Kroatien wird Katalanisch nicht als EU-Amtssprache blockieren
Das Außenministerium macht seine Zustimmung von der Bewertung der zuständigen Dienste des EU-Rates abhängig, während katalanische Medien das Gegenteil behaupten.
Das Außenministerium macht seine Zustimmung von der Bewertung der zuständigen Dienste des EU-Rates abhängig, während katalanische Medien das Gegenteil behaupten.
Am Donnerstag, dem 13. August 2026, gab das kroatische Außenministerium bekannt, dass es die Aufnahme von Katalanisch, Baskisch und Galicisch in die Liste der Amtssprachen der EU nicht blockieren werde, jedoch nur, wenn die zuständigen Dienste des EU-Rates feststellen, dass der spanische Antrag begründet ist.
In einer Antwort an Hina betonte das Ministerium: "Kroatien unterstützt das Prinzip der Mehrsprachigkeit und der kulturellen Vielfalt innerhalb der Europäischen Union. Dementsprechend wird Kroatien, falls die zuständigen Dienste des EU-Rates den Antrag Spaniens als gerechtfertigt erachten, der Aufnahme von Katalanisch, Baskisch und Galicisch in die Liste der Amtssprachen der EU nicht widersprechen."
Die katalanische Zeitung El Periódico berichtete früher am Tag, dass Kroatien zu den Mitgliedstaaten gehöre, die sich gegen die Anerkennung dieser drei Sprachen aussprechen. Laut diesem Medium hat der Vorschlag aufgrund der erforderlichen Einstimmigkeit unter allen 27 Mitgliedern derzeit keine Aussicht auf Annahme.
El Periódico nennt Deutschland, Finnland, Schweden, Frankreich und Österreich als Länder, die Ablehnung oder ernsthafte Vorbehalte geäußert haben. Belgien, Irland, Portugal, Rumänien und Slowenien haben den Vorschlag mehr oder weniger offen unterstützt.
Die linke spanische Regierung hat im August 2023 offiziell beantragt, Katalanisch, Baskisch und Galicisch den Status von EU-Amtssprachen zu verleihen. Derzeit gibt es 24 Amtssprachen in der Europäischen Union, darunter auch Kroatisch.
Katalanisch wird von etwa 10 Millionen Menschen gesprochen, Galicisch von etwa 2,4 Millionen und Baskisch von etwa 800.000. In Teilen Spaniens haben alle drei Sprachen bereits den Status von Amts- oder Co-Amtssprachen.
Nach Einschätzung des Juristischen Dienstes des EU-Rates könnte die Anerkennung dieser Sprachen eine Änderung der EU-Verträge erforderlich machen. Die Europäische Kommission schätzt, dass die jährlichen Kosten für Übersetzung und Dolmetschen in diese Sprachen 132 Millionen Euro betragen könnten.
Spanien hat sich verpflichtet, diese Kosten zu tragen, aber einige Staaten befürchten, dass eine solche politische Verpflichtung nicht ausreichend verbindlich wäre, falls es in Madrid zu einem Regierungswechsel käme. Der Vorschlag der sozialistischen Regierung von Premierminister Pedro Sánchez stieß auf den Widerstand der spanischen rechten Opposition.
Die katalanische Tageszeitung berichtete, dass diese Frage zuletzt im Mai 2025 erörtert wurde, aber keine Abstimmung stattfand, da etwa zehn Staaten Bedenken äußerten.