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Kroatien exportiert billigen Weizen und importiert teure Getreideprodukte

Die Spitzen der HPK und HGK weisen auf ein tiefes Ungleichgewicht hin: Wir exportieren billige Rohstoffe und importieren teure Fertigprodukte. Das Kernproblem sind flächengebundene Subventionen statt Ertrags- und Qualitätsförderung.

Foto: Wikipedia (Pšenica)
Kurz gesagt
  • Kroatien hat mehr als eine Million Tonnen Weizen geerntet, was dem Dreifachen des inländischen Bedarfs entspricht.
  • Aufgrund von flächengebundenen Subventionen statt Ertrags- und Qualitätsförderung ist die Produktion für die meisten Landwirte mit durchschnittlichen Erträgen unrentabel.
  • Der Präsident der HPK warnt, dass Kroatien durch den Export billiger Rohstoffe und den Import teurer Produkte zu einer 'Rohstoffkolonie' wird.

Die kroatische Landwirtschaft durchläuft eine weitere turbulente Weizenernte, die chronische strukturelle Probleme offengelegt hat. Obwohl in diesem Jahr mehr als eine Million Tonnen geerntet wurden, einige Schätzungen sogar bis zu 1,3 Millionen Tonnen, liegt der inländische Bedarf nur zwischen 300.000 und 350.000 Tonnen. Trotz des Überschusses importiert das Land teure Fertigprodukte aus Getreide und exportiert billige Rohstoffe, was der Präsident der Kroatischen Landwirtschaftskammer (HPK), Željko Mihelić, als Position einer "Rohstoffkolonie" charakterisierte.

Strukturelle Mängel und falsche Anreize

Mihelić betonte in einem Statement für die Večernji list, dass die Verantwortung nicht ewig auf Aufkäufer, Minister oder die Gemeinsame Agrarpolitik der EU abgewälzt werden könne. "Wir können nicht ständig andere beschuldigen und immer mit dem Finger auf Getreideaufkäufer, Minister oder die Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union zeigen. Die kroatische Getreideproduktion ist auf dem globalen Markt einfach nicht rentabel und kann es auch nicht sein. Aufgrund struktureller Mängel exportieren wir billige Rohstoffe und importieren teure Fertigprodukte, und heute sind wir in die Position gebracht worden, eine Rohstoffkolonie zu sein", sagte er.

Der Hauptgrund, warum Landwirte auf dem Anbau von Weizen und Mais beharren, liegt im Subventionssystem. Diese sind an die Fläche gebunden, nicht an den erzielten Ertrag und die Qualität. Das macht den Anbau von Getreide auf 50 Hektar rentabler und einfacher als beispielsweise den Anbau von Gemüse auf nur zwei Hektar, behaupten Experten.

Produktion an der Rentabilitätsgrenze

In diesem Jahr wurden etwa zehn Prozent mehr Flächen mit Weizen bestellt als im Vorjahr, aber der Aufkaufpreis blieb niedrig. Der Vorsitzende der Landwirtschaftsvereinigung der Kroatischen Wirtschaftskammer (HGK), Vlado Čondić Galiničić, präzisierte die besorgniserregende wirtschaftliche Rechnung. "Wenn man die Subventionen in den Aufkaufpreis einrechnet, sind alle, die einen durchschnittlichen Ertrag von etwa 6,5 t/ha haben, entweder bei null oder im Verlust. Die Kosten, zusätzlich belastet durch steigende Treibstoff- und Arbeitskosten, liegen über 1300 Euro pro Hektar, was bedeutet, dass es unter 8 Tonnen pro Hektar keinen Gewinn gibt", erklärte er gegenüber der Večernji list.

Diese Daten zeigen deutlich, dass der Weizenanbau für die große Mehrheit der Erzeuger an der Rentabilitätsgrenze oder darunter liegt, selbst mit den bestehenden Subventionen.

Konsequenzen und Zukunft

Das Paradoxon ist offensichtlich: Das Land produziert doppelt so viel Weizen, wie es benötigt, und verzeichnet gleichzeitig erhebliche Importe von Backwaren und anderen Getreideverarbeitungsprodukten. Mihelićs Aussage wirft die Frage nach einer langfristigen Strategie für die kroatische Landwirtschaft auf, die sich rentableren Kulturen und der Verarbeitung im Inland zuwenden muss, wenn sie den Status einer Rohstoffbasis für entwickeltere Märkte vermeiden will.

Häufige Fragen
Wie viel Weizen produziert Kroatien und wie viel wird benötigt? +
Jährlich werden mehr als eine Million Tonnen geerntet, Schätzungen gehen bis zu 1,3 Millionen Tonnen, während der inländische Bedarf zwischen 300.000 und 350.000 Tonnen liegt.
Warum verlieren kroatische Landwirte Geld mit Weizen? +
Die Anbaukosten übersteigen 1300 Euro pro Hektar, und für einen Gewinn ist ein Ertrag von mindestens 8 Tonnen pro Hektar erforderlich. Mit einem durchschnittlichen Ertrag von 6,5 Tonnen pro Hektar sind die Erzeuger im Verlust oder bei null, selbst mit Subventionen.
Was ist der Hauptgrund, warum trotz Verlusten so viel Weizen angebaut wird? +
Das Subventionssystem in Kroatien ist an die bewirtschaftete Fläche gebunden, nicht an Ertrag und Qualität. Daher ist es für Landwirte einfacher und rentabler, Getreide auf großen Flächen anzubauen, anstatt sich mit anspruchsvolleren Kulturen wie Gemüse zu beschäftigen.
Was bedeutet der Begriff 'Rohstoffkolonie'? +
Der Begriff wurde vom Präsidenten der HPK, Željko Mihelić, verwendet, um die Situation zu beschreiben, in der Kroatien billige Rohstoffe (wie Weizen) exportiert und teure Fertigprodukte (wie Brot und Gebäck) importiert, was auf einen Mangel an inländischer Verarbeitung und Wertschöpfung hinweist.

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