Das Durchschnittsalter, in dem junge Kroaten das Elternhaus verlassen, hat 31,5 Jahre erreicht, der höchste Durchschnitt in der gesamten Europäischen Union, wie der neueste statistische Bericht des Staatlichen Statistikamts zeigt, der am Mittwoch, dem 12. August 2026, anlässlich des Internationalen Tags der Jugend veröffentlicht wurde. Sogar 89,1 Prozent der Personen im Alter von 16 bis 29 Jahren leben noch unter einem Dach mit ihren Eltern, womit sich Kroatien fest auf dem unrühmlichen ersten Platz der Union positioniert hat.
Mediterranes Muster der späten Verselbstständigung
Ganz oben auf der Liste, neben Kroatien, liegen Griechenland und die Slowakei, wo junge Menschen im Durchschnitt mit 30,9 Jahren von ihren Eltern ausziehen. Es folgen Spanien und Italien mit einem Durchschnitt von 30,2 Jahren. Die Daten zeichnen deutlich das mediterrane Muster der späteren Verselbstständigung, das regelmäßig mit wirtschaftlichen Bedingungen, der Lage auf dem Immobilienmarkt und tief verwurzelten kulturellen Normen in Verbindung gebracht wird.
Die demografischen Trends, die der Bericht des DZS liefert, sind noch besorgniserregender. Laut der Volkszählung von 2021 machten Personen im Alter von 15 bis 29 Jahren nur 15,8 Prozent der Gesamtbevölkerung Kroatiens aus, während dieser Anteil zwei Jahrzehnte zuvor mit 20,3 Prozent deutlich höher lag, ein anschauliches Beispiel für die rasche Alterung der Nation und den kontinuierlichen Rückgang der Zahl junger Menschen.
Beschäftigung steigt, aber Rückstand zur EU bleibt
Trotz der Herausforderungen zeichnen sich auch positive Entwicklungen ab. Die Beschäftigungsquote junger Menschen in Kroatien stieg im Zeitraum von 2015 bis 2025 von 35,5 auf 43,6 Prozent, liegt aber weiterhin hinter dem Durchschnitt der Europäischen Union, wo im gleichen Zeitraum ein Anstieg von 44,7 auf 49 Prozent verzeichnet wurde. Ähnliche Fortschritte sind auch bei der Arbeitslosigkeit zu sehen: Die Quote unter jungen Menschen sank von hohen 29,8 Prozent im Jahr 2015 auf 12,7 Prozent im Jahr 2025, während der Rückgang auf EU-Ebene mit 17,6 auf 11,7 Prozent etwas schwächer ausfiel.
Die Auswanderung bleibt weiterhin ein zentrales Thema. Im Jahr 2025 verließen insgesamt 37.485 Personen Kroatien, wobei junge Menschen im Alter von 15 bis 29 Jahren mit 11.232 Personen fast ein Drittel aller Ausgewanderten ausmachten. Ihr Anteil ist im Vergleich zu vor zehn Jahren gestiegen, als er 27,4 Prozent betrug.
Bildungsparadoxon: mehr Sekundarschulabsolventen, weniger Hochschulabsolventen
Das Bildungsbild Kroatiens offenbart ein interessantes Paradoxon. Unter den 20- bis 29-Jährigen haben nur 2,7 Prozent keinen Sekundarschulabschluss, deutlich unter dem EU-Durchschnitt von 13,6 Prozent, und sogar 70 Prozent der jungen Kroaten haben eine Sekundarschulbildung abgeschlossen, weit über dem EU-Durchschnitt von 54,1 Prozent. Bei der Hochschulbildung hingegen liegt Kroatien mit 27,3 Prozent deutlich hinter dem europäischen Durchschnitt von 32,3 Prozent zurück.
Der 12. August ist zu einem Symbol für das Engagement der internationalen Gemeinschaft geworden, politische Maßnahmen und Programme zu entwickeln, die junge Menschen und ihre spezifischen Bedürfnisse unterstützen. Das diesjährige Motto des Internationalen Tags der Jugend, "Verschiedene Kontexte, gemeinsame Bestrebungen", betont, dass junge Menschen, unabhängig von ihren unterschiedlichen Lebensumständen, ähnliche Bestrebungen nach besserer Bildung, besseren Beschäftigungsmöglichkeiten und stärkerer gesellschaftlicher Teilhabe teilen, so das DZS abschließend.