechs Spieler im eigenen Strafraum hatte, gelang es dem Duo von Istra, Hamza Jaganjac und Dukan Ahmeti, ein Tor zu erzielen. Jaganjac kämpfte sich durch das Gedränge, und der Ball kam irgendwie zu Ahmeti, der die Heimverteidiger überwand. In dieser Situation versagte besonders Mathieu Acapandie, der den Angreifer von Istra nicht einmal bemerkte, geschweige denn stoppte.
Die Hauptschuldigen für die verlorenen Punkte sind jedoch Alec Van Hoorenbeeck und Dario Marešić. Ihre ungeschickte Reaktion im entscheidenden Moment hinterließ einen bitteren Beigeschmack und brachte erneut die Frage nach der Qualität des Innenverteidiger-Kaders auf. Trainer Gonzalo Garcia verbarg seine Unzufriedenheit nicht. Als er die Entscheidung zur Ausleihe des jungen Marin Skelin erklärte, stellte er fest, dass dieser "stark schwankt. Nicht stabil ist."
Van Hoorenbeeck wurde als Verstärkung geholt. Er ist 27 Jahre alt und hat Erfahrung aus Ligen, die besser sind als die kroatische, der belgischen und der niederländischen. Man erwartete, dass gerade er die fragile Abwehr stabilisieren würde. Er wurde mit dem ein Jahr jüngeren Marešić gepaart, den Garcia in der letzten Saison unbedingt verpflichten wollte. Allerdings haben sich die beiden noch nicht eingespielt, und Verstärkungen werden lautstark angekündigt. Präsident Ivan Bilić hat die Ankunft von drei weiteren Spielern angekündigt, und es wird erwartet, dass mindestens einer von ihnen ein Innenverteidiger sein wird.
Ausländische Innenverteidiger, chronische Fehlgriffe
Das Problem mit ausländischen Innenverteidigern bei Hajduk ist nicht neu. Der letzte, der einen positiven Eindruck hinterließ, war Chidozie Awaziem, der während seiner Leihe vom portugiesischen Klub Boavista Qualität zeigte. Nach Hajduk setzte er seinen Karriereaufstieg fort, spielte in der MLS für Cincinnati und Colorado, dann beim französischen Nantes, und in dieser Saison schloss er sich dem türkischen Klub Konyaspor an.
Seitdem gab es eine Reihe von Enttäuschungen. Edgar Gonzalez, einst Spieler von Betis, Oviedo und Almería, wirkte im weißen Trikot völlig verloren. Zeitweise schien es, als wäre der Mann eigentlich gar kein Innenverteidiger. Ferr ist dagegen eine besondere Geschichte: Er kam, ging, und kehrte zurück. Für ihn soll Real 100 Millionen Euro geboten haben, und in Split hatte er glanzvolle Momente, wusste nach Ecken per Kopf zu treffen, aber auch solche Dummheiten zu machen, die die Mannschaft ein Gegentor kosteten. Kristian Dimitrov, der 2020 aus dem bulgarischen Plovdiv kam, ist in zwei Jahren eher für seine Vorstöße in den Angriff in Erinnerung geblieben als für eine zuverlässige Verteidigung.
Im Gegensatz zu den Ausländern haben die von außen geholten einheimischen Innenverteidiger keinen bitteren Beigeschmack hinterlassen. Zvonimir Šarlija, Filip Uremović, Nikola Katić und Toni Borevković haben sich vielleicht nicht hervorgetan, aber an jeden erinnert man sich zumindest für etwas Gutes.
Junge warten auf ihre Chance
Hajduk produziert traditionell qualitativ hochwertige einheimische Innenverteidiger. Das beste Beispiel ist Branimir Mlačić, der nach einer soliden halben Saison an das italienische Udinese verkauft wurde. Es gibt auch größere Transfers wie Luka Vušković, den Tottenham kaufte und der heute bei Brighton spielt, sowie Dominik Prpić, der mit 22 Jahren bei Porto ist.
In dieser Saison hat sich Garcia für das erfahrene Duo entschieden, aber deren Leistungen zwingen zu Veränderungen. Der junge Roko Gabrić (19) erhielt nur 45 Minuten gegen Varaždin im ersten Spieltag, bevor er zur Halbzeit ausgewechselt wurde. Ron Raci spielte nur ein paar Minuten gegen Pafos und etwa 40 Minuten gegen Žalgiris. Angesichts der angekündigten Verstärkungen ist zu erwarten, dass mindestens einer der neuen Spieler ein Innenverteidiger sein wird, der die dringend benötigte Stabilität in die Abwehr der Weißen bringen soll.