Das Ministerium für Arbeit, Rentensystem, Familie und Sozialpolitik hat den endgültigen Aktionsplan zur Bekämpfung sexueller Gewalt und sexueller Belästigung bis 2027 vorgestellt. Das Dokument, das in Kürze in die öffentliche Konsultation geht, sieht eine Reihe konkreter Maßnahmen zum besseren Schutz der Opfer vor. Das zentrale Projekt ist die Gründung eines Kinderhauses für Kinder, die sexuellen Missbrauch erlitten haben.
Kinderhaus: Alle Hilfe an einem Ort
Nach dem Barnahus-Modell, das bereits in mehreren europäischen Ländern angewendet wird, ermöglicht das Kinderhaus, dass ein Kind an einem einzigen Ort alle notwendigen Dienste erhält, von forensischen und medizinischen Untersuchungen bis hin zu psychologischer Unterstützung und rechtlichem Schutz. Auf diese Weise sollen wiederholte Vernehmungen und eine zusätzliche Traumatisierung des Opfers vermieden werden; das Kind sagt nur einmal aus.
"Das ist der höchste Grad des Schutzes der Rechte und des Wohls des Kindes. Das Barnahus-Modell stellt einen großen zivilisatorischen und medizinischen Fortschritt dar, da es sekundäre Viktimisierung von Kindern verhindert", sagte Minister Alen Ružić gegenüber Nacionalno Plus.
Die Umsetzung des gesamten Plans stützt sich auf 1,24 Millionen Euro an gesicherten Mitteln, wie Riportal berichtet.
Regionale Dienste und der Kampf gegen Online-Kriminalität
Neben dem zentralen Kinderhaus sieht der Plan auch die Einrichtung spezialisierter Hilfsdienste für Opfer in den Regionen Zagreb, Rijeka, Split und Osijek vor. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf der Stärkung der Polizeikapazitäten zur Aufdeckung sexueller Ausbeutung von Kindern im Internet, ein Bereich, der zu einer immer größeren Herausforderung wird.
Schulungen und mehr Empathie bei Fachkräften
Der Aktionsplan sieht außerdem zusätzliche Schulungsprogramme für Polizeibeamte, Richter und alle Fachkräfte vor, die mit Opfern arbeiten. Ziel ist es, dass das erste Gespräch mit einem Kind immer von speziell geschultem Personal geführt wird und das gesamte System ein höheres Maß an Empathie und Verständnis für die psychische Verfassung von Menschen zeigt, die sexuelle Gewalt überlebt haben.
Mehr Anzeigen bedeuten mehr Vertrauen
Die kommissarische Leiterin der Direktion für Sozialpolitik, Melita Čusek, betonte, dass die steigende Zahl von Anzeigen sexueller Gewalt nicht unbedingt einen Anstieg der Straftaten widerspiegeln müsse, sondern vor allem ein größeres Vertrauen der Opfer in die Institutionen, eine bessere Information der Bürger und eine effektivere Polizeiarbeit. Sie bestätigte auch, dass eine erhöhte Zahl entdeckter Täter sexueller Straftaten verzeichnet wird.
Hilfe rund um die Uhr
Unterstützung für Opfer und Zeugen bietet kontinuierlich auch das Unterstützungsnetzwerk, das aus 11 Organisationen der Zivilgesellschaft besteht. Die nationale Rufnummer ist 24 Stunden am Tag erreichbar, auch an Wochenenden und Feiertagen. Nach Angaben des Ministeriums machen Opfer sexueller Straftaten etwa 11 Prozent aller Nutzer dieses Netzwerks aus.